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Freitag, 1. Mai 2015

Viskose! Viskose!

Ihr Lieben,
der Tag beginnt super: ich habe Zeit, Euch zu schreiben!
Und zwar über meine letzte Marktausbeute...
Am letzten Samstag fuhr ich zum Neukölnner Stoffmarkt, mit dem festen Plan (nur) 2m Einlage und 10 Knöpfe zu kaufen.
Als ich dann jedoch das Angebot an Viskosestoffen sah, musste ich alle halbgaren guten Vorsätze sausen lassen. Schöne Kleider- und Blusenstoffe aus Viskose werden auf dem Markt ja nur sehr selten angeboten. 
Für die Berlinerinnen zur Info: Die Viskosestoffe gibt es bei der Händlerin, die in der Regel immer gute Wollstoffe und Jerseys anbietet, Ihr wisst schon...

Aber seht selbst:
der braun-creme gepunktete, der Konfettistoff und der mit den Blumen sind Viskose-Webware, der linke in koralle-braun ist ein vielversprechender Jersey.



Der Konfetti könnte ein schönes Geburtstagskleid werden. Was meint Ihr? Zur Sicherheit hab ich gleich 5m genommen.



Es war nicht einfach, sich aus dem riesigen Angebot an Blumenmustern zu entscheiden...



Der Jersey ist für ein weiteres Tiramisu vorgesehen.

Und hier die fast fertigen Ergebnisse der letzten Zeit: Die werden wohl heute fertig!


Ihr Lieben, ich wünsch Euch einen sonnigen, friedlichen 1. Mai!

Freitag, 3. April 2015

Brief von Melleni # 4

Ihr Lieben,
heute sende ich Euch herzliche Grüße aus einem vor-österlichen Kurzurlaub aus dem kleinen B., meiner alten Heimat.

Das Wetter war so was von beschissen, aber dafür war das Essen gut :)

Wir sind am letzten Freitag mit Mann und Maus, Sack und Pack losgefahren, nicht ohne vorher noch zum Maybachufer zu fahren, um dort im strömenden Regen (!) dringend benötigten Stoff zu kaufen. Und zwar einen hübschen Ringeljersey in marine-beige sowie einen wunderschönen Blumenstoff, der große Retro-Potential hat. Julia hat bereits berichtet, dass ein Stück des schönen Stoffes bei ihr angekommen ist, als Dank für eine viel zu lange Schnittmuster-Leihgabe.

Zum ersten Mal habe ich meine Nähmaschine eingepackt - ich frage mich, warum ich nicht vorher auf diese großartige Idee kam. So konnte ich, ganz entspannt, meinen Rockabilly-Rock säumen, ein weiteres Knotenkleid nähen (persönliche Bestzeit: 1:20, inkl. Zuschnitt!!!), sowie ein Original-40er-Kleid anfangen. Letzteres aus dem Blumenstoff, ich hoffe sehr, dass es gut wird. Drückt mir mal die Daumen!



Auf der Hinfahrt las ich von einer interessanten Ausstellung, die derzeit in Berlin stattfindet: GUTER STOFF. Kleidung im DDR Alltag, an der HU. Die werde ich mir ganz sicher ansehen - vielleicht ist das ja eine Idee für den Besuch von Juli?

Ebenfalls auf der Hinfahrt lief unser derzeitiger Dauer-Hit für langen Autofahrten:



Bevor wir am Freitag losfuhren kümmerte ich mich noch um meine Overlock. Ihr erinnert Euch? Nachdem sie eine Nadel verloren hatte, machte sie Zicken, ich habe sie bestimmt 17 mal neu eingefädelt und justiert, ohne nennenswerten Erfolg. Das Stichbild blieb unschön.

Ich hatte eigentlich vor, auf der Fahrt nach OWL beim Nähmaschinencenter vorbeizufahren und mir dort helfen zu lassen. Schlauerweise rief ich vorher dort an. Der Berater hatte die Lösung: Die Fäden nach einer sehr ausgeklügelten Systematik einfädeln ("so wie Zahnseide halten"), das müsste eigentlich klappen. Und tatsächlich: Gleich beim ersten Versuch war alles wieder gut! Ich bin beeindruckt über dieses Fachwissen und sehr happy!

Neben dem Nähen stand in OWL zweierlei auf dem Plan: Schaun das Schaf - der Film gucken - und meiner Freundin M. bei einigen Vorbereitungen zur Wiedereröffnung von Frau Alois helfen.

In weniger als 2 Wochen ist es tatsächlich soweit: Das Geschäft wird (wieder-) eröffnet. Wer am 13.4. in der Nähe ist (Stichwort: Orgelstadt), ist ab 11 Uhr herzlich willkommen! Eigentlich hatte ich fest vor, auch dort zu sein - NATÜRLICH!!! - aber im Moment sieht es fast so aus, als würde mir ein wichtiger beruflicher Termin einen Strich durch die Rechnung machen... Ich hoffe, dass es dennoch klappt!

Könnt Ihr Euch vorstellen, wie ich mich freue? Ich bin so gespannt, was die Kunden sagen werden, wie es für M. wird, dann wirklich diesen Laden zu führen, und wie es laufen wird. Wir reden gerade viel über alles, was mit dem Laden zusammenhängt, ich helfe ihr, wo es geht und sinnvoll ist und versuche ihr den Rücken zu stärken, wenn Zweifel kommen. Ich drück ihr, dem Laden und dem Ort von ganzen Herzen die Daumen, dass es gut läuft. Bin sehr guter Dinge!

Hier ein paar Impressionen: So sieht es jetzt, unmittelbar vor der Wiedereröffnung aus:




Diese kleine Bibliothek war vorher im ganzen Laden wild verstreut - und wurde vermutlich kaum genutzt. Jetzt herrscht Ordnung, so dass die Kunden auch etwas davon haben.


Ich habe einen "kleinen" Stapel Stoffe aussortiert und zum "Reste-Verkauf" mitgebracht:



Soviel für heute aus dem kleinen B. Auf bald!
Melleni

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Handarbeitengeschäft in OWL abzugeben // Gründerin gesucht!

Wer hier schon länger liest, hat schon das ein oder andere Mal von "Frau Alois" gelesen. In meinem Heimatort gibt es ein Stoffgeschäft, das von eben dieser Frau Alois - die natürlich eigentlich anders heißt - geführt wird. Leider muss ich sagen: Geführt wurde - Frau Alois ist vor zweieinhalb Monaten verstorben. Mich hat diese Nachricht sehr traurig gemacht - ich habe sie sehr geschätzt und bin, wann immer ich in der Heimat war, zu ihr gegangen und habe selten ohne Schätze das Geschäft verlassen.

Bei einem dieser Besuche habe ich einen kleinen Rundgang durch den Laden unternommen: hier könnt Ihr Euch einen Eindruck verschaffen.

Das Geschäft gibt es schon immer. Als ich ein kleines Mädchen war, hat meine Mutter dort Stoff gekauft, mit dem die Damenschneiderin im Ort mir ein Kinderschützenfestkleid nähte. Bei Frau Alois gibt es alles, was das Handarbeitsherz begehrt. Und noch mehr.

