Seit ich vor zwei Wochen im Radio begeisterte Plattenbesprechungen gehört und mir umgehend die zwei CDs bestellt habe (und zwar hier statt beim großen bösen Onlinehändler) höre ich sie bei jeder Gelegenheit.
Bevor es dann soweit ist, solltet Ihr noch unbedingt unser MMM-Spenden-Video angucken. Auch wenn die Welt dann ganz unverhofft doch nicht untergeht: ewig wird es sicher nicht im WWW zu finden sein. Wir machen uns nämlich ganz schön zum Affen.
Hätten wir die Aktion gemacht, wenn wir vorher gewusst hätten, was da auf uns zukommt? Ich schätze mal: Nein. Aber so ist es ja mit vielem im Leben. Jetzt ist es raus und wir können stolz auf uns sein. Und Ihr auch, denn ohne die vielen Spenden hätten wir nicht dermaßen über unser unser Ziel hinausgeschossen.
Ich hab ja ewig nichts mehr zu meinem Soundtrack veröffentlicht. Nicht selten höre ich Lieder, über die ich schreiben möchte, aber in der letzten Zeit ging es einfach oft unter.
Im Radio hörte ich, dass heute - bei DEM Wetter - Grönemeyer in der Waldbühne auftritt. Es regnet hier seit halb 9 ohne Unterlass, da ist ein bisschen Solidarität mit den Zuhörern und Zuhörerinnen sicher nicht verkehrt.
Seit ich musikalisch denken kann, gehört Grönemeyer zu meinem Leben. Ich erinnere mich, dass er in Beverungen, einem kleinen Nachbarstädtchen in meiner Heimat mit einem sehr, sehr umtriebigen Kulturverein, schon Mitte der 80er Jahre aufgetreten ist. Morgen ist es wohl wieder soweit!
"Sprünge" und "Bochum" hab ich eher so am Rande oder retrospektiv mitbekommen - vor allem über eine Freundin mit älteren Geschwistern -, spätestens mit Ö wurde ich dann zur Grönemeyer-Hörerin. Auch die folgenden Platten: Luxus, Chaos und Unplugged gehören zu meiner Sammlung.
Richtig spannend wurde es dann mit Bleibt alles anders. Die Platte erschien 1998. 7 Jahre später haben wir uns entschlossen, zu heiraten und fanden diesen Aphorismus genau passend als unser persönliches Motto. Bleibt alles anders steht nun, in meiner Handschrift eingraviert im Ring des Liebsten. Ich dreh mich um Dich, das sich auf eben dieser Platte befindet, gehört sicher nicht zu den Gassenhauern und Hits von Grönemeyer. Wir haben es als eines von drei Liedern für das Standesamt ausgewählt.
Im September 2000, drei Tage vor dem 9. September, starb meine Oma. Ich hatte sie, zusammen mit meiner Mutter und deren Cousine, begleitet. Es schloss sich eine intensive Trauerphase an, eine sehr wertvolle und wichtige Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Mitten in dieser Phase wurde Mensch veröffentlicht. Ich habe wochenlang dieses Lied und die ganze Platte rauf- und runtergehört. Hammer.
Die folgenden Platten - 12 und Schiffsverkehr - haben mich nicht wirklich überzeugt. "12" hat mir mein Mann im Wochenbett nach der Geburt von L1 geschenkt. Ich glaube, ich habe sie 2 mal gehört.
Ich weiß gar nicht, auf wie vielen Konzerten ich bislang war, vielleicht 5 oder 6. Bei der Mensch-Tournee sind wir gleich zweimal hin, im vor(?)letzten Jahr bin ich kurzentschlossen nach einem Nähkränzchen bei Wiebke ins Olympiastadion zur Schiffsverkehr-Tour.
Man kann ja zu Grönemeyer stehen wie man will - derart erfolgreich über einen solchen Zeitraum ist kaum Künstler. In den 90ern war ich auch mal auf einem der großen Stadionkonzerte von Westernhagen - erinnert sich noch wer? Ok, das ist kein wirklich überzeugendes Argument - hat nicht Andrea Berg noch mehr Platten verkauft und Modern Talking auch??? - aber: wenn ein anhaltender kommerzieller Erfolg einher geht mit einer stetigen musikalischen Weiterentwicklung, ist das schon respektabel.
