Montag, 29. Juli 2013

Reiserückblick: zwei Wochen in Weißblau

In den zwei Ferienwochen (die auch schon wieder zwei Wochen zurück liegen) sind wir zu echten Bayernfans geworden. Auch wenn natürlich politisch einiges alles dagegenspricht: Bayern ist schön!

Im Ernst: das war der entspannendste Urlaub seit wir nicht mehr allein zu zwei verreisen ever. Ich hab mehr als zwei ganze Romane gelesen - noch irgendwelche anderen Beweise nötig?

Im letzten Jahr haben wir uns einen lang gehegten Traum erfüllt und sind den Highway # 1 von L.A. nach San Franciscos gefahren - mit zwei kleinen Kindern wahrlich kein Entspannungsprogramm (hier, hier, hier und hier - Tage 13 bis 21 fehlen noch...). Um unsere persönliche Klimabilanz zu schonen war nach diesem Großurlaub klar: Wir bleiben im Land. Ich erinnerte mich an einen klasse Arbeitstrip an den Chiemsee - und schon stand das Ziel fest: Oberbayern! Lässt sich auch prima mit Besuchen von sehr netten Menschen kombinieren. Juchheee!

Ein paar Grippetage im Februar verbrachte ich auf dem Sofa mit der Suche nach einer schönen Unterkunft, gerne auf einem Bauernhof. Nach gefühlten 758 rustikalen Vollholz-Einrichtungen und einigen Tagen Ruhe für die Augen (und der Überlegung, dass wir die Wohnungen ja nicht kaufen wollen), entschieden wir uns für den Gilghof im schönen Weiler Sandgrub.

Eine gute Wahl!

So wurden wir empfangen:
 
Zum Runterkommen und Lesen war die Terrasse perfekt:
 
Das Begrüßungskomitee: Mona und Lisa - oder Lisa und Mona?!

Leider nicht fotografisch festgehalten hab ich die alltäglichen Großereignisse für die Kinder - die uns höchst entspannte Zeiten verschafften: noch warme Hühnereier aus den Nestern holen und frisch gekochte Frühstückseier genießen, per Trecker Gras für die Viecher holen und verfüttern, Sausewind, die Meersau, streicheln, kuscheln und füttern, Hühner beim Picken und Scharren beobachten, den Fuhrpark austesten und mit dem Kettcar fast das Auto der anderen Gäste demolieren, stundenlang auf dem Großtrampolin verbringen, dicke Freundschaft schließen mit dem Ferienkind in der zweiten Wohnung ("Geheimschwester")...

Der Reiseort Bauernhof hat mindestens zwei entscheidende Vorteile: Die Kinder können - noch vor dem Frühstück - raus, sich bewegen und zwar ganz autonom. Und, mit etwas Glück, gibt es noch andere Kinder im ähnlichen Alter, was ebenfalls zur Zufriedenheit aller beiträgt. Die einzigen stressigen Situationen am Tag hatten wir tatsächlich nur, wenn es morgens ums An- und abends ums Ausziehen ging. Und: die Region war hochwasserbedingt in diesem Jahr ziemlich mückengeplagt, das haben wir sehr zu spüren bekommen.

Nach ein paar Tagen des entspannten Abhängens starteten wir mit Erkundungen in die nahe Umgebung. Genial war das Freibad in Trostberg, wunderhübsch die Altstadt von Wasserburg, entspannend der Chiemsee mit der Herreninsel, interessant das Bauernhausmuseum in Amerang und ruhig und schön ein Besuch auf dem Gipfel des Hochfelln.

Sehr ans Herz gelegt haben uns unsere Vermieter den Trachtenumzug in Frabertsham.

Für eine Reise in den Süden sprach auch, dass wir so auch gleich noch tolle Bloggerinnen und deren Familien besuchen konnte. Wunderbarerweise hatten beide Zeit und Lust auf uns: Bei Christel und ihrer unheimlich netten Familie verbrachten wir einen entspannten sonnigen Tag, zuerst im eigenen Garten, später im Biergarten - und zwischendurch im Stoffgeschäft vor Ort mit klasse Angebot. Die Männer behaupteten doch tatsächlich, wir wären 2 Stunden weg gewesen... Dabei war der Laden doch gleich um die Ecke :)

Hier die Ausbeute:


Das bild unten links zeigt eine Tischdecke, die ich bei einem Hoftrödel getrödelt hab. Zugeschnitten hab ich sie schon, morgen oder übermorgen wird sie zu einem - ihr ahnt es... - Tellerrock :)