Schon vor Wochen habe ich mit der Tochter von Frau Alois Kontakt aufgenommen, um mit ihr über eine mögliche Zukunft des Geschäftes zu sprechen. Zusammen mit Freundinnen habe ich "rumgesponnen" und Ideen entwickelt, wieder verworfen, neu überlegt...

Die gehen in etwa so: Das Angebot müsste sanft aber wohl umfassend modernisiert werden, das Stoffangebot müsste verändert werden und man müsste neue Angebote machen - ich denke da an Nähkurse, Stichwort: Nähcafé. Am Geschäft selbst müsste man erstmal gar nicht so viel ändern: dem Charme des Ladens täte das nicht gut.

Der Laden ist etabliert, die Leute sind froh, dass sie dort alles bekommen, was sie brauchen. In den letzten Jahren ist auch dort eine kleine Handarbeitsrenaissance spürbar, die man sicher nutzen und ausbauen könnte.
Kurz & gut: Der Laden hat Potentiale und Stärken - aber man müsste auf jeden Fall ein neues Konzept entwickeln, um ihn wirklich profitabel und zukunftsfähig zu machen.

Ich habe tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, ob man das von Berlin aus machen könnte. Eine naive Vorstellung, ich weiß. Jetzt möchte ich aber doch noch diese kleine Chance nutzen und über diesem Weg in die Runde fragen:

Wer träumt schon lange von einem kleinen Näh- und Handarbeitsgeschäft und hat Lust, sich mit Ideen, Charme und Chic diesen Traum zu erfüllen?

Ich wäre dabei und würde unterstützen - so wie auch eine Freundin von mir, die vor Ort ist, eine erfahrene Handarbeiterin und Handwerkerin, die ihre umfassende Unterstützung zugesagt hat.

Das Geschäft liegt in Ostwestfalen, im Postleitzahlen-Bereich 34xxx (der Ort hat das erste Orgelmuseum Deutschlands :) Genau da!

Falls es jemanden da draußen gibt, der jetzt denkt: die meint doch mich - oder meinen Freund/Mutter/Tochter - dann meldet Euch bei mir (talentfreischoen_melleni at web Punkt de) so schnell wie möglich. Viel Zeit ist nicht mehr: Der Ausverkauf läuft.

Ich freue mich auf jede Mail!

Dienstag, 25. November 2014

Nähen - Reisen - Stoffe kaufen: Teil 2 (Aachen und Solingen)

Kurz nach dem wunderschönen Näh-Freundinnen-Wochenende nach Bremen und Osnabrück fuhr die ganze Familie ins Rheinland, nach Aachen, Köln und Düsseldorf. Der Besuch "alter" Freunde aus Studienzeiten stand für die diesjährigen Herbstferien auf dem Plan. Spannend, in kurzer Zeit so viele Freunde und deren Familien zu treffen, die wir sonst so selten sehen. Und auch spannend, die Stadt in der man viele Jahr gelebt hat nach einigen Jahren wieder zu erkunden. Aachen hat sich gar nicht verändert - so mein ständiger Gedanke. Das stimmt natürlich nicht ganz, einige Ecken sehen völlig anders aus. aber im Großen und Ganzen ist doch vieles so geblieben "wie ich es verlassen habe".

Da wir in Aachen ein bisschen mehr Zeit hatten, nutzte ich die Gelegenheit, einige Stoffgeschäfte zu besuchen, die mich damals, als ich in der Stadt noch lebte, gar nicht interessierten. Als erstes steuerte ich Stoffe Tetik in der Komphausbadstraße - was für ein Name! - an. Bei Tetik habe ich schon ein paar Mal Stoffe bestellt und auch dieses Mal verbrachten wir - L1 und ich, sie ist ja jetzt angefixt - einige Zeit in dem Geschäft - das wir schließlich aber doch ohne Ware verließen. Die Stoff Insel, die ich zufällig entdeckte, hat sich ganz der bunten Welt der Baumwollstoffe verschrieben - ein Angebot, das mich so gar nicht reizte, und so blieben wir nur ein paar Minuten.

Anders bei Stoffe Mommertz - typisch, dieser Name! - dort bin ich gleich zweimal hingefahren. In dem Fachgeschäft berät und schneidet der Chef noch selbst. Eine ansehnliche Auswahl an Stoffen aller Art zu mittleren Preisen finden sich in dem kleinen, alteingesessenen Geschäft in der Bahnhofstraße. Ganz lange streichelte ich einen tannengrünen Wollstoff, entschied mich aber schließlich für einen schönen knallroten Viskosemischstoff sowie einen klassischen schottischen Karostoff.

Von Aachen ging es über Düsseldorf weiter nach Solingen. Während die Stadt für den gemeinen Touristen nicht gerade mit einer Fülle an Highlights aufwartet, können Nähnerds mit Hang zur Nostalgie und einem Faible für schöne und hochwertige Stoffe ein wahres Eldorado entdecken: Den Stoff-Dschungel.

Der etwas merkwürdige Name sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen wirklich ganz besonderen Ort handelt. Das Geschäft wurde mir empfohlen mit den Worten: "Fahr da mal hin, das ist ganz schön da. Da gibt es ganz viele Oma-Stoffe."  (Leider war die Batterie meiner Kamera fast leer, sonst hätte ich noch etliche Fotos gemacht...)


Das machte mich natürlich neugierig und ich war froh, dass wir an einem Freitag in Solingen waren: Der Stoff-Dschungel hat nur an zweieinhalb Tagen geöffnet. Das Geschäft besteht aus 4 oder 5 hintereinander liegenden Räumen. in denen ursprünglich eine Industrienäherei betrieben wurde, heute werden dort hochwertige Stoffe sowie Markennähmaschinen angeboten.

Von der Decke des Geschäfts, das herrlich altmodisch ausgestattet ist, hängen unzählige Stoffbahnen - eine interessante Art der Präsentation. Zuerst dachte ich, es wären Stoffreste. Tatsächlich werden so die Stoffe in 1,5-, 2- und 3m-Stücken präsentiert.


Ich habe bestimmt drei Runden durch alle Räume gedreht und alle Stoffe ausgiebig befühlt, ehe ich mich für zwei sehr schöne Stücke entschied. Neben dieser ungewöhnlichen Art der Präsentation fallen Qualitäten und Preise auf: Ich habe keine Stoffe über 10€/m für die wirklich hochwertigen Kleiderstoffe aus Woll- und Mischqualitäten gesehen. Die Entscheidung viel sehr schwer!

Mit dem Inhaber hatte ich einen interessanten Plausch über sein Konzept, sein Geschäft und die für mich beste Overlock. Er bestätigte, dass auch im tiefen Westen eine Renaissance des Nähens und der Handarbeiten zu verzeichnen seien: Die schwierigen Jahre sind vorbei, es wird wieder genäht, sowohl in den Schulen als auch privat.

Nach anderthalb Stunden und mit einem schönen Paket im Arm, verließ ich das Geschäft, froh, den Stoff-Dschungel entdeckt zu haben. Ich würde jetzt zwar nicht so weit gehen zu sagen: Schade, dass ich nicht in Solingen wohne... Aber allen, die in der Nähe wohnen sei ein Besuch dringend empfohlen! Aber achtet bitte auf die Öffnungszeiten...

