Donnerstag, 11. Dezember 2014

Handarbeitengeschäft in OWL abzugeben // Gründerin gesucht!

Wer hier schon länger liest, hat schon das ein oder andere Mal von "Frau Alois" gelesen. In meinem Heimatort gibt es ein Stoffgeschäft, das von eben dieser Frau Alois - die natürlich eigentlich anders heißt - geführt wird. Leider muss ich sagen: Geführt wurde - Frau Alois ist vor zweieinhalb Monaten verstorben. Mich hat diese Nachricht sehr traurig gemacht - ich habe sie sehr geschätzt und bin, wann immer ich in der Heimat war, zu ihr gegangen und habe selten ohne Schätze das Geschäft verlassen.

Bei einem dieser Besuche habe ich einen kleinen Rundgang durch den Laden unternommen: hier könnt Ihr Euch einen Eindruck verschaffen.

Das Geschäft gibt es schon immer. Als ich ein kleines Mädchen war, hat meine Mutter dort Stoff gekauft, mit dem die Damenschneiderin im Ort mir ein Kinderschützenfestkleid nähte. Bei Frau Alois gibt es alles, was das Handarbeitsherz begehrt. Und noch mehr.

Schon vor Wochen habe ich mit der Tochter von Frau Alois Kontakt aufgenommen, um mit ihr über eine mögliche Zukunft des Geschäftes zu sprechen. Zusammen mit Freundinnen habe ich "rumgesponnen" und Ideen entwickelt, wieder verworfen, neu überlegt...

Die gehen in etwa so: Das Angebot müsste sanft aber wohl umfassend modernisiert werden, das Stoffangebot müsste verändert werden und man müsste neue Angebote machen - ich denke da an Nähkurse, Stichwort: Nähcafé. Am Geschäft selbst müsste man erstmal gar nicht so viel ändern: dem Charme des Ladens täte das nicht gut.

Der Laden ist etabliert, die Leute sind froh, dass sie dort alles bekommen, was sie brauchen. In den letzten Jahren ist auch dort eine kleine Handarbeitsrenaissance spürbar, die man sicher nutzen und ausbauen könnte.
Kurz & gut: Der Laden hat Potentiale und Stärken - aber man müsste auf jeden Fall ein neues Konzept entwickeln, um ihn wirklich profitabel und zukunftsfähig zu machen.

Ich habe tatsächlich ernsthaft darüber nachgedacht, ob man das von Berlin aus machen könnte. Eine naive Vorstellung, ich weiß. Jetzt möchte ich aber doch noch diese kleine Chance nutzen und über diesem Weg in die Runde fragen:

Wer träumt schon lange von einem kleinen Näh- und Handarbeitsgeschäft und hat Lust, sich mit Ideen, Charme und Chic diesen Traum zu erfüllen?

Ich wäre dabei und würde unterstützen - so wie auch eine Freundin von mir, die vor Ort ist, eine erfahrene Handarbeiterin und Handwerkerin, die ihre umfassende Unterstützung zugesagt hat.

Das Geschäft liegt in Ostwestfalen, im Postleitzahlen-Bereich 34xxx (der Ort hat das erste Orgelmuseum Deutschlands :) Genau da!

Falls es jemanden da draußen gibt, der jetzt denkt: die meint doch mich - oder meinen Freund/Mutter/Tochter - dann meldet Euch bei mir (talentfreischoen_melleni at web Punkt de) so schnell wie möglich. Viel Zeit ist nicht mehr: Der Ausverkauf läuft.

Ich freue mich auf jede Mail!

Mittwoch, 10. Dezember 2014

MMM - im Stoffwechsel-Kleid!


Am Sonntag berichtete ich zähneknirschend, dass ich zum Stoffwechsel-Finale leider keine Ergebnisse vorzeigen konnte. Nun komme ich meinem Versprechen nach, am heutigen MMM eines der zwei Kleider zu zeigen. Das hat geklappt! Heureka!

Kurz der Rückblick: hier sieht man die zwei Stoffe sowie die Auswahl der Schnittmuster. Das Jersey sollte zu McCalls M5974 werden.


Wie ich finde, eine gute Wahl!
Durch die Raffungen ist der Schnitt raffiniert, insgesamt aber ein schöner Basic-Schnitt (wie Julia, die ihn mir geliehen hat, mir richtigerweise als Empfehlung mit auf den Weg gab). Eine erste Version des Kleides habe ich laut Maßtabelle in einer 16 genäht - viel zu groß!
Hierfür nahm ich gleich zwei Nummern kleiner - drei wären auch gegangen. Da der Ausschnitt etwas zu weit geraten ist, ist ein Hemdchen unterm Kleid angesagt. Damit wird es aber auch wintertauglich(er).
 



