Freitag, 6. März 2015

Frau Alois - es geht weiter!


Erinnert Ihr Euch an meinen "Handarbeitsgeschäft abzugeben"-Post vom letzten Dezember? Für das Handarbeitsgeschäft von Frau Alois in meinem Heimatort suchte ich eine Nachfolgerin. Es gab zwar einige nette Rückmeldungen, aber leider keine Nachfolgerin. So ging ich kurz vor Jahresende ein letztes Mal bei Frau Alois einkaufen und verabschiedete mich gebührend von dem Geschäft, in dem ich seit meiner Kindheit ein- und ausgegangen bin.

Und dann passierte es doch, plötzlich und unerwartet: das Geschäft hat eine Nachfolgerin, wird wieder eröffnet und weiter geführt!

Und das kam so: Kurz vor Silvester saßen meine Freundin M. und ich bei einem Gläschen Wein zusammen und trauerten - schließlich sollte der Laden am 31. definitiv schließen. Der Wein war lecker, die Stimmung - wie immer - gelöst und so stand plötzlich die Idee im Raum: M. macht weiter! Sie übernimmt den ganzen Kladderadatsch und führt das Geschäft fort.

Erschrocken und begeistert über die sprudelnden Ideen zugleich sagten wir uns: "Genug für heute", verabschiedeten uns, nicht ohne uns für den nächsten Tag "nochmal" im Geschäft zu verabreden, um mit Frau Alois' Tochter E. die Möglichkeiten auszuloten.

Hejeijei...
Am nächsten Tag dann trafen wir uns wie verabredet im Geschäft, plauderten ein wenig mit E. über die weiteren Pläne für die restlichen Stoffe, Garne und die Einrichtung - und trennten uns mit einem schweren Kopf voller Ideen.

Kurze Zeit später dann kam die Mail von M.: "Wenn nichts mehr dazwischen kommt, eröffne ich 'Frau Alois' im April!"

Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie mich diese Mail freute. Und bis heute freut.

Seitdem bin ich auf der Suche nach Möglichkeiten, um M. zu unterstützen. Mit einem Besuch des Neuköllner Stoffmarktes fing ich an. Ich kaufte eine kleine Auswahl frühlingshafter Stoffe. Das hat Spaß gemacht, war aber auch sehr anspruchsvoll, schließlich geht es ja nicht darum, was mir gefällt, sondern die Kundschaft in OWL. Ich hoffe, ich habe den Geschmack getroffen!


Darüber hinaus möchte ich einen Ordner erstellen mit guten Tipps und Hinweisen zum Thema Nähen, Stricken & Co.. Darin finden sich: Schnittquellen jenseits von Burda, kostenlose Schnitte (wie bspw. DIY love, farbenmix freebooks, DROPS Muster u.a.) und Inspirationen, bspw. durch Videos (z.B. Pattydoo). Ich denke, dass es sinnvoll ist, das erstmal ganz offen anzugehen und insbesondere Inspiration auch für diejenigen zu bieten, die erst wieder mit dem Nähen und Stricken anfangen.

Deshalb meine Frage in die Community: Habt Ihr noch Tipps, die ich in den Ordner aufnehmen kann? Ich würde mich sehr freuen, wenn der Ordner möglichst voll wird!

Nun steht also die Wiedereröffnung bevor und M. hat alle Hände voll zu tun.

Am Samstag war ich bei ihr um ihr ein wenig zur Hand zu gehen und sie bei den anstehenden Aufgaben zu unterstützen. Zusammen formulierten wir eine Pressemitteilung für das lokale Mitteilungsblättchen.

Ich machte ein paar Fotos vom Laden...






... und stöberte in den Ecken und Regalen. In einem hohen Regal in einem Nebenraum hatte ich schon bei früherer Gelegenheit etliche Kartons mit Aufschriften wie "Bikinis 36-38" und "Badeanzüge 40-42" gesehen. Jetzt nutzte ich die Gelegenheit, um diese genauer zu inspizieren. Und siehe da: in den Kartons befinden sich echte Schätzchen!



Ein ganzes Arsenal farbenfroher Bademode aus den 80ern! So cool! Als bereits sehr erfolgreiche Ebayerin wird M. die guten Stücke verticken. Ich bin mir sicher, dass sie sie alle loswird - wenn auch nicht in ihrem neuen Laden. Aber ganz sicher bei Kundinnen aus dem hippen Neukölln :)

Ich werde weiter berichten!