Dienstag, 19. August 2014

Im Afrikafieber

Kaum aus dem Urlaub in Oberbayern zurück, wartete eine Großbestellung auf mich: Wax Prints from Africa London! 
Aber der Reihe nach: Wie hier ausführlich beschrieben, haben mich zuerst Suschnas Überlegungen zu "echten" Afrikastoffen und dann Lena Hoscheks diesjährige Fashion Week Show zu einem cross over Dirndl inspiriert, a la Bayern meets Afrika.
Passende, wirklich schöne Stoffe waren schnell gefunden: Die Auswahl bei Empire Textiles ist groß, die Stoffe günstig und man entdeckt immer wieder was neues, schöne Details und Muster.

Leider konnte ich unsere Bayern-Reise nicht für einen Abstecher nach München nutzen, um mir die tollen Modelle von Noh Nee anzusehen und mir Inspiration zu holen. Statt dessen nutzte ich die wenigen Gelegenheiten, zu denen ich W-Lan hatte, um mich für eine halbwegs finanzverträgliche Auswahl an Stoffen zu entscheiden und mit den Mit-Bestellerinnen dahoam zu kommunizieren.

In der Zwischenzeit hatte sich nämlich eine immer größer werdende Runde Nähnerds zusammengefunden, um eine Bestellliste zu entwickeln. 6 yards von jedem Stoff wollen gut aufgeteilt sein, also müssen Ideen gesammelt und Listen geschrieben und überarbeitet werden.

Diese Aufgabe übernahm dankenswerterweise Lucy. So gab es nach meiner Rückkehr eigentlich nicht mehr so viel zu tun: Letzte Liste zusammenstellen, nochmal checken und das Finanzielle bestätigen lassen. Und dann: der große Moment: die 500 €-Bestellung abschicken.

Puh, das war spannend, zumal zwischenzeitlich immer wieder Stoffe verschwanden. Eben noch im Netz, waren sie jetzt schon ausverkauft. Listen also nochmal anpassen, neu ausrechnen... Irgendwann war es dann geschafft!

Das war am Samstag vor einer Woche. Am darauffolgenden Montag dann erhielt ich die Nachricht: Your order has been dispatched. Uups, das ging aber schnell! Und am Mittwoch dann die Info, dass mein - unser - Paket am Donnerstag voraussichtlich zwischen 12.55 und 13.55 Uhr zugestellt wird. Und genauso kam es: Um 13:30 MEZ brachte ein sichtlich angestrengter Paketbote das recht kompakte, aber sauschwere Paket in unsere Wohnung in den 4. Stock.  An dieser Stelle: Vielen, vielen Dank!

Sofort machte ich mich mit L1 ans Auspacken (leider nicht doskumentiert) - und war begeistert! So viele schöne, besondere Stoffe! Im gleichen Moment ärgerte ich mich, den ein oder anderen Stoff wieder von meiner Liste genommen zu haben...

Hier ein Eindruck der ganzen Pracht:



Die Stoffe mussten dann noch ein paar Tage unter unserem Schrank verbringen und wurden nun gestern von mir im Großkoffer zu Lucy gerollt. Ich sag Euch: 72m Stoff tragen sich nicht mit links!

Lucy war schon vorbereitet für die anstehende Verteil- und Versendearbeit. Wir machten große und kleine Stapel, maßen Teilstücke aus und schnitten zu. Am Ende wurden die Stapel in vorbereitetes Packpapier verpackt und mit Adress-Aufklebern versehen. In den nächsten Tagen werden sie dann wohl ihren Weg zum Herm*s Shop finden und dann die anderen Frauen - hoffentlich - erfreuen!

Hier die Pakete im Überblick:
 

Noch ein Wort zu den Stoffen: Die Muster sind allesamt sehr groß, deutlich größer als sie im Shop wirken. Das macht aber nichts: Die Muster und die Farben sind toll. Die Stoffe sind, wie zu erwarten, imprägniert und dadurch zunächst recht fest und steif. Das gibt sich aber mit dem ersten Waschen. Für das im Übrigen Farbfangtücher empfehlenswert sind: sie bluten nämlich ordentlich aus. Die unterschiedlichen Preise machen sich übrigens offenbar in unterschiedlichen Stoffqualitäten bemerkbar: manche Stoffe wirken wie Leinen, andere sind so fein wie Seide!

Mein Fazit: Eine tolle Aktion, die mir Spaß gemacht hat und eine interessante Erfahrung. Der Shop ist absolut empfehlenswert und die Stoffe sind ganz anders, als das was es hier in den klassischen Afrikashops so gibt. Und: Wir haben locker das Porto gespart, damit hat es sich ja doppelt gelohnt :)
Vielen Dank, Lucy, für die Listenschreiberei und Vor- und Versandarbeit - und danke an die Mitbestellerinnen für die Experimentierfreude!

Hier noch ein kleines Video, das den Markt von Kumasi zeigt, den wohl größten Markt in Westafrika mit einer riesigen Stoffauswahl, der mich 1998 schon sehr begeistert hat (obwohl ich da noch gar nicht genäht habe) und den ich sehr gerne mal wieder besuchen würde:



Freitag, 22. November 2013

Weihnachtskleid Sewalong auf den letzten Drücker

Auf die Frage aus den Reihen der MMM-Crew, wer von uns bei Katharinas Sew-Along mitmacht, war meine Antwort sinngemäß: "Ich passe. Bei den letzten Sew-Alongs hab ich immer im ersten Drittel schlapp gemacht. Terminnähen und darüber bloggen ist zu Zeit nichts für mich."
Eigentlich stimmt das auch. Ich hab grad auch gerne mal zwei Wochen, an denen ich nicht an die Maschine komme - und wenn ich auf den Kalender gucke, ist Weihnachten nicht mehr wirklich lang hin.
Einerseits.

Andererseits hat es mir dann beim Durchklicken durch die lange, lange Linkliste doch in den Fingern gejuckt. Und mir ist dieser Schnitt eingefallen, den ich schon länger hier liegen habe und aus dem sich Catherine vor zwei Jahren ein knalliges Silvesterkleid genäht hat. Der würde sich ja schon mal anbieten.


 



So. Die Idee war also in der Welt. Und so ein nicht allzu kompliziertes Kleid sollte ja auch zu machen sein. Und dann hab ich mich noch mehr inspirieren lassen und u.a. bei Frau Knopf dieses Kleid aus der aktuellen Meine Nähmode gesehen, die ich vor ein paar Tagen auch gekauft habe.

Der Vorteil dieses Schnittes wäre, dass ich hierfür schon einen möglichen Stoff hätte. Diesen wunderbaren Winter-Viskose-Stoff, frisch importiert aus Krakau. Der würde von der Menge leider nicht für den Butterick-Schnitt reichen.

So oder so müsste ich ein Probekleid machen, um sicher zu sein, dass der Schnitt passt.

Ich gucke jetzt mal, ob die Linkliste noch offen ist und reihe mich ein in die große Schar der Weihnachtskleinäherinnen. Und dann bin ich einfach mal zuversichtlich, dass ich nicht nur das Kleid fertig bekomme sondern auch noch drüber blogge.