Gekauft hab ich noch mehr, und zwar hier: Ich bin nun auch stolze Besitzerin eines GERÄT - mein direkt vor Ort gekauftes Geburtstagsgeschenk. Wie gut, dass ich mich noch an die Quelle und den Namen von Meikes Gerät erinnerte und wie praktisch, dass es sich um einen Münchner Laden - im Gewerbegebiet! - handelte und wie noch praktischer, dass wir ohnehin nach München wollten und der nette Beitzer sich gerade dort aufhielt und mich so beraten und mir den Soft Lace verkaufen konnte. Der Laden ist nämlich kein Laden im eigentlichen Sinne sondern ein Lager, das man aber nach Absprache aufsuchen kann und das so aussieht:
Und wo ich schonmal da war musste ich auch noch die hübschen Kleider begutachten und konnte dieses nicht einfach dort lassen (Foto an der Frau derzeit wetterbedingt nicht möglich):

Wie schon erwähnt hab ich für meine Verhätlnisse richtig viel gelesen:
Kinderbücher u.a. diese zwei: Das schon länger in unserem Beitz befindliche und jetzt wiedergefundene Mein Haus ist zu eng und zu klein von Axel Scheffler und Julia Donaldson, dem Grüffelo-Team. Sehr schön für die Kleinen.

Neu entdeckt: Die Reihe Erst ich ein Stück dann Du, für Erstleser. Bekannte Bücher und Klassiker wurden nach dem Prinzip neu aufgelegt: ein Teil des Textes ist extra groß und in Druckbuchstaben gestaltet, so dass das Kind mitlesen kann. In unserem Fall haben wir Heidi gelesen, eine Geschichte, die ich als Kind geliebt habe. Hübsch illustriert, sehr zu empfehlen.


Ein ganzes halbes Jahr von Jojo Moyes: Eine Geschichte, die ein wenig an Ziemlich beste Freunde erinnert, hier jedoch als sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Will, der seit einem schweren Unfall im Rollstuhl und schwer depressiv ist und Louisa, die, ohne davon zu wissen, engagiert ist, um aufzupassen, dass er sich nicht das Leben nimmt. Klingt kitschig, ist aber schön :)


Und - der Tip der Fachfrau bei Hugendubel - Jodi Picoults Beim Leben meiner Schwester. Die Geschichte einer Familie, deren Alltag einzig um die chronisch leukämiekranke Kate kreist. Anna, die jüngere Schwester, kam auf die Welt, um ihrer Schwester mit Stammzellen das Leben zu retten - und die folgenden 13 Jahre immer wieder Prozeduren über sich ergehen zu lassen. Mit 13 nimmt sie sich einen Anwalt, um in gesundheitlichen Fragen nicht mehr über sich fremdbestimmen zu lassen. Klingt ebenfalls hochdramatisch - ist aber gut geschrieben und vor allem sehr gut recherchiert. Das Dilemma in dem sich Anna befindet - moralisch, rechtlich, ethisch, emotional - wird sehr überzeugend beschrieben. Trotz des Plots musste ich nur am Anfang und am Ende ein paar Tränen verdrücken, kein Rührstück also :)

Auf der Heimfahrt haben wir noch zwei Tage bei einem alten Freund im schönen Regensburg verbracht.



Zum krönenden Schluss ging es zu Julia und ihrer Familie, die uns zwei ganz tolle Tage im schönen Franken geschenkt haben. Die Kinder haben sich gut verstanden, der Wein war lecker, das Essen ebenso - wir hatten Spaß und wollten eigentlich noch bleiben...


Fazit: Wenn nichts dazwischen kommt, machen wir genau diesen Urlaub im nächsten Jahr wieder. Im Ernst: Es war ganz und gar wunderbar.

Kommentare:

  1. Hört sich gut an! Ich finde solche eher "langweiligen" Urlaube im eigenen Land um einiges erholsamer als ganz aufregend irgendwohin weit weg zu fahren - da ist die Erholung nach dem Rückflug irgendwie schon wieder aufgezehrt.

    AntwortenLöschen
  2. Da würden wir uns aber außerordentlich freuen, wenn Ihr uns dann nächstes Jahr wieder besuchen würdet ... Ihr seid nämlich auch eine unheimlich nette Familie!
    Christel

    AntwortenLöschen
  3. Klingt in jeder Beziehung super, ich mag Bayern auch (von der Politik abgesehen...). Schöne Sachen hast Du gekauft, würde mir alles auch sehr gefallen....
    Ich hoffe, die Erholung hält noch ein bisschen an...
    Herzliche Grüße
    Sabine

    AntwortenLöschen