Dienstag, 3. März 2015

Monatsrückblick Februar

Ein wirklich anstrengender Monat ist zu Ende, sehr gut. Der Frühling macht sich auch schon startklar, es geht bergauf. Neu genäht hab ich praktisch nix, aber ein sehr altes, sehr großes Ufo erledigt und Retro-Schnitte in Amiland gekauft. Ich gebe den Tip ab: Der März wird gut!

Geschmunzelt:
Wer ein bisschen einsam ist und den Wunsch hat, mal richtig viel Post zu bekommen, dem empfehle ich folgendes: Gebe unter WG-gesucht.de eine Anzeige auf, in der Du ein Zimmer oder eine Wohnung in Berlin anbietet - in netter Lage, nah an Kreuzkölln, ruhig und grün, moderate Miete. Und dann: abwarten. Keine 5 Minuten später trudeln die ersten Antworten ein, stündlich werden es mehr und mehr.

Und die Leute sind wirklich klasse: "ehrlich, offen und spontan", machen "jeden Blödsinn mit" und wollen sich sehr gerne ins WG-Leben einbringen - aber natürlich respektieren sie auch, wenn Leute "sich mal zurückziehen". Sie sind "weltoffen, humorvoll, kreativ, sportlich interessiert", übernehmen natürlich ihren "Anteil an den alltäglichen Aufgaben und Pflichten" und sind "unkompliziert und umgänglich". Die "Partyzeiten" sind vorbei, das "Kochen mit Freunden" ist heute wichtiger. Sie sind "stubenrein, WG-erfahren und Fan gemeinsamer Aktivitäten" aber auch "viel unterwegs" - also praktisch nicht zu Hause? - und "lesen mal in Ruhe ein gutes Buch". Und last but not least: sind sie "Nichtraucher - aber auch kein Antiraucher" und natürlich: mögen sie Sauberkeit - ohne jedoch pedantisch zu sein.

Aus diesem bunten "Wünsch Dir was" müssen wir jetzt nur noch die zwei ALLERIDEALEN Leute rausfischen für unsere WG (die sich unter unserer Wohnung befindet und in der wir ein Büro nutzen).

Die Wohnungssituation in Berlin treibt echt irre Blüten...


Gekauft:
Nach Frau Kirsches Inspiration habe ich drei Original-Schnitte auf etsy erstanden. Das werden die ersten Übergangs-/ Frühlingskleider des Jahres!



Genäht:
Am Karnevalssamstag beim Frühstück kam es auf den Tisch: Die Kinder haben keine vernünftigen Kostüme, so können sie unmöglich zum Faschingsfest am Montag in Hort und Kita. Ich reagierte erstmal etwas verhalten, schließlich ist die Kostümierungsschublade recht voll und mir schwante, dass der dringende Wunsch nach neuen Kostümen nur einem Besuch der Karnevalsabteilung beim Quarkstadt mit einer Freundin und deren Mutter geschuldet war. Doch irgendwann sah ich ein: neue Kostüme müssen her. Nur: welche?
Für L1 war schnell ein Impro-Kostüm gefunden: Cowgirl. Für L2 ließen wir es noch offen.

Gefühlte 4 Stunden verbrachten wir in ebenjener Karnevalsabteilung. Ich konnte mich partout nicht entscheiden, eines der völlig überteuerten aber dafür billig gemachten (und noch dazu hässlichen) Kostüme zu kaufen. Also: In die Stoffabteilung! Nach diversen Überlegungen und Ideen stand schließlich fest: L2 wird Eisprinzessin. Super Idee, zumal die beste Freundin Eiskönigin wurde.

Der eisblaue Pannesamt war schnell zu einem brauchbaren Kleid vernäht. Eine Krone fand sich auch noch. Kind und Mutter: glücklich.

Das Ergebnis überzeugte alle Beteiligten auf ganzer Linie:




 
Geguckt 1: Den Oskar-Abräumer Birdmann. Schräg und sehr sehenswert!

Geguckt 2: Schulz in the Box - die letzten zwei Folgen fand ich gelungen und sehenswert. Die Radio-Sendung von Herrn Schulz wird hier gerne gehört und außerdem wird Herr Schulz regelmäßig hier im Kiez gesehen, das verbindet :)


Gelesen:

Sehr spannend: die Genderarchäologie dekonstruiert übliche Annahmen zur Vor- und Frühgeschichte des Menschen: spannend! Mit Weiterentwicklung der Methoden stellt sich plötzlich raus, dass in dem Grab gar kein Mann mit seinem Sohn lag - was wegen der Grabbeilagen Waffen "natürlich" angenommen wurde - sondern eine Frau mit ihrem Kind.