Samstag, 9. November 2013

4 Tage Krakau - Stoffkaufen und entspannen in Polen

Zum letztjährigen Weihnachten habe ich meinem Mann und mir einen Gutschein für zwei Übernachtungen in einem europäischen Hilt*n-Hotel der Wahl geschenkt, die der große Kaffeeröster vertickte. Diesen Gutschein plus eine Zusatzübernachtung haben wir am vergangenen Wochenende nun endlich eingelöst. Ursprünglich bereits für den Oktober geplant, mussten wir den Trip und den dafür notwendigen Großelternbesuch für die lieben Kleinen masterarbeitsbedingt um 3 Wochen verschieben.

Am Samstag ging es früh morgens los mit dem Auto gen Osten. Anders als gedacht, waren wir nach genau 6 Stunden am Ziel, auch das Hotel war schnell gefunden: Ein typisches Stadt- und Konferenzhotel, außen: hässlicher Zweckbau, innen: tipptopp-gediegene Cityhotelausstattung. Ein Hotel, das so auch in Mainz, Malmö oder Madrid stehen könnte.

Da die Kamera zu Hause blieb und ich die Fotos nicht vom Handy kriege (shame on me), kann ich die Reise leider nicht bildlich untermalen. Worte müssen heute reichen.

Im Vorfeld hatte ich schon ein paar Tips für die Reise bekommen. Außerdem wollte ich zusammen mit unserem muttersprachlichen Nachbarn L. noch eine Recherche für Stoffläden in Krakau unternehmen. Die Zeit rückte voran und ich kam und kam nicht dazu, mich hierzu mit L. zu treffen. Nicht nur das nähen und bloggen kommen zur Zeit ein wenig unter die Räder.

So ganz ohne konkrete Adressen von Stoffgeschäften machten wir uns am ersten Abend auf in Richtung Kazimierz, dem ehemaligen jüdischen Städtchen, das heute, topsaniert, zu Krakau gehört und uns doch sehr an Prenzlauer Berg in klein erinnerte.

Ihr werdet es kaum glauben: Kaum angekommen, stolperten wir über drei Stoffgeschäfte und ein Nähcafe :)

Ein guter Tip ist das Geschäft Kakadu in Skałeczna 1 Ecke Krakowska. Ein kleines, gutsortiertes Geschäft mit ansehnlicher Auswahl an Stoffen zu moderaten Preisen. Gleich um die Ecke gibt es zwei weitere Geschäfte: Dee Dee Mode, Ul. Krakowska 10 und ein ganz kleines, Zenia, an dem Plac Wolnica, mit eher uninteressantem Angebot. 

Keine fünf Minuten später kamen wir am Slow Fashion Nähcafe vorbei, das mich doch sehr an das Nähcafe meiner Nählehrerin Linda im Wrangelkiez erinnert hat. Ok, dieses ist noch einen Tick schicker, aufgeräumter und größer, aber ansonsten ist alles ähnlich: die Betreiberinnen Monika, Kaska und Ania setzen auf alte Maschinen und geben regelmäßige Kurse, man kann mit einer Idee kommen, Schnitte liegen vor, so dass man gleich anfangen kann - und zur Stärkung gibt es Kaffee.

Yvonet hatte mir vorab den Tipp mit Dee Dee gegeben sowie Matex, einen Großhändler, der sich in einem Fabrikgebäude keine 3 Minuten vom Hilt*n entfernt befindet, bei dem man auch kleine Mengen Stoff als Privatperson einkaufen kann. Ich habe wirklich schöne Fotos der großen Rollen und des ganz besonderen Charmes dieses Großlagers gemacht, die ich Euch heute leider nicht zeigen kann. Deshalb muss dieser Tip reichen: Ein Abstecher zu Matex ist durchaus lohnenswert. Die Preise sind moderat und die Auswahl ist recht groß. Mein Mann lief dann noch an einem Geschäft mit großen Angebot an Kurzwaren vorbei: Pentelka, in der ul. Starowiślna 77, in Kazimierz unweit des jüdischen Friedhofs.

Ebenfalls direkt am ersten Abend liefen wir zufällig an der Bar Singer vorbei.  Singer wurde mir von Judith empfohlen: Die Tische in der schummrig-gemütlichen Bar, die genauso gut in Nordneukölln aufmachen könnte, sind kleine Nähtische mit alten Maschinen besagter Marke. Dort haben wir dann den letzten Abend verbracht. Direkt nebenan gibt es im Moment sehr leckere Cocktails, ich empfehle den Holly Berry :) 

In Kazimierz kann man sehr schön bummeln, es gibt, vor allem in der Jozefa, etliche kleine Boutiquen, Schuhgeschäfte, Vintage-Shops. Sehr empfehlenswert ist auch ein Besuch des jüdischen Friedhofs, der zentralen Synagoge und des Galicia Jewish Museum. Gute Bagel gibt es im Bagelmama, direkt neben dem galizischen Museum. In Kazimierz finden regelmäßig Jazz- und Klezmer-Konzerte statt, die wir leider verpasst haben, aber sicher lohnend sind.


Ich glaube, ich kenne keine andere Stadt mit einer solchen Restaurant-Dichte. Eine Bekannte, die aus Oppeln/Opole stammt, meinte gestern, das liegt daran, dass es drumherum so wenig gibt, deshalb konzentriert sich das Angebot in Krakau. Mag sein, dass das so ist. Die Stadt ist unglaublich schnieke und aufgerüscht, sehr jung und schön, und, klar, touristisch.

Ganz besonders trifft dies zu für den Marktplatz mit den Tuchhallen, Rynek Glowny, wo allerhand Tourikram vertickt wird. Am verregneten Sonntag haben wir eine Zeit in der Gemäldegalerie verbracht, sehr entspannend. Insgesamt war dieser Paar-Urlaub-ohne-Kinder entschleunigt und, jetzt bitte nicht lachen, im besten Sinne lang-weilig. Vier Tage, ganz allein, ohne Kümmern, Quengeln und Kreischen - echter Luxus!

Ach ja: Stoff gekauft habe ich bei Kakadu und Matex. Sobald ich ein erstes Probekleid aus Butterick B5951, dem aktuellen Lemminge-Schnitt, fertig habe, wird ein wunderschöner Winter-Viskosestoff vernäht.

Freitag, 27. September 2013

Tipps gesucht: Stoffe kaufen in Krakau

Hier liegt derzeit nicht nur der blog ein wenig brach, an die Nähmaschine schaff ich es grad gar nicht. Der Grund: Hier ist Land unter!

Deadlines sind einzuhalten bzw. die ständige Verschiebung muss irgendwann mal ein Ende haben und der Sack muss zugemacht werden, ebenso die Masterarbeit des Liebsten, die nächste Woche fertig werden muss. Ich mach drei Kreuzzeichen, ich schwöre!

Damit dieses Projekt gelingt, ist meine Mama angereist um uns den Rücken freihalten zu können - nachdem ich am Dienstag abend: Mama, wir brauchen Dich rief, hat sie sich am Mittwoch in den Zug gesetzt... - und der Liebste sitzt jetzt im tollen Tagungshotel am See am Stadtrand und arbeitet fleißig an der Fertigstellung, nur unterbrochen von Frühstücks- und Abendbuffet und Spaziergängen am See. Ich war ein bisschen neidisch als ich ihn dort hinbrachte.

Ach ja: Muss ich noch erwähnen, dass mein Hals kratzt?