Seit ein paar Jahren gehört Rainald Grebe zu meinem - und unserem - Leben. Ich mag nicht alles von ihm, aber seinen anarchischen Humor, der manchmal etwas brachial ist, herrlich naiv und nicht immer politisch korrekt, die Texte, die Geschichten - das gefällt mir schon sehr.
Er nimmt alles und alle auf die Schippe und sich nicht besonders ernst. Das Konzert im letzten Jahr in der Waldbühne war ein Highlight.
Bernd von der Stiftung Warentest ist unser Heimfahrt-Klassiker. Wenn während der Heimfahrten nach OWL kurz hinter Potsdam kein Radio 1-Empfang mehr gegeben ist und wir bis Uslar im großen Dudelfunkloch stecken (besser: fahren) hilft nur eins: Rainald Grebe. "Ha`m wa wieda was gelernt vom Bernd" kann die Große perfekt mitgrölen. Spaß pur.
Das Lied hat auch noch eine kleine biographische Komponente: Nicht lange bevor ich dieses Lied während eines Grebe-Konzerts zum ersten Mal hörte, hatte ich mich bei ebendieser Institution beworben. Leider kam ich nur auf Platz 2, was ich bis heute immer noch recht schade finde.
Bei youtube sind nahezu alle Klassiker und die neuen Sachen von Grebe vertreten: einfach mal durchhören!
Das Lied passt grad aus unterschiedlichen Gründen: Wir planen gerade unseren Urlaub in die Staaten und bei unserem ersten USA-Trip war Cat Stevens on board und wurde rauf und runter gespielt, auf dem highway in Wisconsin, Chicago und New York. Hach.
Und seit ich Töchter habe rührt mich dieses Lied immer zu Tränen: Mein Mädchen, das ist ne harte Welt da draußen, ich werde Dich immer lieben. Und Dich immer als Kind erinnern. Pass auf Dich auf. Es gibt so viel schlechtes da draußen. Man kommt nicht immer mit nem Lächeln durch. (Es geht doch um die Tochter, oder verstehe ich da was falsch???)
Wie wahr.
Ich wünsche meinen Töchtern Stärke und Mut, eines Tages in diese doch recht harte Welt zu gehen und ihre Frau zu stehen. Was auch immer das heißen mag, 2025ff. Doppelhach, schnief.
Das Duo Boy ist für mich die Entdeckung des letzten Jahres. Ich hab grad mal nachgeschaut, Mutual Friends, die Platte der beiden, ist im Herbst 2011 erschienen - üblicherweise bekomme ich so Neuentdeckungen immer erst ein halbes Jahr später mit. In diesem Fall war ich dann wohl mal in time.
Ich hab mich etwas schwer getan, ein Lied für diesen post auszuwählen. Tatsächlich ist keines auf der Platte, das mir nicht gefällt. Drive Darling wäre mein spontaner Favorit gewesen - aber irgendwie erinnert es mich an Driving home for Christmas von Chris Rea (das verlinke ich jetzt mal nicht), ich würde es also eher in die Winter-Schublade stecken. Wenn ich aber rausgucke klopft der Frühling recht laut an die Tür, so dass ich mich für dieses Lied mit der schönen Zeile while spring is making promise outside und dem vielen Sonnenschein im Video, das Lust auf den Sommer in der Stadt macht, entschieden habe.
Unter Vertrag stehen die beiden Frauen - die Hamburgerin Sonja Glass und die Zürcherin Valeska Steiner - bei Grönland Records, dem Label von Herbert Grönemeyer (der hier auch noch unterkommen wird, demnächst). Sie haben über 2 Jahre an der Platte gearbeitet, wie man hier lesen kann - eine Arbeit, die sich gelohnt hat. Gibt es eigentlich noch andere - erfolgreiche - Frauenduos? Mir fällt grad keines ein.
