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Dienstag, 21. Juli 2015

Geburtstagsimpressionen

Liebe Freundinnen,
am vorletzten Samstag feierte ich meinen 40. Geburtstag. Da meine Familie gerade tief im Westen weilt, habe ich Zeit, endlich von diesem Fest zu berichten und Euch - vor allem Julia, die als einzige leider nicht dabei war! - ein paar Bilder zu zeigen.

Zunächst mal: mein Geburtstagskleid.


Der Weg zum Kleid war ein bisschen steinig.
Der Stoff ist dieser hier - der "Pretty-Woman-Stoff", wie man mir am Telefon sagte. Dieses Kleid hatte ich mir ausgesucht - ein Fehlgriff, wie sich beim Probekleid herausstellte. Wickelkleider, auch Fake-Wickelkleider sind nicht meins... Die Front saß komisch, das war mir zu heikel für den schönen Stoff. Da die Zeit langsam knapp wurde, musste eine sichere Alternative her. Ich entschied mich für eine Bastelaktion: Simplicity 7411 - zig-mal genäht, z.B. hier - in Kombi mit dem Rockteil von M7081. Das Oberteil verlängerte ich um 6 cm. Und siehe da: es funktioniert! (By the way: Mein Nähkränzchenkleid ist nach dem selben Prinzip gebastelt.)

Ich sag Euch: Als das Kleid am Mittwochabend in einem Rutsch fertig war, war ich so was von froh. Ich mein': sonst hätt ich die Feier ja noch absagen müssen...

Mit dem Ergebnis bin ich mehr als zufrieden.


Die letzten Tage vor dem Fest arbeitete ich ständig fünf ToDo-Listen ab. Schon im Januar hab ich angefangen, mich nach einer geeigneten Location umzuschauen. Das ist in Berlin nicht ganz so einfach: Nur für die Räume ist man schnell bei einer vierstelligen Summe. Restaurant schloss ich auch aus - zu teuer und zu langweilig für die Kinder - ebenso unseren schönen Innenhof - da hätten wir von Kühlgelegenheiten über Geschirr und Klos erst die ganze Infrastruktur schaffen müssen.

GsD erfuhr ich, dass man den Kinderzirkus bei uns im Kiez, wo L1 schon seit Jahren trainiert, am Wochenende mieten kann. Und so entschied ich mich für ein Zirkusfest - mit Mitmachzirkus für die Kinder.

Eine gute Entscheidung - die Location war perfekt. Ich hatte ein Riesenglück mit dem Wetter, alle konnten sich auf dem ganzen Gelände tummeln. Die Kinder konnten völlig gefahrlos rumpeesen (sie meisten Kinder kennen den Zirkus ohnehin) und die Eltern und übrigen Erwachsenen konnten entspannt die Seele baumeln lassen, trinken und essen und entspannen.

Es gab ein klassisches Mitbring-Buffet - vor lauter Aufregung hab ich kaum was probiert... - und mein Mann kochte - zum ersten Mal! - eine Paella. Sie soll lecker gewesen sein...

Toll waren auch die emotionalen Momente: Juli traf völlig unverhofft einen alten Studienfreund wieder, meinen "angeheirateten" Neffen. Tusch. Tränen. Freude. 

Hier ein paar Impressionen - ratet mal, wer die gut gekleideten Damen oben rechts sind :)

 

Und es gab Geschenke!
Viele ließen es sich nicht nehmen, das "Nähthema" aufzugreifen... Voll süß!

Von links oben nach links unten: Eine wunderbar liebevoll gestaltete Karte der Familie meiner Schwägerin - ist die nicht schön!? Und da drunter: ein feiner Baumwollkarostretch der lieben Wiebke! Ich überleg noch, was er werden will...
Daneben: Ein Zauberkästchen mit allerlei nützlich-schönen Nähzutaten von Lotti! Dann die Karte meiner Kollegen mit lustigem Wortspiel und ein Gutschein mit eindeutiger Bestimmung...


Das Geschenk von Catherine hab ich ja bereits gezeigt - es passt auch ganz wunderbar zum Geburtstagskleid und tat am Abend bereits wertvolle Dienste.



Der Tag ist zwar ziemlich an mir vorbei gerauscht. Aber das Fest war so wie ich es gehofft habe. Tatsächlich wunderbar. Bis auf diverse Begrüßungssekts blieb ich nahezu nüchtern, aber der Adrenalinpegel war schon ausreichend. Ich flippte ein wenig durch die Gegend, versuchte mit "allen" zu plaudern, in der Hoffnung, dass es auch hoffentlich "allen" gefiel. Ich glaube, das hat sogar geklappt.

Und da wir ja hier so schön kuschelig unter uns sind: Heute mal ein Foto mit Kopf, weil's so schön ist.

Alles Liebe!

Sonntag, 11. Mai 2014

Zum Muttertag: Feminismus und Mutterschaft



Frau „glücklichscheitern“ bittet zum Interview und ich nutze gerne die Gelegenheit, heute ihre Fragen zu Feminismus und Mutterschaft zu beantworten. Ich bin mal gespannt, was mir so einfällt :)


Here we are:

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?


Ich habe 2 Töchter, L1 ist 2007 geboren und also 7 Jahre alt, L2 wird demnächst 4. Beide Kinder sind Wunschkinder. Die erste Zeit meines Erwachsenenlebens war für mich nicht ausgemacht, ob ich mal Kinder haben möchte. Ich hätte mir grundsätzlich auch ein kinderloses Leben vorstellen können. Ich hatte nie einen theoretischen Kinderwunsch, erst mit meinem Mann – wir haben uns 1999 zusammengetan – entstand irgendwann die Idee zum „Projekt Kind“.

In meinem Fall war also die Grundvoraussetzung: ein Mann, mit dem ich mir ein Kind vorstellen konnte.


Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)? Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?


Mein Mann ist der Vater unserer gemeinsamen Kinder, wir leben zusammen in Berlin. Seit Beginn unseres Familie-Seins teilen wir uns die Sorgearbeit praktisch Fifty-Fifty. Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit dieser Aufteilung und kann mir kein grundsätzlich anders Modell für mich vorstellen.


Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu “Verhandlungen”? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?


Mein Ideal ist: 60 Stunden Lohnarbeit, aufgeteilt auf 2 Nasen. Im Idealfall also: 30 Stunden jede/r. Seitdem wir Kinder haben, hat sich der Umfang an Lohnarbeit bei uns beiden immer wieder verändern: Ich arbeite schon immer projektbezogen sprich: befristet und oftmals vollzeitnahe Teilzeit, phasenweise 20 Stunden, oft 28, 30 Stunden. Zur Zeit habe ich 2 halbe Stellen an zwei Unis, was schon ziemlich knackig ist. Mein Mann hat in den letzten Jahren ein Studium absolviert und arbeitet gerade lediglich 15 Stunden/Woche. Anstrengend war die Phase in der er 30 Stunden plus X gearbeitet hat. Das ist definitiv nicht unser Modell. Ich freue mich auf die Zeit, wenn ich wieder etwas weniger arbeite.
Vom Selbstverständnis her gehen wir beide davon aus, dass wir grundsätzlich beide die Familie durchbringen können, keiner ist auf Familienernäher/in oder Zuverdiener/in festgelegt oder versteht sich so.
Als unsere große Tochter zur Welt kam, wurde gerade das Elterngeld eingeführt. Wir haben die Elternzeit in etwa geteilt: die ersten 5, 6 Monate war ich zu Hause, mein Mann hat reduziert gearbeitet, 30 Stunden oder so. Dann bin ich mit 20 Stunden wieder eingestiegen und mein Mann hat für 6 Monate 20 Stunden gearbeitet (oder so, ganz genau weiß ich das nicht mehr). Ich war dann morgens früh im Büro, er hat mir dann oft die Kleine vorbeigebracht und da sie ein sehr entspanntes Kind war konnte ich sogar noch ein bisschen arbeiten, bevor dann Babyzeit angesagt war. Ich hab das als sehr entspannte und harmonische Zeit in Erinnerung, da es ein Modell war, das wir Drei gut fanden. 
Da ich nicht stillte, konnten wir uns von Anfang an die Pflege des Babys teilen, tags wie nachts - ein großer Vorteil, wie ich fand, da so regelmäßig gute Nächte anstanden und keine Fixierung auf eine Person entstand.
 