Zwangsverheiratung betrifft nicht nur Frauen und Mädchen, sondern auch - wenn auch weitaus geringer - Männer, die sich dem Moral- und Verhaltensdiktat der Eltern und Familie entziehen.


Wenn Bulimie zur besten Freundin wird.

Der doppelte Missbrauch durch Familie und Staat.

In der Berliner gab es anlässlich des Tags der Überlebenden gerade einen großen Artikel im Wissenschaftsteil, den ich Euch unbedingt ans Herz legen möchte, ebenso die Kampagne du bist kostbar der Deutschen Krebsstiftung.

Mittlerweile überleben viele Menschen eine Krebserkrankung oder leben mit der (chronischen) Krankheit etliche Jahre. Über die gesundheitlichen und psychischen Folgen, die eine Krebserkrankung für die Menschen auf Dauer hat, weiß man noch nicht so viel.
Die Kampagne rückt ins Bewusstsein, dass man Krebs heilen kann und dass es zunehmend ein Leben nach der Krankheit gibt. Und auch während einer Krebsbehandlung geht das Leben weiter.

So alptraumhaft die Diagnose Krebs nach wie vor ist: Sie rückt eines ins Bewusstsein: Leben ist kostbar - Du bist kostbar!
 
 


 
 
 

Mittwoch, 4. Februar 2015

MMM im Weihnachtskleid aus Streichelstoff


Guten Morgen zu einem neuen MMM!

Heute zeige ich Euch was Neues - mein Weihnachtskleid 2014, das letzte Woche fertig geworden ist. Kleiner Zeitverzug - so kann's gehen.




Die Fotos sind gestern entstanden, bei meinen Eltern in OWL. Unser Besuch hier, mitten in der Woche, rief große Verwunderung hervor: Was macht Ihr denn hier? Muss L1 nicht in die Schule? Doch schon... aber: In Berlin gibt es kurz nach dem Jahresbeginn nochmal eine Woche Winterferien. (Bevor jetzt gleich wieder gelästert wird über die faulen Ossis und Hauptstädter: Dafür sind die Weihnachtsferien eine Woche kürzer. Also: alles gut.) Diese Institution fand große Zustimmung, das finden die pragmatischen Westfalen toll, da kann man für wenig Geld Ski-fahren. O-Ton: Das sollten se hier mal einführen!

Oder den einzigen Schnee des Jahres genießen - die weißen Flecken sind in echt dicke Flocken.

Hier eine Impression vom Lorbeer im Garten, das Kleid hebt sich nur gering vom Hintergrund ab, aber es sollte mit in die Sammlung - ich hab 40 Bilder gemacht und könnte also noch etliche Bilder zeigen, aber die sehen ja schon alle irgendwie gleich aus....

Ihr merkt ich bin in Laune.



Der Schnitt ist Vogue 7717, den ich im letzten Jahr in senfgelb gemacht habe, jetzt gleich mit dem gefalteten Rock statt den Kräuseln. Nochmal der dringende Tipp an alle Nachnäherinnen: UNBEDINGT einen Faltenrock oder eine andere Rocklösung in Erwägung ziehen - dann ist der Schnitt absolut empfehlenswert. Das Kleid ist schnell genäht, die Ärmellösung mit kleinen Abnähern charmant, der Kragen wunderschön. Diese Variante gefällt mir ausnehmend.

Hier nochmal die Rückenansicht.



Der Stoff ist von Frau Alois - einer der letzten, die ich dort ergattert habe. Ein wunderschöner Streichelstoff, weich und warm und knitterarm, gut zu verarbeiten und wunderschön. Hier eine Nahaufnahme der Karos:


Die Knöpfe sind ebenfalls von dort:


Und die Brosche habe ich von meiner lieben Freundin M abgestaubt - bedankt!

 
Und jetzt bin ich gespannt auf die weiteren MMM-Teilnehmer heute!

Montag, 2. Februar 2015

Monatsrückblick: Das war der Januar

Zu Beginn dieses Blogs habe ich sehr regelmäßig Wochenrückblicke geschrieben. Vor gut anderthalb Jahren habe ich das aufgegeben, es war zeitlich einfach nicht zu schaffen. Da mir diese Tagebuchfunktion fehlt habe ich mir vorgenommen, zumindest wieder Monatsrückblicke zu schreiben. Ab heute gibt es hier also die monatlichen Highlights.