Ich wünsche allen ein fantastisches und sonniges Wochenende!
Die Platte Harvest von Neil Young hab ich schon ewig in meiner Sammlung (ich spreche wie immer von einer CD-Sammlung).
Ein Mitschüler hatte sie mir geliehen - das ist wirklich ewig her, 20 Jahre... oh Schreck! - ich glaube ich habe sie mir aufgenommen und später dann mal als CD gekauft.
Auf kaum einem Aktionstisch der großen MultiMedia-Märkte fehlt diese Platte. Man kann sie also für kleines Geld erstehen - und wird es kaum bedauern.
Andere Musik von Young hab ich nie gehört. Ich mag diese Musik, vor allem an Herbstabenden - ach - wähle ich sie immer wieder gerne aus.
Ganz oben auf meiner persönlichen Hitliste steht Peter Fox.
Im Sommer 2009 wurde ich höchst spontan zum Konzert (in der Waldbühne, glaube ich) eingeladen. Völlig begeistert haben wir noch Restkarten für das zweite Konzert gekauft. Im gleichen Jahr war ich für Interviews in Bayern unterwegs. Das Leihauto, das ich fuhr, hatte zufällig einen CD-Player - und in meiner Tasche war, ebenso zufällig, die Platte (aka CD) von Peter Fox. Es war Sommer, es war warm, ich fuhr durch die bayrische Provinz von einem Biohof zum nächsten und hatte eine richtig gute Zeit.
Dieses Lied nun hatte ich mir (neben anderen) für die Geburt von L2 ausgesucht, was man halt so macht, als moderne Schwangere. Im Ernst: Ich dachte mir was kann es kraftvolleres geben als diese Musik? Ich geb ja zu, dass das vielleicht eine etwas ungewöhnlich Musikwahl ist, aber wenn man die Lautsprecher ganz laut dreht - und nicht soo genau auf den Text achtet - kriegt man vielleicht eine Idee davon, was ich meine.
Es kam dann anders: nach 1 Stunde im Geburtshaus war das Kind da, da war noch nichtmal Zeit die CD überhaupt auszupacken.
Ich hätte hier jetzt noch die Hälfte der Platte verlinken können: Der letzte Tag, Das zweite Gesicht, Alles neu... (wär vielleicht der passendere Geburtshit gewesen?) - gefällt mir fast alles absolut gut!
Nur schade, dass es wohl bei dieser einen Platte bleiben wird. Aber, klar, so werden Mythen gemacht.
Die etwas wertvolleren Popsongs müssen warten, ich hab ein Lied im Ohr und das will raus.
Ich hab ja gesagt, es geht ans Eingemachte.
Ich hatte die ganze Platte (ja, genau, die Schallplatte, wir erinnern uns?) von Belinda Carlisle. Die Platte kam 1987 raus, ich war also 12, 13 Jahre alt. Ewig her, also. Ich erinnere mich an eine dicke Freundschaft zu S. Der Sound zu dieser Freundschaft, gewissermaßen. Viel mehr kann ich auch gar nicht plaudern. Schön, das Lied mal wieder gehört zu haben!
Melleni
Heute nun in der Reihe Lieder meines Lebens: Whish you were here von Pink Floyd.
Pink Floyd kenne ich ungefähr seit meinem 16. Lebensjahr. Freunde gingen zu einem der letzten Konzerte der Combo, während ich auf ihre Kinder aufpasste. Danach habe ich die Musik erst richtig kennengelernt, mir einige Platten gekauft und diese eine ganze Zeit lang rauf und runter gespielt.
Irgendwann war mir klar: Whish you were here wird das Lied meiner Beerdigung. Vielleicht ist das ein wenig vermessen, aber wenn ich drüber nachdenke, möchte ich eigentlich, dass nur Menschen auf meine Beerdigung kommen, die mich auch wirklich vermissen. Und dann ist es doch wieder angemessen und passend.Ich hoffe, ich verschrecke jetzt niemanden mit diesen Überlegungen, Beerdigung und so. Mir ist schon klar, dass das für viele ein Thema ist, mit dem sie sich nicht so gerne auseinandersetzen. Das ist kein Spleen und auch keine Koketterie. Ich halte es für nicht so verkehrt, sich frühzeitig ein paar Gedanken zu machen.