L1 sollte eigentlich mit 1 Jahr in die Kita gehen. Da unsere Wunsch-Kita erst ein halbes Jahr später einen Platz für sie hatte, haben wir diese Zeit mit einem Babysitter improvisiert. Bei L2 haben wir alles recht ähnlich gemacht, allerdings ist sie bereits mit 1 Jahr für 5, 6 Stunden in die Kita gegangen.

Über das grundsätzliche Modell haben wir nicht verhandelt, es war klar, auch wenn mein Mann durchaus mehr verdiente als ich und hat sich mehr oder weniger automatisch ergeben. Wir haben lange an der konkreten Umsetzung rumgebastelt, ich erinnere mich an Excel-Tabellen mit diversen Wochenplänen :). Das Elterngeld hat das ganze natürlich sehr erleichtert. Ich bin mir aber sicher, dass wir es ähnlich gehandhabt hätten ohne Elterngeld. Da ich in Drittmittelprojekten beschäftigt bin, wäre ein längerer Ausstieg jeweils äußerst ungünstig gewesen. Umgekehrt war mein Mann in einem großen Konzern beschäftigt und das Thema Elternzeit wurde da sehr professionell gehandhabt (auch wenn er einer der wenigen Väter in Elternzeit war…).

 

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?


Ich bin sehr gerne Mutter. Ich habe das Gefühl, angekommen zu sein und das Leben zu leben, das zu mir passt und mich zufrieden macht. Meine Kinder sind für mich – neben all der Arbeit und dem Stress, die Kinder mit sich bringen – großes Glück, ganz viel Spaß, Liebe und Leben.
Meinem Verständnis nach geht das Muttersein nicht automatisch mit bestimmten Rollen, Aufgaben und Kompetenzen einher. Ich halte das Muttergen für einen Mythos und bin überzeugt davon, dass Mütter wie Väter grundsätzlich alles rund um Hege und Pflege lernen können (und müssen!) und auch erfüllen können.

Mein Verständnis von Mutterschaft impliziert keinen Sonderstatus der Mutter qua Schwangerschaft und Geburt. Ich bin überzeugt davon, dass der Vorsprung von Müttern, die sie durch die Schwangerschaft erworben haben, hauchdünn ist und von den Vätern recht schnell wieder eingeholt werden kann – wenn frau sie denn lässt und man da überhaupt Bock drauf hat. Ich glaube nicht an eine genetisch bedingte höhere Kompetenz von Müttern, das ist meiner Meinung nach Quatsch. Jeder hat unterschiedliche Kompetenzen, Vorlieben und Abneigungen. Dies impliziert natürlich eine Gleich-Stellung von Mutter und Vater – sprich: deren Gleichrangigkeit. Ich als Mutter genieße keine Exklusivität. 


Ich habe keinen durchbuchstabierten Feminismus-Ansatz und mich nie systematisch mit feministischen Theorien und Ansätzen beschäftigt. Ich würde sagen, dass ich erst mit den Kindern verstärkt angefangen habe, mich mit Feminismus im weitesten Sinne zu befassen, aber eher praktisch-lebensnah und auf Feuilleton-Niveau, denn akademisch. Lediglich mit dem Thema Stillen habe ich mich wissenschaftlich beschäftigt und auch im blog dazu geschrieben.

Ein gewisses Unbehagen gegenüber biologistisch begründeten Rollenzuschreibungen habe ich sicherlich schon früher verspürt. Aber mit der Geburt meiner ersten Tochter reflektierte ich diese zunehmend. Das ist meiner Meinung nach auch nicht wirklich verwunderlich, manifestieren sich doch im Moment der Elternschaft auch in unserer vermeintlich gleichberechtigten Gesellschaft nach wie vor Rollenzuschreibungen und -erwartungen.

Ich erinnere mich an den Krankenhausaufenthalt fünf Tage nach der (ambulanten) Geburt unserer Tochter. Sie sollte wegen Gelbsucht behandelt werden, wir mussten also in dieser heiklen Phase ins Krankenhaus. Yeah! Das war super. Wegen massiver Stillschwierigkeiten hatte ich das Kind bis dahin noch keinmal gewickelt und ich wäre, glaube ich, nicht alleine da geblieben, wenn sie meinen Mann wieder weggeschickt hätten. Er konnte bleiben – und wurde mehrfach höchst merk-würdig angesprochen. Bei der Aufnahme: Das sei aber ungewöhnlich, dass ein Vater sein Neugeborenes trägt und nicht die Mutter. Von der Stations-Schwester: Ach, da sei ja der Vater, der sein Kind wickelt. Von der Ärztin bei der Visite: Er solle aufpassen, dass das Kind nicht vom Wickeltisch fällt – ein fünf Tage alter Säugling KANN praktisch nicht vom Wickeltisch fallen, es sei denn es gibt ein Erdbeben. Ich bin mir sicher: Einer Mutter hätte sie das nie und nimmer gesagt, sie hätte ihr ganz einfach die natürlich Kompetenz zugeschrieben, sich richtig um ihr Kind zu kümmern. Männer müssen das ja erst lernen.

In der ersten Schwangerschaft las ich einen Satz, dem ich schon damals, ohne praktische Erfahrungen, voll und ganz zustimmen konnte: Ein Vater ist ein Vater und kein Mutterassistent. Damit ist aus meiner Sicht eigentlich alles gesagt.


Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-Sein” leben zu können? 


Zeit, gute Löhne und Arbeitsbedingungen, engagierte Väter, progressive Arbeitgeber, eine zeitgemäße Familienpolitik, Rollenvorbilder…
Den Ansatz des Projektes „Zukunft mit Kindern?“ fand ich innovativ und total überzeugend: Im Mittelpunkt und als Ziel der Familienpolitik sollte das Wohlbefinden (potentieller) Eltern und ihrer Kinder stehen. Ich halte den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für einen großen Fortschritt – aber er ist nicht das Ende der Fahnenstange. Kinder sind keine reine Privatsache. Und Menschen, die sich Kinder wünschen, sollten in ihrem Wunsch gestärkt und unterstützt werden, und zwar nicht nur monetär. Wir leben definitiv nicht in einem kinderfreundlichen Land. Ich glaube zwar nicht, dass die Politik jedes Problem, das sich mit Kindern auftut, lösen kann. Aber jetzt, da die Infrastruktur zur Kinderbetreuung ausgebaut wird und wohl auch die ideologischen Grabenkämpfe langsam abebben, muss die Frage nach einer neuen Zeitpolitik gestellt werden. Durchaus sehenswert hierzu: Beckmann vom 24.04. .