Genossen:
Ein Allein-ohne-Kinder-Paar-Wochenende-Vier-Sterne-Superior in Bad Saarow. Mit allem Drum und Dran. Perfekt. Nur zu kurz.

Gelacht:
Über "Frau Müller muss weg" - großartig!

Geklickt:

Noch für knapp 40 Tage kann jeder die Petition der Albert-Schweizer-Stiftung für die Abschaffung von Qualschlachtung unterstützen, die sich an Agrarminister Schmidt wendet. Auf der Website sind die Hintergründe kurz und knapp, aber in aller Klarheit dargestellt. Erst vor Kurzem habe ich zum ersten Mal von dem Schlachten hochträchtiger Rinder gehört. Dabei ersticken die lebensfähigen Kälber im Mutterleib. Die unvorstellbaren Arbeits- und Lebensbedingungen der in diesem System ausgebeuteten Menschen - die meisten aus Osteuropa - werden von der ZEIT in einem sehr lesenswerten Artikel dargestellt: Die Schlachtordnung.

Gelesen:

Anlässlich der Fashion Week gab die Berliner Einblick in die Produktion der Musterkollektionen.

Der Januar war berlintypisch trist und grau, noch nicht mal einen ordentlichen Winter hat er zustande gebracht. Lachen hilft ja bekanntlich und so schließe ich mich Jochen-Martin Gutschs Forderung an: Schiebt den Januar ab!

Ein Blick in die Familienhölle findet sich hier.

Bereits zum zweiten Mal lesen wir Emma im Knopfland - die wunderschön und phantasievoll illustrierte Geschichte über Emma, die im Haus ihrer doofen Tante unversehens auf Knopfgröße schrumpft und sich in Gesellschaft einer bunten Schar Knöpfe wiederfindet. Auf dem Weg zurück ins richtige Leben muss sie einige Abenteuer bestehen, nicht jeder Knopf ist ihr wohlgesonnen, aber mit der Hilfe ihrer neuen Freunde schafft sie es schließlich. Große Empfehlung für Nähnerd-Eltern!


Gekauft und gefreut:

Zu Weihnachten habe ich mir eine neue Overlock gewünscht. Gekauft habe ich sie mir kürzlich: eine JUKI MO-654 und zwar hier. Im Vergleich zu meiner alten Diskounter-Rüttelplatte schnurrt sie wie ein Kätzchen. Bin begeistert!


 
Gestaunt:
Dit is Motivation, wa!? Die Idee zum Iglu war mittags gefasst, das Eishaus stand am frühen Nachmittag. Alle haben angepackt, jetzt hat der Schlitten, der gerade oft zum Einsatz kommt eine neue Garage.
Man sieht es: In Ostwestfalen schneit's!
 







Mittwoch, 28. Januar 2015

MMM - im frisch genähten Traumrock

Das neue Jahr beginnt wie das alte: Mit wenigen Posts hier auf dem blog. Irgendwie bin ich raus... Wäre da nicht der wöchentliche MMM, die Parade gut gekleideter Frauen in selbst genähter Mode, der heute von Meike angeführt wird in einem hammerschönen Kleid.

Gestern Abend beeilte ich mich, zu diesem Anlass meinen neuen Rock fertig zu stellen. Das war schnell gemacht - es fehlten nur noch der Saum und diverse Bügelarbeiten am Bund. Schon war er fertig - mein neuer Traumrock!





Am Montag stand ich einigermaßen unentschlossen in meinem Nähzimmer. Ich hatte Zeit und wollte ein neues Projekt anfangen - aber was?! Die ausgewählten Stoffe passten nicht zu den schon abgepausten Schnitten, neue Schnitte abpausen kam nicht in Frage... da fiel mein Blick auf diesen Stoff. Schnell war der Plan gefasst und genauso schnell der Rock zugeschnitten. Um halb 10 startete ich mit dem Nähen - und um halb 11 zeigte ich das fast fertige Modell meinem Mann. Dieser, etwas irritiert: Was, schon fertig?!?

Das ist das tolle am selber nähen: Man kann sich im Handumdrehen die tollsten Kleider und Röcke nähen, noch dazu solche, die im Laden praktisch nicht zu finden oder unbezahlbar sind.