Liebe Stoffpatin, ich danke Dir für den schönen Jersey. Die Qualität ist prima. Das Kleid ist bereits fester Bestandteil meines Kleiderschranks geworden. Ich freue mich sehr über ein unifarbenes Jerseykleid - eine echte Premiere!
 
Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wer Du bist, liebe Stoffpatin. Deshalb kann ich leider nur ein großes Danke in die Welt rufen - in der Hoffnung, Du liest hier heute überhaupt mit!


Sonntag, 7. Dezember 2014

Stoffwechsel - Finale auf den letzten Drücker

Mir dünkt (sagt man das so?), dass ich eine solche Überschrift schonmal benutzt habe: "auf den letzten Drücker". Sew alongs sind wohl wirklich nicht meins. Ich wähne mich da aber dieses Mal in guter Gesellschaft. Die ein oder andere der diesjährigen Stoffwechslerinnen ist schon nach Canossa gelaufen oder hat das gute Stück nur halb fertig oder oder oder.
Bei mir ist es so: Ein Kleid ist fertig, das andere auch - fast. Es fehlen nur noch die Knöpfe. Ungefähr seit zwei Wochen. Und seit dieser Zeit hab ich mein Nähzimmer nicht betreten. Und jetzt ist es schon zu dunkel für Fotos, um wenigstens das wunderschöne Jerseykleid zu zeigen, wie ich es ganz ganz fest vorgehabt habe.
Ich verspreche hoffe, dass ich es bis zum nächsten (?) MMM schaffe, das Kleid zu zeigen. Und dann kommt auch das Decades of Style-Kleid zu seinem Recht.

Und meine Stoffpatin auch! Dir sei versichert, dass das bereits fertige Kleid sich unglaublich gut macht und sehr gerne getragen wird. Ich bleib dran!

Dir, liebe Stoffpatin, einen ganz herzlichen Dank für die schönen Stoffe!

Und Euch, Frau Siebenhundertsachen und Lotti, den gleichen Dank für die tolle Organisation des Stoffwechsels! Ihr seid klasse!!!

Dienstag, 2. Dezember 2014

Du spendest - wir erzählen

Ihr erinnert Euch sicherlich an unsere Spendenaktion vom Advent 2012: Damals kam viel mehr Geld für die Ausbildung von Frauen zu Näherinnen in Marokko zusammen, als wir vorab gedacht haben. Wir - die MMM-Crew - waren völlig von den Socken und hielten unser Versprechen: Du spendest - wir singen für Dich. Die Filmaufnahmen für unser Weihnachtsständchen waren legendär, ebenso das Video, das Meike geschnitten hat.

In diesem Jahr gibt es eine weitere Spendenaktion. Die Crew hatte einige Ideen, für welche Organisation wir uns einsetzen wollen und letztlich haben wir uns für NAZO Deutschland e.V. entschieden. Die Organisation sammelt Spenden für die Ausbildung von Frauen in Afghanistan - einem Land, das seit ich denken kann, wohl nichts als Krieg und Fremdbestimmung kennt. Unter welchen Lebensbedingungen die Menschen dort - Kinder, Frauen, Männer, alte wie junge - leben, können wir wohl nicht ermessen.

Auf dem MMM-blog findet Ihr weitere Informationen zu der Ausbildung und wofür das Geld verwendet wir. Wir denken, dass dieses Geld wirklich etwas bewirken kann und Frauen hilft, eine Lebensperspektive zu entwickeln.

Wir freuen uns über jeden Euro, den Ihr spendet!
Danke!!!

Dienstag, 25. November 2014

Nähen - Reisen - Stoffe kaufen: Teil 2 (Aachen und Solingen)

Kurz nach dem wunderschönen Näh-Freundinnen-Wochenende nach Bremen und Osnabrück fuhr die ganze Familie ins Rheinland, nach Aachen, Köln und Düsseldorf. Der Besuch "alter" Freunde aus Studienzeiten stand für die diesjährigen Herbstferien auf dem Plan. Spannend, in kurzer Zeit so viele Freunde und deren Familien zu treffen, die wir sonst so selten sehen. Und auch spannend, die Stadt in der man viele Jahr gelebt hat nach einigen Jahren wieder zu erkunden. Aachen hat sich gar nicht verändert - so mein ständiger Gedanke. Das stimmt natürlich nicht ganz, einige Ecken sehen völlig anders aus. aber im Großen und Ganzen ist doch vieles so geblieben "wie ich es verlassen habe".