Was man so hört und liest, ist da wieder einmal Schweden Vorbild, wo angeblich diejenigen Leute, die länger als bis 16 Uhr arbeiten allen anderen suspekt sind und als Karrierist angesehen werden. 32 Stunden sind die neue Vollzeit – wenn Ihr mich fragt: nicht nur für Eltern :)

Für meine persönliche Situation würde ich noch hinzufügen: Bessere Arbeitsbedingungen im Mittelbau in der Wissenschaft – insbesondere langfristige(re) Perspektiven. 


Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)


Für die Erziehung meiner Töchter ist mir u.a. wichtig: Möglichst wenig Geschlechterstereotype reproduzieren und meinen Töchtern ein positives weibliches Selbstbild mitgeben.
Dazu gehört für mich unter anderem, dass ich mich im Beisein meiner Töchter nie über meine Figur beschwere oder auch nur mein Gewicht/Figur thematisiere. Sie sollen nicht mit einer nörgelnden, unzufriedenen, dauerdiätenden Mutter aufwachsen, die sich nicht leiden kann.
Ich vermeide Stereotype a la „das macht ein Mädchen aber nicht“ oder „Jungs sind halt so“. Die Kinder sollen sich möglichst frei und nach ihren Talenten entfalten, ich traue ihnen erstmal „alles“ zu. Meine große Tochter z.B. konnte von Klein an sehr gut klettern und balancieren. Ich wusste, dass sie nur Sachen macht die sie auch wirklich kann und hab sie da nicht eingeschränkt („Vorsicht, gleich fällst Du da runter!“). Heute steigt sie auf die höchsten Bäume und ist mutig und sicher in dem was sie tut.

Bei Kleidung und Spielzeug waren wir eigentlich undogmatisch: Alles kann, nichts muss. Ich verteufele rosa und pink nicht, hab aber die intensive „Gelb ist meine Lieblingsfarbe“-Phase, die meine Tochter mit 2 hatte, mit großer Freude unterstützt. Ich mag selbst schöne Kleidung und hab keine Berührungsängste mit „Mädchenkleidung“. Meine große Tochter trägt ausschließlich Röcke und Kleider, am liebsten solche zum Drehen. 

An Spielzeug haben wir die ganze Bandbreite: Kaufmannsladen, Lego, Holzeisenbahn, jede Menge heiß geliebte Kuscheltiere, Puppen (die nie so ganz intensiv bespielt wurden), Barbie, Parkhaus, Matchboxautos, Topmodell-Heft (gekauft von meinem Mann…), Carrera-Bahn (auch von meinem Mann…) und Bücher, Bücher, Bücher. Banale Klischee-Geschichten finde ich doof, aber es gibt bei uns eine große Bandbreite und nicht nur politisch korrekte und pädagogisch wertvolle Gender-Literatur.

Meine Große findet klassischen „Mädchen-Kram“ toll – Pferde! Kätzchen! Babys! Prinzessinnen! -, liest mit großen Spaß Donald Duck und Co., findet Fußball super und hat sowohl enge Jungs- als auch Mädchen-Freunde. 

Ich finde wichtig, dass die Kinder, sich möglichst „frei“ entfalten können, soweit das eben geht. Dass man sich sein Kind anguckt und es in dem was es kann und gerne macht, unterstützt und auch möglichst breite Interessen weckt, möglichst unabhängig vom Geschlecht.
Das ist aber nicht das gleiche wie eine geschlechtsneutrale Erziehung. Diese sehr konsequenten krassen Ansätze Experimente, seinem Kind einen geschlechtsneutralen Namen zu geben und der Umwelt - inklusive Oma und Opa - nicht zu sagen, welches Geschlecht das Kind hat, sind mir hochgradig suspekt. Fast so wie die La Leche League :)


Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?


Ich arbeite gerne und habe ein recht ausgeprägtes Unabhängigkeitsbedürfnis, was Finanzen angeht. Ich wollte immer meiner Ausbildung entsprechend tätig sein und hätte mir einen längeren Ausstieg nicht vorstellen können. Ich arbeite um zu leben, das heißt, dass ich natürlich Zeit mit meinen Kindern verbringen und mit ihnen leben möchte. Das ist mit Vollzeit nur sehr, sehr eingeschränkt machbar.
Ich bin erwerbsorientiert – aber nur bedingt karriereorientiert. Die ganzen Vereinbarkeits-Diskussionen gehen ja immer von der gut ausgebildeten Akademikerin mit ausgeprägter Karriereambition aus, die kurz vor der Berufung auf den Vorstandsposten oder die Professur noch schnell ein Kind kriegt. Tja, obwohl sehr gut ausgebildet war das nie mein Lebensmodell. Mir fehlt da vermutlich der Ehrgeiz. Ich würde nicht Professorin werden wollen, egal ob mit oder ohne Kinder.
Ich mache meinen Job, ich bin auch bereit, flexibel zu arbeiten aber ich nehme mir raus, keine klassische Karriere anzustreben und meine Ideale von Leben und Arbeit nicht über den Haufen zu werfen sondern regelmäßig zu reflektieren ob das noch halbwegs im Lot ist. Die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind in mancher Hinsicht sehr gut – ich arbeite regelmäßig von zu Hause und insgesamt sehr selbständig – aber alles andere als familienfreundlich. 


Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?


Ich habe das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren doch einiges getan hat und heute in Westdeutschland nicht mehr die gleichen ideologischen Kämpfe ausgefochten werden, wie noch Mitte der Nullerjahre. Vielleicht bin ich da auch einfach ignorant in meiner schönen Berliner Bubble, aber diese unproduktive „Rabenmutter vs. Heimchen am Herd-Diskussion“ scheint mir doch sehr 2000er zu sein.
Ich persönlich spüre keine allzu großen Spannungen zwischen externen Erwartungen und meinem Verständnis. Das heißt nicht, dass alles ausgehandelt und das Thema vom Tisch ist.

Ich musste mich kaum für mein Lebensmodell rechtfertigen. Das ist mir neulich erst wieder aufgefallen, als mich ein etwa 60ig jähriger Mann erstaunt fragte, ob ich denn mit Kindern und Haushalt nicht ausgelastet sei, dass ich auch noch arbeiten ginge. Ich war ein wenig perplex, da ich mich nicht erinnern konnte, so etwas in letzter Zeit gefragt worden zu sein. Witzigerweise war er allein erziehender Vater einer jetzt 20jährigen Tochter, der – selbstverständlich – immer erwerbstätig war und somit ein Modell lebte, das noch heute ungewöhnlich ist.

******** 



Es ist jetzt 03:03, das Interview hat mir Spaß gemacht. Jetzt bin ich müde und gehe mal schlafen. Morgen darf ich ausschlafen – meine Tochter meinte, das gehöre zum Muttertag dazu :) Für den Nachmittag habe ich für sie und mich Karten für den Cirque du Soleil besorgt, da freue ich mich total drauf!


Einen schönen Muttertag wünsche ich Euch!