Eine Aufmunterung tut also gut, irgendwas auf das man sich freuen kann. Wie schön, dass genau dies schon in Sicht ist: Ein Kurztrip nach Krakau steht an! In den Herbstferien fahren der Liebste und ich allein - nochmal zum Mitschreiben: A L L E I N!!! - nach Polen und lassen es uns im schicken Hi*ton richtig gut gehen! Juchhee!

Weswegen ich das alles hier ausbreite: Kennt jemand die polnische Stoffszene? Gibt es Geschäfte oder Ketten, die ich mir merken sollte? Mein Polnisch ist so schlecht, ich wäre über ein oder zwei Hinweise sehr dankbar. Zum Glück haben wir einen muttersprachlichen Nachbarn, den werde ich demnächst auch nochmal besuchen und wir recherchieren zusammen.

Ich bin mir aber sicher, dass es schon vorher Tipps für den Stoffkauf hier gibt.

Dziekuje!!!

Habt ein entspanntes Wochenende!

PS: Über allgemeine Tipps zu Krakau und Breslau würde ich mich natürlich auch sehr freuen.

Samstag, 14. September 2013

Effizienter Mehrthemenpost: KSA Nachtrag, neuer Stoff und ruiniertes Kleid

Zeitknappheit schlägt sich in Effizienznotwendigkeit nieder, zeigt sich in thematisch breit gestreutem Mehrfachpost (sowie unverständlichen Schachtelsätzen).
Egal: Der Zweck heiligt die Mittel.

Kommen wir also zur Sache:

1. Nachtrag: Stoff für den KSA

Zunächst bin ich davon ausgegangen, dass sich - in Ermangelung eines ausreichenden Zeitfensters - keine Gelegenheit mehr ergibt auf dem Markt nach schönem Stoff zu gucken und ich also gezwungen bin, mein Stofflager anzugehen.
Unerwarteter Weise tat sich ein solches Fenster dann doch auf und ich fuhr letzten Freitag kurzfristig vor der Zugfahrt nach Westfalen zum Markt. Zeitknappheit auf dem Markt schlägt sich nieder in beherztem Zugreifen und Kauffreude, so wanderte folgender brauner Fischgrat in die Tüte.

Die Zeit in Westfalen nutzte ich, um Frau Alois wieder einen Besuch abzustatten. In ihrem tollen Knopfvorrat fand ich diese schönen Exemplare.


Leider hab ich mir auf dem Weg zu Frau Alois mein allerliebstes Lieblingskleid dieses Sommers ruiniert. Ich könnte heulen. Irgendwann musste es ja mal passieren: der Rock verhedderte sich im Fahrradgestänge und ich musste 10 Minuten rumpruckeln, um beide wieder zu trennen. Nicht auszudenken, es hätte nicht geklappt...


So. Jetzt hab ich dieses große Loch im Kleid nebst unschöner schwarzer Streifen. Meine spontane Idee war: kürzen. Frau Alois empfahl mir, einen Keil aus dem Rockteil zu entfernen - was aufgrund der Weite des Rockes möglicherweise nicht weiter auffällt. Darüber hinaus meinte sie mit Butter (!) ließe sich das Kettenfett entfernen.

Was meint Ihr? Kürzen oder Keil rausschneiden? Was ist weniger schlimm???

Entschädigt wurde ich dann ein bisschen mit einem Stoff-Fund: dem tollen Blumenjersey, den ich bereits auf dem Markt gefunden und leider zu einem untragbaren Kleid verarbeitet habe. Ach ja, die weiteren Jerseys auf dem Bild hab ich zufällig auch noch beim kurzen Marktbesuch erstanden...



Montag, 29. Juli 2013

Reiserückblick: zwei Wochen in Weißblau

In den zwei Ferienwochen (die auch schon wieder zwei Wochen zurück liegen) sind wir zu echten Bayernfans geworden. Auch wenn natürlich politisch einiges alles dagegenspricht: Bayern ist schön!

Im Ernst: das war der entspannendste Urlaub seit wir nicht mehr allein zu zwei verreisen ever. Ich hab mehr als zwei ganze Romane gelesen - noch irgendwelche anderen Beweise nötig?

Im letzten Jahr haben wir uns einen lang gehegten Traum erfüllt und sind den Highway # 1 von L.A. nach San Franciscos gefahren - mit zwei kleinen Kindern wahrlich kein Entspannungsprogramm (hier, hier, hier und hier - Tage 13 bis 21 fehlen noch...). Um unsere persönliche Klimabilanz zu schonen war nach diesem Großurlaub klar: Wir bleiben im Land. Ich erinnerte mich an einen klasse Arbeitstrip an den Chiemsee - und schon stand das Ziel fest: Oberbayern! Lässt sich auch prima mit Besuchen von sehr netten Menschen kombinieren. Juchheee!

Ein paar Grippetage im Februar verbrachte ich auf dem Sofa mit der Suche nach einer schönen Unterkunft, gerne auf einem Bauernhof. Nach gefühlten 758 rustikalen Vollholz-Einrichtungen und einigen Tagen Ruhe für die Augen (und der Überlegung, dass wir die Wohnungen ja nicht kaufen wollen), entschieden wir uns für den Gilghof im schönen Weiler Sandgrub.

Eine gute Wahl!

So wurden wir empfangen:
 
Zum Runterkommen und Lesen war die Terrasse perfekt:
 
Das Begrüßungskomitee: Mona und Lisa - oder Lisa und Mona?!

Leider nicht fotografisch festgehalten hab ich die alltäglichen Großereignisse für die Kinder - die uns höchst entspannte Zeiten verschafften: noch warme Hühnereier aus den Nestern holen und frisch gekochte Frühstückseier genießen, per Trecker Gras für die Viecher holen und verfüttern, Sausewind, die Meersau, streicheln, kuscheln und füttern, Hühner beim Picken und Scharren beobachten, den Fuhrpark austesten und mit dem Kettcar fast das Auto der anderen Gäste demolieren, stundenlang auf dem Großtrampolin verbringen, dicke Freundschaft schließen mit dem Ferienkind in der zweiten Wohnung ("Geheimschwester")...

Der Reiseort Bauernhof hat mindestens zwei entscheidende Vorteile: Die Kinder können - noch vor dem Frühstück - raus, sich bewegen und zwar ganz autonom. Und, mit etwas Glück, gibt es noch andere Kinder im ähnlichen Alter, was ebenfalls zur Zufriedenheit aller beiträgt. Die einzigen stressigen Situationen am Tag hatten wir tatsächlich nur, wenn es morgens ums An- und abends ums Ausziehen ging. Und: die Region war hochwasserbedingt in diesem Jahr ziemlich mückengeplagt, das haben wir sehr zu spüren bekommen.

Nach ein paar Tagen des entspannten Abhängens starteten wir mit Erkundungen in die nahe Umgebung. Genial war das Freibad in Trostberg, wunderhübsch die Altstadt von Wasserburg, entspannend der Chiemsee mit der Herreninsel, interessant das Bauernhausmuseum in Amerang und ruhig und schön ein Besuch auf dem Gipfel des Hochfelln.

Sehr ans Herz gelegt haben uns unsere Vermieter den Trachtenumzug in Frabertsham.