Übrigens ist der Rolli in echt deutlich pinker als er hier erscheint, nicht so lila. Wenn ich die Bilder jetzt sehe, ärgere ich mich, dass ich nicht noch Fotos mit schwarzem Rollkragen gemacht habe. Jetzt ist aber mein Fotograf schon aus dem Haus...

Hier jetzt nochmal mit Gerät:




Der Schnitt ist einer meiner absoluten Lieblinge:
New Look 6899, den ich im USA-Urlaub vor gut 2 Jahren gekauft habe und seitdem x-mal genäht habe.

Diese Mal also geblümt. Aber so was von. Den Stoff habe ich ebenfalls im Urlaub erstanden, in Oberbayern, beim Besuch der lieben Christel! Es handelt sich um einen pflegeleichten Baumwollstretch, sehr bügelfreundlich und einfach nur toll!




Ich denke mal, der Rock wird ein Ganzjahres-Liebling. Und wisst Ihr was? Den Stoff habe ich nochmal, und zwar in knallrot! Ich schätze, daraus wird auch ein Rock - für ein Kleid ist das Muster wohl too much. Aber wer weiß, vielleicht sieht die Sache im Sommer schon wieder ganz anders aus.
Bis dahin trage ich einfach mal meinen neuen Rock und freue mich auf die weiteren Präsentationen ganz alltäglicher Kleidung am heutigen Me Made Mittwoch.

Zum Abschluss nochmal ganz crazy :)

Mittwoch, 7. Januar 2015

MMM - Das schönste Kleid des Jahres 2014

Heute findet sich der folgende Text auf dem MMM blog:

Es ist mir eine Ehre, den ersten MMM des neuen Jahres einzuläuten und Euch alle hier in froher Runde und hoffentlich frisch und frohen Mutes begrüßen zu dürfen. Ich bin Melleni und schreibe - im letzten Jahr erschreckend wenig - auf talentfreischoen.

(Apropos: Fasst Ihr an Silvester gute Vorsätze? Falls ich mir welche machen würde, gehörte dieser sicherlich dazu: Im neuen Jahr wieder mehr Zeit und Energie mit dem Pflegen des Blogs und der liebgewonnenen Internetkontakte aufwenden.)

Der erste MMM der Winterpause dient traditionell der Rückschau. Viele haben ja "zwischen den Jahren" bereits Rückblicke auf ihren Blogs unternommen und so die Kleidungsstücke, Posts, Kommentare und Themen des letzten Jahres vorgestellt. Heute nun geht es darum, das "schönste Kleidungsstück" des letzten Jahres auszuwählen und uns allen hier (nochmal) vorzustellen.

Wie Ihr gleich sehen werdet, lege ich diese "Regel" recht weit aus und zeige drei Lieblingskleidungsstücke meines Nähjahres 2014, die für mich alle auf Platz 1 gehören.

Beim gestrigen Schreiben dieses Posts bin ich das Jahr nochmal durchgegangen und hatte einige Aha-Momente: Kleider, die ich gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, die mir so "durchgerutscht" waren und über die ich mich jetzt richtig freute. Ja, genau deshalb hatte ich ja mal mit dem bloggen angefangen: Für diese Form der ganz persönlichen "Werkschau".

Fangen wir im Sommer an: Dieses Jahr entdeckte ich (via Frau Knopf) den wunderbaren Schnitt Tiramisu von Cake Patterns: hier und hier. Anlässlich eines MMM unternahm ich dann den ultimativen Vergleich zwischen Tiramisu und Vogue 1027.
Wenn ich noch ein weiteres Highlight nennen sollte, ist es sicherlich der Badenixen Sew Along, der in diesem Jahr von Lotti gehostet wurde. Das Ergebnis - mein gepunkteter Tankini - wird nach wie vor äußerst gerne getragen. (Im neuen Jahr dann gerne auch öfter, siehe "gute Vorsätze").

Kommen wir nun zu meiner Auswahl ganz persönlicher Lieblingskleider 2014. Als erstes zu nennen sind unbedingt meine Dirndl nach Burda 8448. Dirndl? Ja, Dirndl! Und das kam so: Julia lud im Juli zum Dirndl und Tracht Sew along - und beim Anblick der Spring/Summer 2015 Kollektion von Lena Hoschek (bei Suschna findet sich die Show, hier die Kollektion) hat mich das Dirndl Africain Fieber gepackt. Es folgte eine gemeinschaftliche Großbestellung in London - und dann dieses Probe-Dirndl.

Heute zeige ich es mit einer wunderbaren Strickjacke der noch viel wunderbareren Wiebke, die mir diese Jacke vor Längerem geschenkt hatte. Sie ist wie gemacht für das Kleid, eine perfekte Kombination!