Samstag, 9. November 2013

4 Tage Krakau - Stoffkaufen und entspannen in Polen

Zum letztjährigen Weihnachten habe ich meinem Mann und mir einen Gutschein für zwei Übernachtungen in einem europäischen Hilt*n-Hotel der Wahl geschenkt, die der große Kaffeeröster vertickte. Diesen Gutschein plus eine Zusatzübernachtung haben wir am vergangenen Wochenende nun endlich eingelöst. Ursprünglich bereits für den Oktober geplant, mussten wir den Trip und den dafür notwendigen Großelternbesuch für die lieben Kleinen masterarbeitsbedingt um 3 Wochen verschieben.

Am Samstag ging es früh morgens los mit dem Auto gen Osten. Anders als gedacht, waren wir nach genau 6 Stunden am Ziel, auch das Hotel war schnell gefunden: Ein typisches Stadt- und Konferenzhotel, außen: hässlicher Zweckbau, innen: tipptopp-gediegene Cityhotelausstattung. Ein Hotel, das so auch in Mainz, Malmö oder Madrid stehen könnte.

Da die Kamera zu Hause blieb und ich die Fotos nicht vom Handy kriege (shame on me), kann ich die Reise leider nicht bildlich untermalen. Worte müssen heute reichen.

Im Vorfeld hatte ich schon ein paar Tips für die Reise bekommen. Außerdem wollte ich zusammen mit unserem muttersprachlichen Nachbarn L. noch eine Recherche für Stoffläden in Krakau unternehmen. Die Zeit rückte voran und ich kam und kam nicht dazu, mich hierzu mit L. zu treffen. Nicht nur das nähen und bloggen kommen zur Zeit ein wenig unter die Räder.

So ganz ohne konkrete Adressen von Stoffgeschäften machten wir uns am ersten Abend auf in Richtung Kazimierz, dem ehemaligen jüdischen Städtchen, das heute, topsaniert, zu Krakau gehört und uns doch sehr an Prenzlauer Berg in klein erinnerte.

Ihr werdet es kaum glauben: Kaum angekommen, stolperten wir über drei Stoffgeschäfte und ein Nähcafe :)

Ein guter Tip ist das Geschäft Kakadu in Skałeczna 1 Ecke Krakowska. Ein kleines, gutsortiertes Geschäft mit ansehnlicher Auswahl an Stoffen zu moderaten Preisen. Gleich um die Ecke gibt es zwei weitere Geschäfte: Dee Dee Mode, Ul. Krakowska 10 und ein ganz kleines, Zenia, an dem Plac Wolnica, mit eher uninteressantem Angebot. 

Keine fünf Minuten später kamen wir am Slow Fashion Nähcafe vorbei, das mich doch sehr an das Nähcafe meiner Nählehrerin Linda im Wrangelkiez erinnert hat. Ok, dieses ist noch einen Tick schicker, aufgeräumter und größer, aber ansonsten ist alles ähnlich: die Betreiberinnen Monika, Kaska und Ania setzen auf alte Maschinen und geben regelmäßige Kurse, man kann mit einer Idee kommen, Schnitte liegen vor, so dass man gleich anfangen kann - und zur Stärkung gibt es Kaffee.

Yvonet hatte mir vorab den Tipp mit Dee Dee gegeben sowie Matex, einen Großhändler, der sich in einem Fabrikgebäude keine 3 Minuten vom Hilt*n entfernt befindet, bei dem man auch kleine Mengen Stoff als Privatperson einkaufen kann. Ich habe wirklich schöne Fotos der großen Rollen und des ganz besonderen Charmes dieses Großlagers gemacht, die ich Euch heute leider nicht zeigen kann. Deshalb muss dieser Tip reichen: Ein Abstecher zu Matex ist durchaus lohnenswert. Die Preise sind moderat und die Auswahl ist recht groß. Mein Mann lief dann noch an einem Geschäft mit großen Angebot an Kurzwaren vorbei: Pentelka, in der ul. Starowiślna 77, in Kazimierz unweit des jüdischen Friedhofs.

Ebenfalls direkt am ersten Abend liefen wir zufällig an der Bar Singer vorbei.  Singer wurde mir von Judith empfohlen: Die Tische in der schummrig-gemütlichen Bar, die genauso gut in Nordneukölln aufmachen könnte, sind kleine Nähtische mit alten Maschinen besagter Marke. Dort haben wir dann den letzten Abend verbracht. Direkt nebenan gibt es im Moment sehr leckere Cocktails, ich empfehle den Holly Berry :) 

In Kazimierz kann man sehr schön bummeln, es gibt, vor allem in der Jozefa, etliche kleine Boutiquen, Schuhgeschäfte, Vintage-Shops. Sehr empfehlenswert ist auch ein Besuch des jüdischen Friedhofs, der zentralen Synagoge und des Galicia Jewish Museum. Gute Bagel gibt es im Bagelmama, direkt neben dem galizischen Museum. In Kazimierz finden regelmäßig Jazz- und Klezmer-Konzerte statt, die wir leider verpasst haben, aber sicher lohnend sind.


Ich glaube, ich kenne keine andere Stadt mit einer solchen Restaurant-Dichte. Eine Bekannte, die aus Oppeln/Opole stammt, meinte gestern, das liegt daran, dass es drumherum so wenig gibt, deshalb konzentriert sich das Angebot in Krakau. Mag sein, dass das so ist. Die Stadt ist unglaublich schnieke und aufgerüscht, sehr jung und schön, und, klar, touristisch.

Ganz besonders trifft dies zu für den Marktplatz mit den Tuchhallen, Rynek Glowny, wo allerhand Tourikram vertickt wird. Am verregneten Sonntag haben wir eine Zeit in der Gemäldegalerie verbracht, sehr entspannend. Insgesamt war dieser Paar-Urlaub-ohne-Kinder entschleunigt und, jetzt bitte nicht lachen, im besten Sinne lang-weilig. Vier Tage, ganz allein, ohne Kümmern, Quengeln und Kreischen - echter Luxus!

Ach ja: Stoff gekauft habe ich bei Kakadu und Matex. Sobald ich ein erstes Probekleid aus Butterick B5951, dem aktuellen Lemminge-Schnitt, fertig habe, wird ein wunderschöner Winter-Viskosestoff vernäht.

Samstag, 12. Oktober 2013

Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht (Filmtipp)



Gestern habe ich einen regelrechten Kino-Marathon hingelegt: Ich war in Die andere Heimat - Chronik einer Sehnsucht - und dieser Film dauert geschlagene 4 Stunden. Ich habe gezögert, diesen Post mit Filmtipp zu überschreiben, denn einen solch langen Film kann man nicht uneingeschränkt jedem empfehlen.
 
Auch mir wurde es zwischendurch ein wenig lang. Kurz vor der Pause nach 2 Stunden dachte ich kurz: Und jetzt geht es nochmal so lang?!? Puh.
 
Ich bin froh, dem Impuls nicht nachgegeben zu haben und sitzengeblieben zu sein, gerade die zweite Hälfte hat mir ausgesprochen gut gefallen. Der Film ist ein beeindruckendes Portrait einer untergegangenen Welt und einer fremden Zeit.
 