Für eine Reise in den Süden sprach auch, dass wir so auch gleich noch tolle Bloggerinnen und deren Familien besuchen konnte. Wunderbarerweise hatten beide Zeit und Lust auf uns: Bei Christel und ihrer unheimlich netten Familie verbrachten wir einen entspannten sonnigen Tag, zuerst im eigenen Garten, später im Biergarten - und zwischendurch im Stoffgeschäft vor Ort mit klasse Angebot. Die Männer behaupteten doch tatsächlich, wir wären 2 Stunden weg gewesen... Dabei war der Laden doch gleich um die Ecke :)

Hier die Ausbeute:


Das bild unten links zeigt eine Tischdecke, die ich bei einem Hoftrödel getrödelt hab. Zugeschnitten hab ich sie schon, morgen oder übermorgen wird sie zu einem - ihr ahnt es... - Tellerrock :)

Gekauft hab ich noch mehr, und zwar hier: Ich bin nun auch stolze Besitzerin eines GERÄT - mein direkt vor Ort gekauftes Geburtstagsgeschenk. Wie gut, dass ich mich noch an die Quelle und den Namen von Meikes Gerät erinnerte und wie praktisch, dass es sich um einen Münchner Laden - im Gewerbegebiet! - handelte und wie noch praktischer, dass wir ohnehin nach München wollten und der nette Beitzer sich gerade dort aufhielt und mich so beraten und mir den Soft Lace verkaufen konnte. Der Laden ist nämlich kein Laden im eigentlichen Sinne sondern ein Lager, das man aber nach Absprache aufsuchen kann und das so aussieht:
Und wo ich schonmal da war musste ich auch noch die hübschen Kleider begutachten und konnte dieses nicht einfach dort lassen (Foto an der Frau derzeit wetterbedingt nicht möglich):

Wie schon erwähnt hab ich für meine Verhätlnisse richtig viel gelesen:
Kinderbücher u.a. diese zwei: Das schon länger in unserem Beitz befindliche und jetzt wiedergefundene Mein Haus ist zu eng und zu klein von Axel Scheffler und Julia Donaldson, dem Grüffelo-Team. Sehr schön für die Kleinen.

Neu entdeckt: Die Reihe Erst ich ein Stück dann Du, für Erstleser. Bekannte Bücher und Klassiker wurden nach dem Prinzip neu aufgelegt: ein Teil des Textes ist extra groß und in Druckbuchstaben gestaltet, so dass das Kind mitlesen kann. In unserem Fall haben wir Heidi gelesen, eine Geschichte, die ich als Kind geliebt habe. Hübsch illustriert, sehr zu empfehlen.


Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes: Eine Geschichte, die ein wenig an Ziemlich beste Freunde erinnert, hier jedoch als sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Will, der seit einem schweren Unfall im Rollstuhl und schwer depressiv ist und Louisa, die, ohne davon zu wissen, engagiert ist, um aufzupassen, dass er sich nicht das Leben nimmt. Klingt kitschig, ist aber schön :)


Und - der Tip der Fachfrau bei Hugendubel - Jodi Picoults Beim Leben meiner Schwester. Die Geschichte einer Familie, deren Alltag einzig um die chronisch leukämiekranke Kate kreist. Anna, die jüngere Schwester, kam auf die Welt, um ihrer Schwester mit Stammzellen das Leben zu retten - und die folgenden 13 Jahre immer wieder Prozeduren über sich ergehen zu lassen. Mit 13 nimmt sie sich einen Anwalt, um in gesundheitlichen Fragen nicht mehr über sich fremdbestimmen zu lassen. Klingt ebenfalls hochdramatisch - ist aber gut geschrieben und vor allem sehr gut recherchiert. Das Dilemma in dem sich Anna befindet - moralisch, rechtlich, ethisch, emotional - wird sehr überzeugend beschrieben. Trotz des Plots musste ich nur am Anfang und am Ende ein paar Tränen verdrücken, kein Rührstück also :)

Auf der Heimfahrt haben wir noch zwei Tage bei einem alten Freund im schönen Regensburg verbracht.



Zum krönenden Schluss ging es zu Julia und ihrer Familie, die uns zwei ganz tolle Tage im schönen Franken geschenkt haben. Die Kinder haben sich gut verstanden, der Wein war lecker, das Essen ebenso - wir hatten Spaß und wollten eigentlich noch bleiben...


Fazit: Wenn nichts dazwischen kommt, machen wir genau diesen Urlaub im nächsten Jahr wieder. Im Ernst: Es war ganz und gar wunderbar.

Dienstag, 9. April 2013

Lustkäufe

In der Woche vor Ostern war ich krank. Ich hab da für diesen Winter nicht mehr mit gerechnet, aber als alle um mich herum schlapp machten hat es mich auch gepackt. Ich lag das ganze Wochenende platt, was erstaunlicherweise nicht reichte um wieder vollständig auf die Beine zu kommen. Also wurde ich bis Ostern krank geschrieben. Auf dem Sofa sitzend kümmerte ich mich zunächst sehr erfolgreich um ein Feriendomizil für unseren diesjährigen Sommerurlaub in Bayern.
Danach folgte ich aus reiner Langeweile dem aktuellen McCalls Offer: All Brands $1.88 & Up: 5 Days to Shop. Ha. Wenn man da einmal anfängt...

Zwei Stunden später gab es eine Liste mit vielen wunderbaren Kleiderschnitten - die erstmal weggelegt wurde. Ich brauch ja nix... Am Ende bin ich natürlich eingeknickt und lustkaufte die schönsten Schnitte aus dem Angebot. Ich mein: 1 Dollar 80, das sind nach aktuellem Kurs 1,3755 €, also praktisch nichts.

So. Bestellt hab ich das Paket am Donnerstag, den 28.3. Und jetzt ratet mal, wann es in meinem Briefkasten war? Genau. Heute. 
Aus dem fernen Amerika, in weniger als zwei Wochen. Find ich prima.

Und was war jetzt da drin?
Hier die schöne Kleiderparade:

Von oben links nach unten rechts:
M6557 - auf den Schnitt bin ich gespannt. Das Kleid braucht 4m... das wird mein Sommerkleid.
B5322 - der Schnitt hat Potential jenseits von Brautjungfern, wie Catherine gezeigt hat
V8577 - der war mir neu, ich hab das Gefühl, das könnte was sein, auch und gerade mit diesen angeschnittenen Ärmeln
V8766 - das könnte ein Lieblingsschnitt werden, vor allem die Version oben links
V8667 - diesen hätte ich im Zweifelsfall wieder runtergeschmissen von der Liste, ich "musste" ihn nicht haben, bin jetzt aber doch gespannt, was er hergibt
M6503 - mein absoluter Favorit! Jetzt schon. In den Schnitt hab ich mich in Kalifornien verliebt und auch gekauft. Da ich ihn jetzt nicht mehr wieder fand - ich hatte ihn verliehen - und ich ja eh dabei war zu bestellen, wanderte er auch in den Bestellkorb. Schon das Cover ist hübsch und ich bin so gespannt auf das erste Kleid.

Hier nochmal im Detail
M6503
Ist der nicht hübsch?
Passenden Stoff hab ich auch schon - und das kam so...


