Sonntag, 5. Februar 2012

Wochenrückblick KW 5

[GEFREUT1] Antizyklisch kaufen für Großfüßler: Erwähnte ich schon, dass ich mitunter Probleme habe, Schuhe in meiner Größe zu finden? Ich glaube schon. Üblicherweise kaufe ich Schuhe dann, wenn es an der Zeit ist: Sandalen im Sommer, Stiefel im Winter. Als Frau auf großem Fuße (eher 42 als 41) kann das zu spät sein. Da ich mit meinen kürzlich neu erstandenen Stiefel sehr glücklich bin stattete ich dem Schuhladen mit dem großen D einen erneuten Besuch ab. Und ließ mich von dem 3 für 2 Angebot überzeugen. Ausser Sandalen ist alles dabei, so dass ich mir in diesem Jahr praktisch keine Gedanken um Schuhe mehr machen brauche.

[GEKOCHT] Zucchiniepuffer mit Rohkost; nochmal den leckeren Risotto mit Wirsing; eine sehr leckere Selleriecremesuppe mit glasierten Maronen (ich hab noch Gnocci dazu gemacht zur Erhöhung der Kinderkompatibilität und -attraktivität); grüner Trashpudding :-)


[GEBACKEN] nüscht

[GEHÖRT+GELACHT] Ich mag Dietmar Wischmeyers Brachialhumor eher selten. Aber hiermit hat er für mich die Debatte um die Schlecker-Pleite den Nagel auf den Kopf getroffen.

[GENÄHT] zwei Wickelkleider, wovon eines klasse, das zweite nicht ganz fertig geworden ist. Ich schätze es wird als UFO bis zum nächsten Winter übersommern.

[GEPLANT] Frühlingskleidung!

[GELESEN] Es gibt zwei medizinisch-ethische Themen, die mich schon länger beschäftigen: Organspende zum einen, Krebsvorsorge zum anderen. Zum Thema Organspende hab ich vor einer Ewigkeit (es muss zu Beginn des Privatfernsehens gewesen sein) mal eine Trash-Sendung - ich glaube es war Der heiße Stuhl *OmG* - gesehen, wo das Für und Wider diskutiert wurde. Erst kürzlich tauchten die gleichen Argumente in der Debatte wieder auf. Tenor: Hirntod ist ein (medizinisch sicher sinnvolles) Konstrukt, das die Entnahme von Organen ermöglich, mit dem aber der Prozess des Sterbens unterbrochen wird.Das hält mich bis heute davon ab, einen Ausweis zu tragen.

In diesem Artikel nun wird das zweite Thema diskutiert. Die ZEIT hatte vor Längerem mal ein Dossier zu genau diesem Thema: Für und Wider von Krebsvorsorge. Es gibt Metastudien, die zeigen, dass mitnichten viele Menschenleben hierdurch gerettet werden, jedoch eine signifikant hohe Anzahl von Menschen mit einem fürchterlichen Befund konfrontiert und einer schrecklichen Behandlung unterzogen werden, was beides ihre weitere Lebensqualität massiv beeinträchtigt.

Kommentare:

  1. Wollte ich doch zu deinem gestrigen Hasch-mich-Frühling-post schreiben; hey super, und jetzt nur noch die passenden Schuhe- schon zeigst du hier dein 3/2 Schnäppchen. Das passt! Die passen!
    Deine wahrscheinlich wieder tollen Lese- und Hör-Tips werd ich mir gleich noch genauer angucken-Danke!
    LG
    Wiebke

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  2. Ja, der Prozess des Sterbens wird unterbrochen, und zwar für den der das Organ bekommt!!!!!!!!!!!!!!!!!
    Beim Spender nicht unterbrochen sondern geringfügig und absolut schmerzfrei um max 3 -4 Tage beschleunigt.!!!

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  3. Ich bin Inhaberin eines Ausweises und ich habe auch verfügt das ich keine Lebenserhaltenden Maßnahmen möchte. Leider ist heute vieles in der Medizin möglich, auch einen Menschen künstlich zu beatmen bis letzlich alle Organe versagen. Persönlich für mich gesehen, möchte ich nicht in ein Leben zurück geholt werden in dem ich schwerstpflegebedürftig bin. Dann würde ich mich lieber dafür entscheiden einem Menschen mit meinem Organ das Leben zu schenken zu dem ich dann nicht mehr in der Lage wäre es zu führen. Aber die Entscheidung liegt bei jedem einzelnen selber!
    Zur Krebsvorsorge kann ich nur soviel sagen, wer zur Vorsorge geht sollte sich doch im klaren sein, das er auch eine Diagnose bekommt. Und eine Krebsdiagnose ermöglicht einem ja auch sich für oder gegen eine Therapie zu entscheiden. Mittlerweile kann man sich doch genügend Informationen dafür holen. Leider setzen wir uns nur ungern mit dem Thema auseinander und passieren tut es doch sowieso immer nur den Anderen...
    Aber ich bin Autistin und daher eher pragmatisch veranlagt, bitte fühle dich von mir nicht angegriffen!
    viele liebe Grüße Rubinengel