Er spielt in den frühen 40er Jahren des 19. Jahrhundert im Hunsrück. Im an der Kinokasse ausgelegten Flyer erhält man hilfreiche und kompakte Informationen zu den historischen Hintergründen der fiktiven Geschichte: steigende Bevölkerung, Realerbteilung und damit zu kleine landwirtschaftliche Betriebe, Missernten und unangemessene Abgabenlast führten zu sozialem Elend und Hunger. Die Menschen verließen in Scharen ihre Heimat - man sieht das an den beständig am Horizont vorbeiziehenden Pferdetrecks - und suchten in einer fernen und sagenumwobenen Welt, wenn nicht ihr Glück so doch ein neues Leben: in Brasilien, das aktiv um Siedler warb. Gerade der Hunsrück war, so steht es im Filmflyer, von dieser Auswanderung stark betroffen: Im Jahr 1846 begannen 1230 Familien in Südamerika ein neues Leben, das unter der Maxime der Bremer Stadtmusikanten steht: Etwas besseres als den Tod finden wir überall. Sie verlassen ihre Heimat, ohne Wiederkehr und Wiedersehen.
 
Aber die Menschen wollen nicht nur ihrem materiellen Elend entkommen, sie sind infiziert mit den Gedanken der Französischen Revolution und suchen Freiheit. Erst seit kurzem herrscht allgemeine Schulpflicht, Bücher sind in der ländlichen Welt noch mindestens obskur, wenn nicht verpönt, aber die Idee war in der Welt: Sein Leben selbst in die Hand nehmen und seine individuellen Talente entfalten.
 
Der Film dauert lang, aber wenn man sich darauf einlässt, taucht man ein in eine Welt und Gesellschaft, die noch gar nicht so lange her ist. Er ist wuchtig und beeindruckend und von Anfang bis Ende ungewöhnlich und besonders. In Schwarzweiß gedreht scheinen mitunter Farben auf und fokussieren auf Besonderheiten und Besonderes, eine blaue Wand oder ein glühendes Hufeisen. Durch die Länge, die Mundart und die Konzentration auf ein Dorf werden die Hauptfiguren sehr anschaulich, man ist buchstäblich bei ihnen, in der Enge der Häuser und der Dörfer.
 
Sehr berührt hat mich die Schilderung der immensen Kindersterblichkeit, die anfangs nur angedeutet wird und sich verdichtet um schließlich handgreiflich zu werden: Das ganze Dorf folgt den kleinen Särgen und den betroffenen Elternpaaren und Familien zur Kirche, um sich von gleich mehreren Babys zu verabschieden. Die Predigt des Pfarrers - "Sie sind nicht gestorben, nur vorgegangen in das Paradies" - provoziert Widerspruch, wird nicht mehr von allen schicksalhaft und gläubig akzeptiert. Nur der Arzt, der allein an einem Tag sieben Kinder hat sterben sehen, ahnt, dass er die Seuche Diphterie von einem kleinen Patienten zum anderen trägt, aus dieser Ahnung wird erst später Gewissheit.
 
Dem Film gelingt bei aller Eindringlichkeit doch eine gewisse Leichtigkeit. Dies liegt an der Hauptfigur Jakob, der "schon immer" anders war, als Kind schon Löcher in die Luft starrte und sich geschickt den Zumutungen und Ansprüchen des Vaters entzieht. Er ist ein Eigenbrötler, das Lieblingskind der Mutter die ihn bedingungslos liebt und in Schutz nimmt - und selbst 6 Kinder verloren und nur drei durchgebracht hat -, der im Selbststudium die Neue Welt kennen und lieben lernt. Unglaublich, dass der Hauptdarsteller kein professioneller Schauspieler ist.
 
Der Film zeigt eindringlich die Umstände, die Menschen vor gerade einmal anderthalb Jahrhunderten bewogen haben, diesem Land den Rücken zu kehren und am anderen Ende der Welt Ihr Glück zu suchen - womit er einen Bogen schlägt zu den heutigen Flüchtlingsdramen im Mittelmeer.

Montag, 22. Juli 2013

Unerschrocken & furchtlos

Für die letzten Wochen vor der Einschulung hab ich mir fest vorgenommen, dem Rat des Direktors "unserer" zukünftigen Schule zu folgen und den Sommer vor der Einschulung mit unserer Tochter zu genießen. Bislang gelingt mir das sehr gut. Und ich bin guter Hoffnung, dass es auch so bleibt. Mehr noch: Ich freue mich mittlerweile auf den Schulbeginn, der in drei Wochen sein wird. Also praktisch übermorgen. Klar, der Schulbeginn des ältesten Kindes ist mit vielen Gedanken, Sorgen und Bedenken verknüpft. Und ich weiß, dass ich am großen Tag sehr tapfer sein und eine Familienpackung T*mpos einpacken muss. Aber wenn ich einen kühlen Kopf bewahre und kurz nachdenke muss ich sagen: Schön, dass es losgeht.

Woran mag das liegen? Vielleicht am wunderschönen Urlaub auf einem Bauernhof, der bei beiden Kindern einen regelrechten Selbständigkeitsschub gebracht und die ganze Familie ungeheuer entspannt hat. Das schöne Wetter trägt sicherlich auch dazu bei, die Zeit zu genießen. Dann das Kind selbst dass eine souveräne Freude an den Tag legt, die ansteckt. Will sagen: sie ist schulreif und gespannt auf das was sie erwartet.

Derzeit planen wir den großen Tag. Die Großeltern werden kommen, Paten und einige andere liebe Verwandte. Wir werden schön Pizza essen gehen und am Nachmittag mit den anderen Neu-Schulkindern aus dem Haus im Garten feiern. Hoffentlich bei schönstem Wetter!

Am Samstag haben L1 und ich uns die große Liste ihrer Lehrerin geschnappt und diverse Geschäfte abgeklappert, um die ganzen Sachen zu besorgen, die für die Schule benötigt werden. Das war ganz wunderbar und hat mir sehr viel Spaß gemacht.

Kurz und gut: Ich halte mich an den Rat von Will an Lou, meinen Helden dieses Urlaubs, deren Liebesgeschichte ich regelrecht verschlungen habe: Sei furchtlos und unerschrocken und stolz. Fordere Dich heraus. 

Das gilt für mich wie für L1.

Samstag, 8. Juni 2013

Vom Ernst des Lebens - und der Freude aufs Lernen

Der Donnerstag war sehr ereignisreich: L1 hat ihr Seepferdchen gemacht! Juchhee! Und wir haben ihre Lehrerin kennengelernt. Ganz schön viel für einen Tag.

L's Schule hatte zum ersten Elternabend eingeladen. Ab jetzt lässt es sich nicht mehr verdrängen: nicht mehr lang und meine Tochter kommt in die Schule. Vermutlich geht es vielen Eltern (Müttern?) so: Zwei Herzen schlagen in meiner Brust, eines das voller Stolz und Freude ist und sich mit dem großen Kind freut und weiß, dass alles gut ist wie es ist - und das andere, das etwas beklommen ist und ängstlich und das ein paar Tränchen verdrückt und zögert und das die Zeit festhalten will. Schnief.

Ein bisschen leiser schlägt dieses zweite Herz seit vorgestern: Wir haben ein gutes Gefühl, unser Kind in diese Schule zu geben. Das liegt zu einem großen Teil sicher an der Lehrerin und der Horterzieherin, die ein eingespieltes Team zu sein scheinen, sich offenbar sehr schätzen, sehr erfahren sind ohne abgeklärt zu sein, ein großes Herz für Kinder haben und sich auf die Kinder freuen. Viel mehr kann man kaum erwarten.