Da wir in Aachen ein bisschen mehr Zeit hatten, nutzte ich die Gelegenheit, einige Stoffgeschäfte zu besuchen, die mich damals, als ich in der Stadt noch lebte, gar nicht interessierten. Als erstes steuerte ich Stoffe Tetik in der Komphausbadstraße - was für ein Name! - an. Bei Tetik habe ich schon ein paar Mal Stoffe bestellt und auch dieses Mal verbrachten wir - L1 und ich, sie ist ja jetzt angefixt - einige Zeit in dem Geschäft - das wir schließlich aber doch ohne Ware verließen. Die Stoff Insel, die ich zufällig entdeckte, hat sich ganz der bunten Welt der Baumwollstoffe verschrieben - ein Angebot, das mich so gar nicht reizte, und so blieben wir nur ein paar Minuten.

Anders bei Stoffe Mommertz - typisch, dieser Name! - dort bin ich gleich zweimal hingefahren. In dem Fachgeschäft berät und schneidet der Chef noch selbst. Eine ansehnliche Auswahl an Stoffen aller Art zu mittleren Preisen finden sich in dem kleinen, alteingesessenen Geschäft in der Bahnhofstraße. Ganz lange streichelte ich einen tannengrünen Wollstoff, entschied mich aber schließlich für einen schönen knallroten Viskosemischstoff sowie einen klassischen schottischen Karostoff.

Von Aachen ging es über Düsseldorf weiter nach Solingen. Während die Stadt für den gemeinen Touristen nicht gerade mit einer Fülle an Highlights aufwartet, können Nähnerds mit Hang zur Nostalgie und einem Faible für schöne und hochwertige Stoffe ein wahres Eldorado entdecken: Den Stoff-Dschungel.

Der etwas merkwürdige Name sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um einen wirklich ganz besonderen Ort handelt. Das Geschäft wurde mir empfohlen mit den Worten: "Fahr da mal hin, das ist ganz schön da. Da gibt es ganz viele Oma-Stoffe."  (Leider war die Batterie meiner Kamera fast leer, sonst hätte ich noch etliche Fotos gemacht...)


Das machte mich natürlich neugierig und ich war froh, dass wir an einem Freitag in Solingen waren: Der Stoff-Dschungel hat nur an zweieinhalb Tagen geöffnet. Das Geschäft besteht aus 4 oder 5 hintereinander liegenden Räumen. in denen ursprünglich eine Industrienäherei betrieben wurde, heute werden dort hochwertige Stoffe sowie Markennähmaschinen angeboten.

Von der Decke des Geschäfts, das herrlich altmodisch ausgestattet ist, hängen unzählige Stoffbahnen - eine interessante Art der Präsentation. Zuerst dachte ich, es wären Stoffreste. Tatsächlich werden so die Stoffe in 1,5-, 2- und 3m-Stücken präsentiert.


Ich habe bestimmt drei Runden durch alle Räume gedreht und alle Stoffe ausgiebig befühlt, ehe ich mich für zwei sehr schöne Stücke entschied. Neben dieser ungewöhnlichen Art der Präsentation fallen Qualitäten und Preise auf: Ich habe keine Stoffe über 10€/m für die wirklich hochwertigen Kleiderstoffe aus Woll- und Mischqualitäten gesehen. Die Entscheidung viel sehr schwer!

Mit dem Inhaber hatte ich einen interessanten Plausch über sein Konzept, sein Geschäft und die für mich beste Overlock. Er bestätigte, dass auch im tiefen Westen eine Renaissance des Nähens und der Handarbeiten zu verzeichnen seien: Die schwierigen Jahre sind vorbei, es wird wieder genäht, sowohl in den Schulen als auch privat.

Nach anderthalb Stunden und mit einem schönen Paket im Arm, verließ ich das Geschäft, froh, den Stoff-Dschungel entdeckt zu haben. Ich würde jetzt zwar nicht so weit gehen zu sagen: Schade, dass ich nicht in Solingen wohne... Aber allen, die in der Nähe wohnen sei ein Besuch dringend empfohlen! Aber achtet bitte auf die Öffnungszeiten...

Freitag, 21. November 2014

Nähen - Reisen - Stoffe kaufen: Teil 1 (Osnabrück)


Von zwei Reisen wollte ich schon die ganze Zeit berichten, heute nehme ich mir endlich mal die Zeit, zu berichten. 

Die erste Reise fand im September statt. Es ging nach Osnabrück zu Freundinnen B. und A. Als wir uns das letzte Mal trafen, entstand die Idee zu einem Nähwochenende - eine kühne Idee, schließlich nähte von den beiden bislang nur A.