Generell muss ich sagen, dass Popmusik mich schon lange begleitet, ich aber kaum richtiger Fan gewesen bin mit allem Zick und Zack. Ich weiß nie besonders viel über Band und Sänger/in, kenne mich nicht unbedingt aus mit biografischen Daten und kann vielleicht auch nicht sämtliche Platten seit 1974 runterspulen. Ich hatte auch nie so eine Phase des intensiven Texteübersetzens. Ich gehe da eher so intuitiv vor: gefällt mir - gefällt mir nicht. Hört sich gut an - kann ich nix mit anfangen.
Ein bisschen was zum Background Pink Floyds hab ich mir im letzten Jahr mal wieder angelesen - so auf Wikipedia Niveau - als der Liebste und ich zum The Wall Konzert in der "Mehrzweckhalle am Ostbahnhof" (auch bekannt als O2 World :-) gingen. Das Konzert war der Oberhammer.
Den gleichnamigen Film habe ich vielleicht mit 12, 13 gesehen. Und ihn nicht wirklich verstanden, ziemlich schräg gefunden, die ganze Geschichte, die Umsetzung - schräg halt.
Ich weiß, dass dieser ganze Psychedelic Rock für manche ziemlich kitschig ist und man manchen mit Pink Floyd jagen kann. Ich hingegen bin nach wie vor sehr angetan, wenn ich diese Musik höre und wer je eines der Konzerte erlebt hat, dürfte sein Leben lang den Sound in Herz und Ohr tragen.
Nein? Meine Handarbeitslehrerin kannte Melanie. "Ist das die, die immer so schrecklich jault?" So oder so ähnlich ihre Reaktion auf... Ja, auf was? Keine Ahnung, wie wir auf Melanie kamen. Ich hab so eine Ahnung, dass Frau B. die Stimmung in ihrem langweiligen hochkonzentrierten Unterricht heben wollte und um musikalische Untermalung bat.
Die Geschichte geht so: Melanie habe ich im zarten Alter von 3 kennengelernt. Mein damaliger Babysitter U. hatte (mindestens) eine ihrer Platten - die echten, schwarzen, aus Vinyl! Da fällt mir ein: das Plattencover war so toll und die ganze Hülle wunderschön gestaltet. Sowas gibts ja heute gar nicht mehr. Ich werde alt - und ich war wohl sehr begeistert von eben diesem Lied:
"And I walked outside the door and I saw the cow. And I said: Oh Muh, you know, don't you, you know that I don't eat cows. And the cow didn't say anything except: MMMMMMMMMMMMelanieeeeeeeeee. And so I wrote him this song. And I wrote it really for all the cows."
Dieses Lied hat mich dermaßen beeindruckt, dass ich 10 Jahre später dann tatsächlich mit dem Küheessen aufgehört habe und seitdem auch nie wieder eine verspeist habe. Und wenn ich einen Tip abgeben sollte würde ich sagen: das wird auch bis an mein Lebensende so bleiben.
Hah, ein klasse cliffhanger! In der nächsten Woche stelle ich dann einfach mal das Lied vor, dass auf meiner Beerdigung gespielt werden soll.
Diese Kolumne beginnt mir Spaß zu machen.
Melleni
PS: Ach ja: Frau Safka ist noch immer als Sängerin aktiv, man glaubt es kaum. Vor 2 Jahren oder so gab sie in Berlin ein Konzert, zu dem ich leider, leider nicht konnte. Ich wäre hingegangen und hätte ALLLE, wirklich alle Lieder mitgegrölt. Ich bin nämlich stolze Besitzerin einiger ihrer Platten und kann nahezu alle Lieder mitsingen. Tief in meinem Herzen bin ich wohl doch ein Blumenmädchen. Seufz.