Wir hatten bei der Anmeldung den Wunsch geäussert, dass L1 mit zwei anderen befreundeten Kindern zu dieser Lehrerin in die Klasse kommt. Wie bei "Wünsch Dir was" hat es geklappt. Jetzt werden sogar fünf Kinder aus unserer Straße zusammen die Schulbank drücken.

Für uns wird sich durch den Schulbeginn natürlich einiges ändern, der generell frühe Tagesbeginn, der viel engere Rahmen, neue Regeln, neue Bezugspersonen, keine spontanen Auszeiten mehr und lange Wochenenden ausser der Reihe... 

Überhaupt: der Schulbeginn. Kann es sein, dass es sich mit dem Festhalten am frühen Tagesstart verhält wie mit dem Umstellen auf Winter- und Sommerzeit? Alle Argumente sprechen dagegen, keiner will das, es ist sowas von gegen den Biorythmus - aber niemand versucht ernsthaft, etwas dran zu ändern. Im Sommerloch (wie passend!) gibt es immer mal wieder einen Hinterbänkler, der eines der Themen aufwirft, dann verschwindet es wieder in der Versenkung. Ich hasse es jetzt schon, genau wie die Zeitumstellung.

Für die Kinder wird die Trennung sicher am schwersten. Die beiden Mädchen kleben grad regelrecht aneinander, vor allem die Kleine kann gar nicht ohne ihre große Schwester. Aber wahrscheinlich geht die Veränderung dann doch einfacher als man vorher denkt.

Wir haben uns für die Schule um die Ecke entschieden, unsere Einzugsgebietsschule. Keine freie, demokratische oder sonstwie andere Schule, kein Waldorf (bäh), Montessori, kein JÜL, kein "besonderes" Konzept. Eine große Nachbarschaftsschule mit Kindern aus aller Herrenländer. Mit recht kleinen Klassen, einigen AGs, Schulgarten und viel Platz - und einem Schulgebäude aus den frühen Siebzigern, das dem Augenschein nach dringend saniert werden müsste. Ich schätze, als Eltern schulpflichtiger Kinder überkommt einen nochmal eher die Wut angesichts der zweistelligen Millionenbeträge, die der BER Monat für Monat verschlingt.

In seiner Vorstellung sagte der Rektor, dass wir einfach die Freude unseres Kindes teilen sollen -  und zusammen mit unserem Kind den Sommer genießen! Ich habe mir fest vorgenommen: Das werde ich!

Samstag, 13. April 2013

Perfekte Wochenenden

Am vergangenen Wochenende hatte ich familienfrei. Mann und Töchter waren noch in Westfalen. Meine Große hat dort einen Osterferienschwimmkurs gemacht. Da ich arbeiten musste, bin ich bereits am Mittwoch zurück - und hatte herrliche Tage. Schon die Zugfahrt war großartig: 3 Stunden völlig ungestört Zeitung lesen. Wie ein Freund schrieb: Der größte Reichtum ist die  Zeitsouveränität. Wie wahr!

Den Samstag nutzte ich komplett zum Nähen. Ich hatte ein Blusenkleid zugeschnitten sowie eines des Schützenfestkleides. Etwas entnervt gab ich bei der Hälfte des Blusenkleides auf - es war einfach zu eng. Der Stoff war nicht elastisch genug. 
Das Schützenfestkleid ist dann nach einigen Knoten im Kopf - wie geht das nochmal mit dem Reverskragen?!? - und einer spontanen Entknotung durch Frau Nahtzugabe irgendwann abends spät fertig geworden. Unsere Wohnküche sah vielleicht aus! Egal, es war ja niemand da, den es hätte nerven oder akut gefährden können...

Der Sonntag war dann ähnlich entspannt: Frühstück mit Zeitung, mit dem Rad zum Sport, dort meine Runden auf Laufband und im Pool gedreht und zum Mittagessen eine kleine Runde über den Flohmarkt am Maybachufer. Neben diesem wunderschönen Stoff hab ich noch was ganz besonderes gefunden: Meine in diesem Winter verlorenen Lieblingsmütze! Also nicht die selbe, aber das gleiche Modell.
An einem der Stände hielt eine Frau die Mütze hoch: Was soll die kosten? 2 €, antwortete die Trödlerin. Die potentielle Kundin lies sie wieder sinken - und ich schnappte sie mir.

Die Mütze ist ein Acryl-Modell von vor zwei Jahren von Hasiundmausi. Erst als sie weg war, merkte ich, wie sehr ich sie gemocht (und vor allem gebraucht!) hab :) ich hab mich dann noch zweimal an anderen Modellen "verkauft" - und freue mich so, dass ich im kommenden Winter wieder eine funktionierende Mütze hab.
Am Nachmittag kam dann meine Familie wieder - ich hatte sie langsam sehr vermisst und war froh, dass sie wohlbehalten zu Hause ankamen. Das Beste: Bei L1 hat es KLICK gemacht - sie kann schwimmen! Hach, mein Mutterherz ist ganz stolz un dich freu mich wahnsinnig. Was lange währt...

[Bei dieser Gelegenheit nochmal ein ganz großes DANKESCHÖN an meine nimmermüden Eltern, die besten Großeltern, die in das Schwimmlernprojekt sehr viel Energie und Engagement gesteckt haben!!!]

Ein zweites Blusenkleid, rot mit weißen Punkten, wartete dann diese Woche auf seine Fertigstellung sowie noch eines in graublau.

Leider ist auch dieses letzte, das graublaue, zu eng. Die Ärmel sitzen derart spack, das geht gar nicht. Und auch der Rest ist einfach nur eines: eine Nummer zu klein. Das rotweiße dagegen sitzt prima. 

Der Schnitt Vogue V8613 ist also etwas heikel: er verlangt nach Jersey bzw. elastischen Stoffen, mag jedoch keinen dünnen (Jersey-)Stoff und kann nicht gut mit nur moderat elastischen Stoffen. Tststs, ne ganz schöne Zicke ist das.

Naja, jetzt hab ich zwei schöne neue Kleider wenn wir morgen die angekündigten 20 Grad erreichen!

Genießt den Frühsommer!

Melleni


Samstag, 6. April 2013

Heute: Nähsamstag!



Selbst dem Liebsten ist es aufgefallen: Der letzte Post ist schon länger her.
Also lasse ich Euch heute einfach mal wissen, was für heute geplant ist: nichts als nähen.

Mann und Kinder verlängern ihren Osterurlaub in Westfalen und ich bin seit Mittwoch wieder in Berlin, ich muss ja arbeiten :)

Eine ausgedehnte Mittagspause am gestrigen Freitag wurde zum ausgiebigen Powershopping auf dem Maybachufermarkt genutzt, zusammen mit Lucy, Catherine und Wiebke konnte ich mich mit ausreichend "Stoff" für Frühlingsprojekte eindecken - auch wenn hier immer noch Zweifel bestehen, dass der Frühling jemals wieder kommt Wiebke uns davon überzeugen konnte, dass der ewige Winter ausgebrochen ist. 
Himmelfahrtskommando V4 
Anyway. Da ich einen wunderbaren Mantelstoff  gefunden habe, habe ich mich entschieden am Himmelfahrtskommando teilzunehmen.
Für heute sind nun zweieinhalb Kleider geplant: eine Neuauflage meines letztjähigen Schützenfestkleides sowie ein bereits fast fertiges und ein neues Halbblusenkleid. Mit welchem anfangen? Ich schwanke zwischen: Herausforderung (Schützenfest) und sicherer Sache (Hemdbluse). 