Der familienfreie Sonntag führte mich - nach langem ausschlafen und Sport - unverhofft zum Flohmarkt am Maybachufer. Nach ausgiebigem Bummel und diversen hübschen Kinderklamotten fand ich den Stoff wieder, aus dem ich im letzten Jahr das Miami Vice Kleid nähte (hier und hier). Die Frau, die ihn verkaufte, hat an die 10.000m (!) dieses Stoffes geerbt, bald ist alles weg. Also kaufte ich nochmal 3m dieses seidenartigen Baumwollbtists und auch gleich was von den roten, beides für neue Sommerkleider (die Passform des Miami Vice Kleides überzeugt nämlich nicht...).

Der sommer kann kommen!


Sonntag, 3. März 2013

Wochenrückblick KW 8 + 9: Sechs!


Mein Kind ist 6! 

Ich freu mich so. 

Das Wochenende war voll mit
...Kinderlachen
...Spaß
...Kuchen
...Geschenken
...Theater
...Aufregung
Zum Geburtstag sind wir - nach ausreichend Kuchen und Kakao - mit der ganzen Bande ins Puppentheater Grashüpfer gezogen. Es gab eine wunderschöne Aufführung von Frau Holle mit anschließendem Maskenbasteln. Die Kinder hatten Spaß - ein echter Tip für Geburts- oder Samstage.

Am allerallerallermeisten hat sie sich gefreut beim Auspacken des zweiten Geschenks: Ein Schrei hallte durch die Wohnung: Papa, B. hat mir eine BARBIE geschenkt! Der Wunsch war riesengroß, die Oma hatte versprochen, ihr diesen Wunsch nach dem Schwimmkurs zu erfüllen. Das Kind ist glücklich. Schön, wenn Wünsche einfach so wahr werden.


Am Sonntag hatte L1 ihren ersten Auftritt im Kinderzirkus. Sie war nervös und wollte gar nicht hin. Am Ende stand sie glücklich tanzend und lachend im Kreis der ganzen Kinder - ich war stolz beseelt. 

Meine Große, Du bist wunderbar!


[GEFREUT] Ich hab meinen Neffen kennengelernt: einen wunderhübschen kleinen Kerl, der alle verzückt.

[GEBACKEN] Jede Menge: Muffins für die ganze Kita - die grad leider Notbetrieb fährt weil fast alle ErzieherInnen krank sind :(

Und dann noch diese tollen Brioche-Muffins:

350g Mehl, 3/4 Würfel Hefe, 60g Zucker, 100ml Milch, 2 Eier, 3 Eigelb, 2 Pr. Salz, 100g Butter

Im Rezept sind zig Runden vorgesehen, damit der Teig ordentlich geht. Ich habe mir aus akuter Zeitnot und Unlust alle gespart und den Teig einmal für ne halbe Stunde in den 50 Grad warmen Ofen, dann in die Muffinformen und für 15 Min bei 180 Grad in den Ofen - fertig.
Und zum Geburtstag meines Papas diesen Birnenkuchen:


Knetteig: 375g Mehl, 190g Butter, 130g Puderzucker, Prise Salz, 1 Ei
Vanillecreme: 1/4 l Milch, Vanillezucker, 60g Zucker, 2 Eigelb, 20 g Speisestärke
- Vanillecreme auf den Teig geben -
Belag: 1 kg Birnen, schälen und halbieren, mit 1 l Wasser, Saft einer Zitrone und 100g Zucker ein paar Minuten köcheln lassen 
- Birnen auf die Creme gebenund folgenden Guss drübergeben -
50g Marzipan, 2 Eier, 10g Schlagsahne, 30g Zucker

Der Kuchen war lecker, ich würde beim nächsten Mal die Birnen kleiner schneiden, vielleicht achteln.

[GEKOCHT] Gemüse-Minestrone mit Graupen und Pesto (Rezept folgt)

[GENÄHT] Stolz kann ich das Ende der Nähpause verkünden. Am Samstag hab ich mir nen Tritt gegeben und statt vor den Fernseher an die Maschine gesetzt. Nach gut anderthalb Stunden war das neue Wasserfallkleid fertig. Yippieh!

[GEKAUFT] Dem Kitanotbetrieb sei Dank: Am Freitag tat sich ein ungeplantes Zeitfenster auf, das ich äusserst sinnvoll mit einem Besuch des Marktes nutzte. Die Ausbeute:

Von links nach rechts:
4m dunkler altrosa Romanitjersey für 3€/m
3m ganz feiner blaugestreifter Anzugstoff für 2€/m
3m Blumenjersey, sehr hübsch mit Dalien statt Rosen für 2,50€/m
3m hellbrauner Karostoff der gleichen Qualität wie der blaue zum gleichen Preis.

Der Verkäufer der beiden Anzugstoffe verriet mir, dass seine Stoffe aus deutscher Produktion kommen und alle für eine namhafte Männermarke mit B und Doppel-S produziert werden.


Samstag, 12. Januar 2013

California Road Trip - Tag 9 bis 12

Eine gefühlte Ewigkeit ist hier nichts passiert. Der Berliner Januar gibt sein Bestes, in diesem Jahr schien die Sonne bislang gefühlte 5 Stunden - insgesamt. Eine gute Gelegenheit, die Fotos und Erinnerungen zu sortieren und den letztjährigen Traumtrip Revue passieren zu lassen. (Die bisherigen Berichte finden sich hier und hier)
 
Samstag 22.09.2012

Wo waren wir zuletzt? Ach ja, in Big Sur, einem unglaublich schönen Küstenstreifen mit mehreren Nationalparks und gaaanz viel Gegend. Wir kamen am Freitagnachmittag an - und hatten Pech: aufgrund des schönen Wetters war halb Kalifornien unterwegs und alle Campgrounds bereits belegt. Ich wurde ein bisschen nervös. Das änderte sich auch nicht richtig, als wir die Möglichkeit bekamen, für 35 $ auf einem Parkplatz "mitten" im Wald unser Nachtquartier aufzuschlagen. Für mich eindeutig zu viel "Natur". Wie gut, dass noch ein paar andere Camper nicht vorgebucht hatten und sich in der Nähe platzierten. Ich bin echt ein bisschen schissig.

Auf einem Schild wird angekündigt, dass die benachbarte picnic area von 17 bis 20 Uhr reserviert ist vom AAA, dem amerikanischen ADAC also. Um halb 5 trudeln die ersten Leutchen ein, alle mit Fahrrädern oder zu Fuß, ein bisschen merkwürdig für den ADAC. Alle sind unheimlich herzlich miteinander, umarmen sich und freuen sich offenkundig auf das Treffen. Ich dreh mit den Kindern eine kleine Runde im Wald, der Liebste kann sich entspannen - und dem AAA-Treffen lauschen. Als ich zurück komme ist er im Bilde: Hier trifft sich nicht der AAA sondern die AA - der Liebste war verwundert, warum immer wieder Gott gepriesen und in jedem zweiten Satz alcohol vorkam.

Am nächsten Tag - Samstag - geht es früh weiter zum Freemont Motel, zum Frühstück mit WiFi, das wir zur Recherche für die nächste Etappe nutzen: Campgrounds, Walmarts mit Stoffabteilung, Joann...