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  4. Ich war am Samstag auch bei D. auf der Suche nach Gr. 41 (42 tut´s auch), aber habe nur 2 Paar Turnschuhe (ich kann Shaks ??? nicht schreiben) ergattert.
    Ansonsten: Rubinengel hat recht. Ich bin hochbegabt und sehr pragmatisch und logisch veranlagt. Ich habe zudem, verzeiht den lockeren Ton zur frühen Stunde, an genug Särgen gestanden: Tod sind wir am Ende alle. Ist nur die Frage, ob wir vorher noch jemandem helfen, oder nicht. Ich habe Kranke gesehen, die elend sterben, weil es kein Organ gibt und ich habe genug Krebstote beerdigt um sagen zu können, Vorsorge könnte sich lohnen. So, Klappe wieder zu. Ich habe keinen Ausweis, aber Mann und Töchter dürfen zustimmen. Letztlich sind es nämlich die Angehörigen, die mit diesem Schritt leben müssen. Also redet miteinander. Meine Familie kennt meinen Willen und hat das o.K. es so zu machen, wie es für sie gut ist. Jetzt halte ich aber wirklich den Mund. LG, Bronte

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  5. ich habe seit x-jahren einen organspendeausweis. auch wenn bei mir dann letztendlich nicht viel zu gebrauchen sein wird, erstens krank, zweitens altersbedingt.

    viel spannnender finde ich das thema krebsvorsorge.
    grundsätzlich bin ich rundum dafür.
    aber speziell in/bei einer art der vorsorge bin ich "dagegen". nicht gegen die vorsorge an sich, sondern über das "dahinter und warum"
    das habe ich schon vor jahren in einem blog veröffentlicht, der leider aber so gut wie keinen zugang findet, weil eben die besagte screen-lobby sämtliche schlagwörter in bezug auf brustkrebs und screening im guggelbereich für sich belegt.
    aber vlt interessiert es ja hier doch die eine oder andere.
    http://brustscreening.blogspot.com/ - und es wäre toll wenn es euch auch zum nachdenken anregen würde.

    lg
    carola

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  6. Ihr Lieben,
    leider kann ich jetzt erst antworten, der Tag war voll mit Arbeit.
    Keine Angst, ich fühle mich nicht angegriffen. Wer öffentlich schreibt muss sich auch mit Reaktionen auseinander setzen. Kein Ding.

    Zum Thema: Generell wäre ich sicher die Kandidatin für einen Organspendeausweis. Ich hab mich bei der DKMS registrieren lassen. Das ist aber nicht dasselbe, schon klar. Aber das ist genau der Punkt: bei der Organspende geht es um Leben und Tod. Und damit ist es ein hochgradig ethisches Thema. Und für ethische Themen gibt es per se keine Wahrheit. Die Entscheidung ist persönlich, natürlich. Aber auch über der persönlichen Ebene gibt es kein per se richtig oder falsch. Weil die Konsequenzen sehr weitgehend sind. Wenn ich anerkenne, dass der Hirntod nicht per se existiert, sondern einen Punkt im Prozess des Sterbens markiert, der a) ziemlich irreversibel ist (man also höchstwahrscheinlich nicht wieder gesund wird) an dem man aber b) nicht 100%ig tot ist, steckt man in einem Dilemma. Eine Beurteilung über das Für und Wider ausschließlich von der Warte des Kranken, der auf ein Organ angewiesen ist, zu betrachten ist aus meiner zu kurz gegriffen. Wo will man da die Grenze setzen? Nachdem ich selbst bereits Sterbebegleitung gemacht habe, kann ich das Recht des Sterbenden auf einen würdigen Tod nicht einfach lappidar mit den Rechten des schwer Kranken aufwiegen.

    Zum Thema Krebsvorsorge:
    Beim Brustkrebs-Screening z.B. kann ja kaum davon sprechen, dass man ganz freiwillig und nach eigenem Impuls zur Vorsorge geht. Da wird man aufgefordert und es wird ein gewisser Druck aufgebaut, daran teilzunehmen. Es ist eindeutig mehr als ein Angebot. In der ZEIT und in diesem Artikel wird das Dilemma der modernen Medizin auf den Punkt gebracht: je mehr man weiss und rausfinden kann, desto mehr wird auch gefunden. Und dann wird eben auch etwas als Krebs deklariert, von dem man nicht weiß, ob man damit ohne Befund nicht hätte alt werden können. Und man wird ggf. einer Behandlung unterzogen, die massive Folgen hat, man lebt von da ab mit dem Bewusstsein, dass man "Krebs" hatte.

    Ein anderes Beispiel für dieses Dilemma ist die Pränataldiagnostik. Wenn demnächst "Defekte" wie das Downsyndrom per Blutuntersuchung herausgefunden werden können, wird die Schwelle für eine Verweigerung von diagnostischen Maßnahmen sehr hoch gesteckt.

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