Erstmal das Bügelbrett ausklappen. Und die Ovi in die Küche holen. Und nen Tee kochen. Und genießen. Und freuen. Und...

Schönen Samstag allen!

Sonntag, 20. Januar 2013

Freude!

Das Baby meines Bruders ist auf der Welt. Ich bin zum ersten Mal Tante geworden! Hach, wie schön... Ich freu mich so!

Der Kleine hat uns ein bisschen warten lassen, gefühlt seit Weihnachten warteten die werdenden Eltern auf ihren Sohn. Tatsächlich war er jetzt eine Woche "drüber" und gestern war es dann soweit: Er wollte raus.

Mutter und Kind sind wohlauf, der Kleine ist gar nicht so klein. Ich bin gespannt, was für ein Menschenkind da zu uns gekommen ist.

Ich wünsche dem Kleinen ein gutes Ankommen in der Welt - und seinen Eltern viel Freude und Glück mit ihrem Kind.

Und ich freu mich so für meine Kinder, dass sie jetzt einen kleinen Cousin haben und für meine Eltern, dass sich die Enkelschar vergrößert. Und ich bin so gespannt, wie er aussieht. Hach, ist das schön!

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Und noch ein freudiges Ereignis hat diese Woche geprägt: Am Montag hab ich die Zusage für einen neuen Job bekommen. (War ja eigentlich klar, dass es klappt: Nach intensiver Nachhilfestunde in empirischer Sozialforschung mit Frau Dr. Kirsche, was soll da noch schief gehen?!? Danke, Herz!)
 
Ich werde ab Februar also zwei halbe Stellen haben an zwei Unis in der Region. Das wird spannend - bislang hab ich nur selten in Vollzeit gearbeitet. Jetzt gibt es Gelegenheit, mal auszuprobieren, ob und wie das klappt.

Der neue Job ist inhaltlich sehr interessant und da ich bislang immer projektbezogen beschäftigt bin, bietet er die Gelegenheit, ein neues Standbein aufzubauen und neue Perspektiven zu entwickeln. Ach ja: Geld verdienen werde ich damit natürlich auch :)

Mir wird ein bisschen schummrig, wenn ich daran denke, dass meine Zeit ab Februar sehr viel knapper wird: knapper für gemeinsames Frühstücken, knapper für Mittagessen mit netten KollegInnen, knapper für Schlaf, knapper fürs Nähen, knapper fürs bloggen... und natürlich auch knapper für Zeit mit meinen Kindern. Fulltime ist was andres als 28+x Stunden, das ist mir klar. Es gilt neue Routinen zu entwickeln, die Zeit zu optimieren, mich zu konzentrieren - und bei all dem, gute Laune zu behalten.

Vollzeit ist alles andere als mein Ideal. Ich komm jetzt aus meiner Komfortzone raus und werde hinterher schlauer sein als jetzt. Ich seh es so: Es gibt jetzt die Chance, das mal auszuprobieren. Der Liebste hat so den Rücken frei für seine berufliche Neuorientierung und sein Studium - und er hält mir den Rücken frei, während ich die Brötchen verdiene. Macht Sinn.

Ich bin zuversichtlich, dass das Nähen nicht unter die Räder kommt - und dass ich mit neuen Routinen, nach einer gewissen Übergangszeit, auch weiterhin mit dem Blog hier weitermachen kann. Ich schätze, ich muss meine Prioritäten neu überdenken - und hoffe, dass nichts über Bord geht. Drückt mir die Daumen!

Sonntag, 30. Dezember 2012

Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden

Jetzt, da Weihnachten 2012 endgültig rum ist und das Jahr sich unaufhaltsam auf der Zielgeraden befindet, ist Zeit für einen kleinen Rückblick auf das endende Jahr - und ein Lebenszeichen von mir, der blog soll schließlich nicht mit Liedern für den letzten Tag und meiner Ausgebremst-Jammerei das Jahr beschließen.

Deshalb vorweg: Ich hab eine recht entspannte Zeit hinter mir. Die ganze Familie hustet grad zwar vor sich hin, aber ansonsten sind wir fit, guter Dinge und entspannt.

Wir sind nach wie vor in OWL, wo die Tage herrlich angenehm vor sich hinplätschern. Zunächst dachte ich, ich wäre doch gerne früher wieder in Berlin, die Stadt ist ja zu dieser Zeit herrlich leer und man hat sie fast für sich allein. So dann vielleicht auch die Museen, vielleicht auch das ein oder andere Kindertheater, das Fitnesscenter mit Kinderbetreuung... Aber der Liebste überzeugte mich dann, dass es gut ist wie es ist. Und er hat recht gehabt.

So richtig in Weihnachtsstimmung bin ich dieses Jahr kaum gekommen. Trotz Besuch des Krippenspiels an Heiligabend und des Weihnachtsgottesdiensts am 1. Weihnachtstag - mir war nicht richtig weihnachtlich zumute. Muss ja auch nicht.

Die weiteren Highlights:

*Adventssekt am vierten Advent mit "alten Freundinnen und Freunden" bei mir

* Zwei absolut lustige Mensch-ärger-Dich-nicht-Turniere am 1. und 2. Weihnachtstag mit meiner Mutter, die knallhart und ohne Verluste rausgeschmissen hat, wer ihr in den Weg lief, ob ihre eigenen Kinder oder ihre hochschwangere Schwiegertochter. Ich hab mich weggelegt vor Lachen!

* Gefühlte 2 Kilo Dominosteine als Nervennahrung vor, nach und beim Spielen

* Gleich zwei Mal Kino, und dann auch noch 3D: Life of Pi und Der Hobbit - ohne (bezahlten) Babysitter: der pure Luxus für Eltern ohne Großeltern in der Nähe

* Ein Treffen mit Miss Margeritte/Hella. Als ich las, dass sie zu Weihnachten bei ihren Eltern ist, schlug ich vor, sie in ihrem Heimatstädtchen zu besuchen. Da unser Auto krank war, wurde der Busfahrplan studiert und auf ging es mit dem ÖPNV in die ehemalige Kreisstadt - eine eher ungewöhnliche Art der Fortbewegung hier, da praktisch jeder Auto fährt. Es hat Spaß gemacht! Meine Große ließ sich mit einer Fahrt im "Schulbus" locken - und der Aussicht, Hellas Baby kennenzulernen. Dies war dann auch der gefühlte Höhepunkt des sehr kurzweiligen, wunderbaren Nachmittags: Der Süße kam mit seinem Papa auf nen Schnack vorbei.

* Spaziergänge und Schwimmbadbesuche

* Ausgiebiges Lesen: Im letzten Jahr hab ich das Dossier der ZEIT über das Sozialexperiment gelesen: Zwei Reporter, als Odachlose verkleidet, sind eine Woche im Taunus unterwegs, um zu erfahren, wie man in der reichsten Gegend Deutschlands mit Armen umgeht: Maria und Josef im Ghetto des Geldes. Der Text hat heftige Reaktionen hervorgerufen, u.a. in Form von Leserbriefen sowie einer anschließenden Diskussion vor Ort. Den Empfehlungen der Leserbriefe folgend, wurde dieses Experiment nun in Berlin-Neukölln wiederholt - mit vermeintlich ungeahntem Ausgang: Maria und Josef in Neukölln.