B. plante seit dem Spätsommer generalstabsmäßig ihren Einstieg in das wunderbarste Hobby der Welt. Irgendwann schrieb sie mir von ihren Plänen: Zu ihrem Geburtstag wünschte sie sich eine W6-Maschine sowie Schnittmuster und Nähzubehör, es folgte ein Besuch auf dem Stoffmarkt und für die folgenden drei Urlaubswochen plante sie, sich das Nähen per youtube-Videos beizubringen. Na denn.
Ich verrate jetzt schonmal: Es hat geklappt.
 
Die Idee setzte sich fest und so wurde das Wochenende geplant. Da das Reisen mit meiner Großen richtig viel Spaß macht und ich ohnehin seit dem letzten Advent mit ihr mal Richtung Norden fahren wollte, fragte ich sie, ob sie Lust hätte mitzukommen. Als das also geklärt war, kam mir noch die Idee, auf dem Weg nach Osnabrück noch einen Abstecher nach Bremen zu Frau Kirsche zu machen. Etwas derangiert und verschnupft empfingen uns Frau Kirsche und Pink Pony - zu einem super tollen Tag im sonnigen Bremen. Am späten Nachmittag ging es weiter in die Stadt der glücklichen Menschen. Den Abend verbrachten wir mit Chips, Sekt und fünf Folgen Shopping Queen, aufgenommen von Freundin B.

Der Sonntag sah dann im Wesentlichen so aus:

Ich hatte mein Maschinchen mitgenommen sowie einen Koffer voll Schnitten und Stoffen für die Freundinnen und das Kind. Für mich selbst hatte ich keinerlei Pläne, ich wollte unterstützen und L1 das Nähen zeigen. Vor dem Wochenende habe ich im Netz nach schönen einfachen Nähprojekten gesucht und bin bei DIY Love fündig geworden: Viele kostenlose eBooks mit schönen Einsteigerprojekten. Außerdem fand ich bei einem Bummel bei Tiger ein neckisches Eulenkissen zum selber nähen - perfekt!


Ein wenig hatte ich Angst, dass der Sonntag für L1 doch etwas langweilig werden könnte. Also nahm ich noch Bücher und Looms mit :) Wie sich heraustellte war das völlig unbegründet. Sie war mit Eifer dabei und zeigte großes Geschick. Ich musste nur die Träger der Tasche annähen, den Rest machte sie allein.

Das Kuschelkissen wird heiß geliebt - nun hätte die kleine Schwester auch gerne eines.




Ach ja: B. ist seit dem Wochenende wirklich angefixt. Sie hat "richtig" mit dem Nähen angefangen, es macht ihr großen Spaß und sie hat Erfolg! Wie cool ist das denn! Ach ja, ihr Plan, mit Hilfe von Videos das Nähen zu lernen, ist wirklich aufgegangen. O-Ton: "Pattydo ist meine Freundin!" <3

Das Näh-Freundinnen-Wochenende war wunderschön. In entspannter Stimmung in alten Zeiten schwelgen, zusammen lachen, konzentriert mit Hand und Kopf arbeiten und zu sehen, wie das Kind ganz neue Fertigkeiten entwickelt - was gibt es schöneres?

Mittwoch, 19. November 2014

MMM im Lieblingskleid vom letzten Jahr


 

Der blog verwaist zusehends. Ich kann es nicht ändern, das echte Leben schlägt gnadenlos zu. Ich beantworte meine Mails erst nach 4 Tagen und sitze bis um 11 abends, statt an der Nähmaschine, am Rechner - aber nicht um zu bloggen... So ist es derzeit, es kommen auch wieder andere Zeiten. Jetzt ist jetzt.
 
Ach ja: Zum Nähen komme ich grad auch nicht.

Wie gut, dass es noch Lieblingskleider aus dem letzten Jahr gibt, die hier noch nicht gezeigt wurden. Und wie gut, dass jetzt wieder Herbst ist, und ich dieses Kleid wieder tragen kann.

Es handelt sich um den letztjährigen Lemming-Schnitt B5851, den ich in dieser Version bereits im letzten Jahr heiß und innig geliebt habe.

Beim Anblick der Fotos fällt mir wieder ein, dass ich das Kleid im letzten Jahr weggehängt habe mit dem Gedanken: Da muss ich nochmal die Schultern anpassen. Wie so oft sind sie mir zu breit. Das muss ich noch ändern!

Der Stoff ist, soweit ich mich erinnere, vom Quarkstadt/Hermannplatz. Ein unkomplizierter Woll-Mischstoff, bügelfrei und mit feinem, rot-blauem Hahnentritt-Muster.


Hier noch ein letztes Bild, das Kleid mit meinem sehr geliebten (Kauf-) Strickblazer von HasiundMausi.


 Kommt gut über den Tag! Wir sehen uns beim MMM!