Also, dieses Kleid ist definitiv nicht nur mein Kleid 2014, sondern ein ganz heißer Kandidat für den Platz meiner besten Kleider überhaupt. Ich liebe es und trage es nach wie vor sehr ausgiebig und gerne. Sollte es irgendwann auseinanderfallen, habe ich - der Göttin sei's gedankt - den gleichen Stoff in schwarz-rot auf Lager. Cool, oder?


Ob mein Afrika-Dirndl eine ebensolche Karriere hinlegen wird, muss sich noch zeigen. Schick aussehen tut es auf jeden Fall schon mal:

Nachdem ich glücklich mit dem Probekleid war, dauerte es einige Zeit, bis ich das afrikanische Dirndl nähte. Irgendwas "wichtiges" (heißer Tipp: Datenauswertung!) ist wohl dazwischen gekommen - und schon war der klassische Dirndl-Monat Oktober vorbei und meine Motivation sank und sank. Irgendwann raffte ich mich auf und das afrikanische Dirndl erblickte das Licht der Welt - aber nicht die Nähblog-Welt.
 
Die Präsentation des Kleides habe ich mir bis heute aufgespart hat bisher irgendwie immer nicht hingehauen - und mal ehrlich: im Dezember macht das ja auch keinen richtigen Sinn. Das Kleid hing also an meinem Schrank, war ein echter Stimmungsaufheller, aber kam bislang nicht an die Luft. Wir werden sehen was der Frühling bringt.
 
Schön ist es ja! 
 
Kommen wir nun zu meinem dritten Platz 1: eine neue Version von Simplicity 7411, meinem all time favourite. Aus dem Schnitt sind bereits diverse Lieblingskleider entstanden, zum Beispiel dieses und dieses hier.

Da der Stoff eines sehr gerne getragenen Kleides sich langsam zu Tode pillt, wollte ich mir unbedingt ein neues rotes Kleid nähen. Und dies ist es geworden:


Der Stoff ist von diesem Trip in die schöne Kaiserstadt, gekauft bei Julis ehemaligem Nachbarn :).

Was soll ich sagen? Der Stoff und das Kleid sind perfekt! Es lässt sich zu wirklich jeder nur erdenklichen Gelegenheit tragen: zur Arbeit, auf dem Sofa, an Weihnachten, Silvester, morgens, mittags, abends. Immer.

Besonders happy macht mich, dass ich die Ärmel - im Zuge einer himmlischen Eingebung - abgeschnitten habe. Ich dachte mir: Mh, das könnte eine gute Idee sein, so ist es wandelbar und muss nicht jeden Tag in die Maschine. Und siehe da: Das stimmt. Man kann es an allen Weihnachtstagen hintereinander tragen - wenn man denn will. Da der Weihnachtskleid Sew along an mir vorbei gegangen ist, hab ich genau das gemacht. So wurde das letzte Kleid des Jahres, anders als geplant, mein diesjähriges Weihnachtskleid.
 

Etwas symptomatisch vielleicht, dass dieses für mich stressige und energiezehrende Jahr mit einem völlig uninnovativen Schnitt und Kleid geendet ist. Solange ich damit aber gut aussehe, kann ich damit aber sehr gut leben :).



Dienstag, 23. Dezember 2014

Feierliches auf die Ohren

So langsam kehrt hier auch etwas ein, das man weihnachtliche Muße nennen kann. Mal sehen, was der Tag noch so bringt.
Vor einigen Wochen habe ich nach vorweihnachtlichen Konzerten gesucht, die wir besuchen könnten. Wie in jedem Jahr waren andere schneller und die großen Veranstaltungen - Philharmonie, Deutsche Oper etc. - waren alle schon ausverkauft. Dann gab mir eine nette Frau an der Konzertkasse einen Tipp: Das weihnachtliche Kinderkonzert des Deutschen Symphonie Orchesters aus dem großen Sendesaal des RBB. Der Name machte mich neugierig: Wo der Weihnachtsmann wohnt - das Buch ist hier Dauerbrenner der vorweihnachtlichen Kinderliteratur. Ich freu mich heute noch über den Tipp - wir hatten einen wunderschönen Vormittag!

Und jetzt mein Tipp an Euch: Das Konzert wird am 1. Weihnachtstag vom kulturradio gesendet.

Habt einen schönen letzten Vorweihnachtstag!