Morgen fahren wir dann nach Kassel, zu meinem Bruder und seiner "brütende" Freundin, um mit ihnen Silvester zu feiern. An Neujahr geht es dann zurück nach Berlin. Die Kinder dürften dann wieder reif sein für die Kita - und wir stürzen uns in das neue Jahr.

Was es bringt? Wer weiß...
Ganz sicher werden sich einige Dinge neu ordnen. Mein Mann, derzeit gut beschäftigt mit seinem Studium und dem Hauptanteil der Versorgung der Brut, wird sich in 2013 beruflich völlig neu ausrichten. Derweil sorge ich für die Brötchen - es könnte sein, dass ich aufstocke und mehr arbeite, das ist aber noch gar nicht sicher.

Sollte es so kommen, hätte das natürlich Einfluss auf meine sonstigen Aktivitäten. Ganz sicher würde ich weniger - dafür konzentrierter? - Nähen. Und das bloggen, das in diesem Jahr recht extensiv und raumgreifend von mir betrieben wurde, würde sich sicherlich verändern. Ich hab da noch keinen Plan, sind ja alles noch ungelegte Eier, aber: Alles ist im Fluß!
Das wichtigste, weil einschneidenste Ereignis im nächsten Jahr wird sicherlich die Einschulung von L1 sein. Ich werde mich im verbleibenden halben Jahr darin üben, mich, so wie sie, auf dieses für sie lang ersehnte Ereignis zu freuen.

Vorsätze für das neue Jahr hab ich keine, die hartnäckige Verspannung neulich und der Besuch beim Physiotherapeuten hat mir aber klargemacht, dass es schlau wäre, die schönen Kurse und Angebote meines Fitnessstudios im neuen Jahr doch einfach mal zu nutzen (nicht dass wir uns falsch verstehen: ich bin sehr regelmäßig dort, jedoch mach ich da mein Standardprogramm und besuche keine Kurse - das ändert sich jetzt). Auch dies wird Zeit brauchen, die ich anderswo - beim Nähen und bloggen - einsparen werde.


Für einen eigentlich geplanten Kleider-Rückblick hat es heute nicht gereicht und auch ein Nähausblick auf das neue Jahr muss noch warten. Getreu dem Motto: Leben ist das, was passiert, während du dabei bist, andere Pläne zu schmieden lasse ich es für heute dabei bewenden. In diesem Sinne: Für 2013 wünsch ich mir Gelassenheit!
Rutscht gut in ein gesundes und gutes Jahr 2013! Wir sehen uns!

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Ausgebremst - rien ne vas plus

Meine ToDo-Liste für diese Woche sah wie folgt aus:

1. Drei ganz, ganz wichtige Dinge noch bei der Arbeit fertig bekommen: eine überarbeitete website lesen und freigeben, diverse Texte lesen und das empirische Material der letzten Wochen durchgehen, überarbeiten und an die Kolleginnen schicken

2. Mich um meinen Riesterrentenvertrag kümmern: Muss ich diesen Zulagenantrag jetzt jährlich stellen? Rausfinden!

3. Endlich mal eine Zahnzusatzversicherung abschließen

4. Zahnarzttermin am Donnerstag

5. Irgendwann zum Sport

6. Weihnachtsumtrunk in netter Runde am Mittwoch abend

7. Kleine Geschenke besorgen für unsere "Perle", die uns im Hauhalt hilft, eines zum Kindergeburtstag

8. Geschenke der Kinder für den Weihnachtsmann in der Kita pünktlich (!) einpacken und zur Kita schaffen

9. Freundin B. eine ewig auf der ToDoListe stehende Mail schreiben

10. Mein Weihnachtskleid fertig nähen - es fehlen ja nur noch die Ärmel! - sowie zwei Geschenke, die halb fertig sind

11. Zwei Geschenke-Pakete einpacken, Karten schreiben und rechtzeitig zur Post bringen

12. Den Kühlschrank aufräumen

13. Elternstammtisch am Donnerstag (wurde bereits gecancelt, puh.)

14. Koffer und Geschenke packen, Wohnung klarmachen und am Freitag Richtung Weihnachtsferien aufbrechen (verschoben auf Samstag!)


Eine ganz normale Woche also, eigentlich. Ist alles machbar, ich bin gut präpariert, hinter manchem steckt nicht mehr als ein Anruf. Und dann werde ich ausgeknockt. Aber sowas von.

Sonntagnacht um 4 weckte mich etwas unsanft ein Magengrummeln: ein Magen-Darm-Virus hatte mich erwischt. Zwar blieb es bei einem Anfall, jedoch war ich von da an den ganzen Tag sprichwörtlich an das Bett gefesselt. Mein Kreislauf war völlig hinunter (ich bin bei einer solchen Aktion schonmal ohnmächtig geworden...), jedes Aufstehen unendlich mühsam. Da wir eine Maisonette-Wohnung haben und ich mich nicht die Treppe hochtraute verbrachte ich den ganzen Tag käsebleich und völlig fertig, meistens schlafend im Bett, bei einem Glas Wasser. Abends, als die Kinder und mein Mann wieder da waren, ging es wieder halbwegs, so dass die mitgebrachte Cola, sowie Reis und Schoki, in kleinen Mengen, gegessen werden konnten.

In der folgenden Nacht wanderte dann der schon fast auskurierte steife Hals von rechts nach links und ließ mich unsanft wachwerden. Seitdem hatte ich unglaubliche Nackenschmerzen, die mir sowohl das Liegen als auch das Aufstehen und Sitzen fast unmöglich machten. 

Den Tag gestern verbrachte ich dann mit den Punkten 2 und 3, sowie schlafen, wärmen und baden, einem Arztbesuch und Schmerztablettenkauf, dem Verschicken der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, einer Mail an die Kolleginnen, dass wir uns dieses Jahr wohl nicht mehr sehen und einem Besuch bei der Physiotherapie.

Die Schmerztabletten halfen und schlagen - wie versprochen - hammermäßig auf den Magen. Heute morgen fühle ich eine halbstabile Besserung. Mal sehen, was der Tag so bringt. Ich werde es auf jeden Fall ruhig angehen lassen heute und auch morgen.

Ich hasse es, so ausgeknockt zu werden. Der Liebste sagt dann immer nur: Du machst zu viel. Das hasse ich auch. Und dann füge ich mich in mein Schicksal und bin ein bisschen labil.

Beim Arzt gestern las ich in der Brigitte (*augenroll*), dass für "uns" diese Zeit zwischen den Jahren so schwer ist, weil sie dazwischen liegt, man nicht mehr im alten Jahr und noch nicht im neuen ist und dass "wir" nicht viel mehr machen können als die Zeit verstreichen lassen, "wir" uns darauf einlassen sollten, nicht planen sollten, sondern einfach treiben. Jaja.

In diesem Sinne wurde hier schon Sonntagnacht beschlossen, dass Punkt 10 in diesem Jahr nichts mehr wird. So schade ich es finde - es ist kein Weltuntergang. Einfach mal den Abend auf dem Sofa verbringen und durch die Kiste zappen hat auch was für sich.

Ich wünsch Euch allen eine entspannte Woche! Lasst Euch nicht unterkriegen - und lasst einfach was liegen!

Melleni


PS: Auch wenn der MeMAdeMittwoch in seinem wohlverdienten Weihnachtsurlaub ist: auf dem MMM-Blog geht es heute ganz schön ab: einfach mal gucken!