Es geht weiter nach Monterey. Die Erfahrung vom Vortag macht mich etwas nervös: Ob wir hier eine Übernachtungsmöglichkeit finden, am sonnigen Wochenende? Der Typ in der Touri-Info macht mir wenig Hoffnung: Wir sollten uns sputen, die Stadt ist voll. 
Diese Skepsis war völlig unbegründet: Der städtische Campingplatz im Veterans Mermorial Park, auf einem Hügel etwas ausserhalb der Stadt hat noch unglaublich günstige Plätze (27 $) frei, wir können uns einen aussuchen. Hier ist es schön, wir bleiben!
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Sonntag, 23.09.2012
Wir schlafen immer länger, an die 10, 11 Stunden. Heute steht das legendäre Aquarium auf dem Plan. Ddie Bilder bei Luzia Pimpinella haben mich sehr neugierig gemacht auf dieses Aquarium, das damit wirbt eines der schönsten der Welt zu sein.
Schnappatmung beim Eintritt: Fast 100 $ für uns vier. Holla.
Über die gesalzenen Preise - nicht nur beim Eingang, auch bei den (durchweg ökologisch-korrekten) Snacks - lässt sich natürlich streiten. Toll ist das Aquarium allemal. Ob es das - oder zumindest eines der - schönsten der Welt ist? Keine Ahnung. Vor Jahren, auf dem Rückweg aus einem Frankreichurlaub haben wir in La Rochelle Station gemacht und sehr beeindruckt das dortige Aquarium besucht. Und auch das Haus in Stralsund spielt in einer ähnlichen Liga.

Monterey hat die einzigen Kelpwälder und wunderbare Quallenbecken - seht
selbst:

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Zu Abend koche ich bunte Kartoffeln, schwarze, rote, gelbe mit sehr leckerem (gekauften) Makkaronisalat und - für Mann und Mäuse - Würstchen. Der Tag schließt mit einem kurzen Plausch mit zwei netten Studies aus Deutschland. Der Typ ist im Juli (!) in Boston gestartet und mit dem Rad einmal quer durch das ganze Land gefahren. 


Montag, 24.09.2012
Um 10 geht es los in Richtung Santa Cruz, die Stadt, die berühmt ist für ihren Beach Bordwalk, einem jeden Tag Rummel direkt am Strand.
Da wir ausserhalb der Saison dort sind, ist der Rummel Montagmorgens leider geschlossen.

Gleichwohl bummeln wir ein wenig und fangen schöne Impressionen ein:

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Ein Gutes hatte die Schließzeit: Wir hatten noch Zeit für einen Trip in das Städtchen. Im Gegensatz zum Boardwalk, der doch ein bisschen abgerockt erscheint, ist Santa Cruz - eine kleine, feine, liberale, entspannte Unistadt - ganz jung und wirkt erstaunlich europäisch. 

Wir genießen tolle Sandwiches und Eiersalat bei Zoccoli's und bummeln durch die schönen Lädchen. Anschließend machen wir uns auf nach Pacifica.
Den Campingplatz hatte ich noch in Berlin recherchiert, er wurde empfohlen als Standort für einen Besuch des nahegelegenen San Francisco.

Der campground ist top: zwar Parkplatzcharme, aber direkt über dem Pacifik, mit Waschmaschine und Pool. Morgen geht es nach San Francisco!
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Dienstag, 25.09.2012

Gegen 11 machen wir uns auf zum Park&Ride-Platz der BART-Station, um mit der Schnellbahn in 20 Minuten direkt nach downtown San Francisco zu düsen. Wir beschließen, drei Tage zu bleiben, um die Stadt wenigstens etwas kennen zu lernen. 

Wir wohnen halt nicht in downtown und sind mit zwei Kleinkindern unterwegs - da ist so ein Trip schon mit gewissen Transaktionskosten verbunden... Bis wir loskommen vergeht einfach Zeit, dann haben beide wieder Hunger, dann die Fahrt per Bahn, mal abgesehen davon, dass man nach 5, 6 Stunden Lauferei in der Stadt auch ziemlich durch ist und dann - im Dunkeln - müde und erschöpft sich zurück auf den Weg zum Parkplatz macht.

Davon abgesehen ist die Stadt der Hammer. Groß! Schön! Wunderbar! Die Leute: Hektisch, weniger freundlich. Angeblich die Stadt mit den wenigsten Kindern. Alle Leute: busy. 

Auf der Market Street entdecken wir einen Stand mit ganz tollen Mützen. Angeblich selbst gehäkelt (was sich beim Spaziergang durch China Town als Quatsch herausstellt). Die Kinder suchen sich zwei Eulenmützen aus - und werden fortan nur angestrahlt. Das hat sich bis heute nicht geändert :)

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Für mich gibt's auch eine Mütze, die sich bei dem vorherrschenden Wind noch als sehr nützlich herausstellt.

Als erstes geht es nach China Town, dann Little Italy, die Touri-Falle Fishermans Wharf - und per Cable Car zurück. Sehr cool.
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Mittwoch, 26.9.2012

Morgend recherchieren wir ewig nach Unterkünften für den Yosemite Nationalpark. Wir sind genervt. So langsam macht sich Lagerkoller breit. 

Da hilft nur eines: Trennung! Zumindest für 3, 4 Stunden teilen wir die Kinder auf und machen uns getrennt auf die Suche nach Abenteuern :)

In meinem Fall hieß das: Stoffgeschäfte!

Ich hatte im Vorfeld natürlich Geschäfte recherchiert. Mehrere waren - so schien es - nicht weit von Market Street, und damit vom Zentrum Down Town, entfernt, so dass ich optimistisch war, diese drei Läden zu besuchen.Weit gefehlt! Obwohl ich ja mit den Dimensionen einer Großstadt vertraut bin, hab ich mich hier doch ziemlich verkalkuliert.

L2 schlief selig in ihrem Buggy und ich startete die Market Street runter, eine Gegend, die SoMa - South of Market - heißt und irgendwo (vermutlich in einem meiner Reiseführer) als Prenzlauer Berg San Franciscos bezeichnet wurde. Nunja. Vergleiche sind ja so eine Sache. In diesem Fall sag ich: Der Vergleich hinkt.

Erstaunlich schnell wird die Gegend sehr ungemütlich.Ich bin noch keine 10 Minuten gelaufen und hab die schicke und recht motzige Gegend um Market Street hinter mir gelassen und laufe nun durch eine recht abgerockte Gegend mit vielen Jungs mit Tagesfreizeit. In Berlin hab ich selten Schiß - hier würde ich abends nicht allein unterwegs sein wollen.

Die Idee, die doch lange Strecke per Bus zurück zu legen scheitert: ich krieg den Buggy nicht in den Bus gehieft. Also weiter. Nach einer Dreiviertel Stunde ist es dann soweit: Ich stehe vor der Halle von Discount Fabrics.

Eine nette Verkäuferin erlaubt mir, Fotos zu machen und so schlendere ich, mit der noch immer schlafenden L2 im Buggy, durch die langen Gänge, schieße ein paar Impressionen und finde erstmal nichts. 

Aber ganz ohne verlasse ich dann natürlich doch nicht den Laden: Ganz unten in einem Regal mit Baumwollstoffen werde ich fündig - und im Vorraum auch: die Belt & Buckle Kits werden grad mit ordentlichem Rabatt vertickt. Ich packe die Tüten voll.
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