Samstag, 10. September 2011

Taufkleid(er)

Effizient ist anders: Sowohl für meine Große als auch meine Kleine, die an diesem Wochenende getauft wird, habe ich gleich zwei Kleider für das "große Ereignis" genäht. Ach ja, fast vergessen: Für mich auch... Ich bin eigentlich nicht so. Aber dieses Mal hat es sich einfach so ergeben.

Geplant waren zwei rotkarierte Dirndl, äh Kleidchen mit Herzchenknöpfen.
Der Liebste konnte mich dann aber davon überzeugen, dass zu einem solchen Anlass die Person im Mittelpunkt - das zu taufende Kind - ein ganz eigenes Kleid tragen sollte.

Ok, der Schnitt (aus der aktuellen ottobre) ist schön und nicht wirklich schwer, so dass ich nochmal zum Markt ging und nach einer neuen Stoffvariante fahndete. Puh, am Ende wurde es dieser Mädchentraum in Pink.

Nun gut. Irgendwie war aber auch bei L2 der Wurm drin. Ich habe diverse Shirts, Bodys und Hosen zum Unterziehen angeschleppt, weil mir nichts richtig gefiel und ich irgendwie nicht wirklich glücklich war - aber eher so intuitiv.

Die Knöpfe nähte ich vorgestern an. Gestern die Anprobe. Der Liebste war merklich nicht begeistert. Ich zunächst mal sauer. Dann jedoch hab ich schnell umgeschaltet auf: Mh, er hat eigentlich Recht.



Und also gestern nach der Arbeit noch schnell zu Karstadt (ohne Ergebnis) und dann kurz vor Feierabend zum Markt. Stoff-Such-Marathon.


Ich bin nicht so ein Fan dieser Braut- und Reinheits-Analogien bei Tauf-, Kommunion und WasWeißIchNochkleidern. Zur Sicherheit habe ich mich dann für gleich drei Stoffe entschieden: einen braunen mit großen Punkten, einen mit rosa Minipunkten sowie einen mit Streublümchen. Dazu noch Bordüren.





Zu Hause die Waschmaschine angeschmissen sowie den Trockner (den ich eigentlich gar nicht haben wollte aber mein großes, schlechtes Ökogewissen kann inzwischen mit unserem Highend-Super-Duper-Öko-Trockner sehr gut leben *flöt*)

Und dann ans Nähen gemacht. Der Schnitt ist eine verlängert Hannah von Farbenmix. Schon diverse Male genäht, schöner, einfacher Schnitt, sichere Sache.

Ich kann das Kleid hier natürlich nicht zeigen. Sag auch nicht, welcher Stoff es letztlich geworden ist. Ein bisschen Überraschung muss sein. Falls die Gäste hier lesen. Dazu dann morgen oder Montag mehr.

Nur so viel: Der Liebste ist sehr angetan und schon aus diesem Grund bin ich zufrieden. Das Kleid ist schön geworden. Ich bin froh, diese Aktion jetzt noch gestartet zu haben. Ich hätte mich vermutlich ewig über das erste Kleid geärgert. Das wird auf jeden Fall auch angezogen, es ist ein süßes Kleid, aber nicht für diesen Anlass.

So, jetzt muss ich noch ein bisschen was vorbereiten, Kuchen backen, aufräumen etc.pp.

Schönes Wochenende!

Melleni

Mittwoch, 7. September 2011

Me Made Mittwoch - Probetragen vom Nähkränzchen-Kleid

Vorwort: Der heutige Post müsste eigentlich heißen: Me Made Tuesday - ich pfusche ein wenig, denn gestern war schönster Sonnenschein, heute herrscht ein regenverhangener Himmel. Ich wollte aber soo gerne das Kleid heute zeigen... Ich hoffe, Ihr verzeiht :-)

Am Sonntag fand das diesjährige Spätsommer-Nähkränzchen statt. Wie es der Zufall will, haben beide diesjährigen Nähkränzchen an den zwei gefühlt heißesten Tagen des Jahres statt. Es war so heiß, dass man fast schon froh war, drinnen zu sein. (Naja, fast...)

Das Nähkränzchen hat sich zu einer recht festen Institution mit einem festen Rythmus von ca. 3 Monaten entwickelt. Das schöne ist: ein ganzer Tag gehört ausschließlich dem Nähen. Der Stoff ist vorbereitet und zugeschnitten und es kann direkt losgehen. Wenn man mal vom ausführlichen Plauschen absieht - und dem essen der immer sehr leckeren mitgebrachten Büffet-Beiträge - herrscht eine konzentrierte und sehr geschäftige Atmosphäre.

Mein ursprünglicher Plan sah ein Jackett vor. Dann schwenkte ich um in Richtung Dirndl. Aber ich besann mich eines besseren, kramte im Stoff- und Schnittelager und entschied mich für Wickelkleid Butterick 5030. Das perfekte Kleid für den festlichen Anlass.

Ich habe mich für Modell D entschieden. Ich mag vor allem den großen, tollen Kragen - so ein schöner Effekt!


Heute, am freien Tag, trag ich nix spektakuläres, aber gestern habe ich das Kleid probegetragen, am Sonntag folgt dann das Familienfest, für das es auch gedacht ist.

Ich habe den Schnitt bereits im letzten Winter ausprobiert, mit einer dunkellila Gabardine. Damals wie heute bin ich sehr angetan. Es trägt sich super, das rot gefällt mir ausgesprochen gut und die Umsetzung ist nicht allzu schwer. Die Anleitung ist in englisch und französisch, wer englisch versteht und nähen kann müsste gut damit klarkommen.

Hier liegt noch ein schwarzer Georgette, ich hab so ne Ahnung, was er werden will :-)

So, jetzt mal schnell zur Kita gefahren - und dann mal bei Euch vorbeigeschaut, bin gespannt, was es heute wieder zu entdecken gibt.


Melleni

Dienstag, 6. September 2011

Das Nähfragezeichen Nr. 4

Meike fragt heute wieder mal die Community:


Planvolles, saisonales Nähen?
Näht Ihr nach Lust und Laune das, was gerade im Kleiderschrank fehlt oder Euch als Inspiration über den Weg gelaufen ist, oder bereitet Ihr Euch (mehr oder weniger) systematisch auf die nächste Jahreszeit vor und erstellt eine kleine Kollektion? Ich bin ja eher irritiert, wenn ich im Hochsommer nach Wintermänteln Ausschau halten soll und dabei Spekulatus knabbern könnte. Aber wenn man selbst produziert, könnte man ja durchaus planvoll vorgehen, schließlich braucht alles seine Zeit. Wie haltet ihr es mit dem planvollen Nähen?
Nun, ich würde sagen: das ist bei mir so eine Mischung. Ich nähe insofern IMMER saisonal, als ich niemals im Mai einen Wollrock oder im September ein Sommerkleidchen nähen würde. Macht das denn irgendwer? Also eher: mehr oder weniger systematische Vorbereitung auf die nächste (oder laufende) Saison. (Ich frage mich allerdings, warum die Burda nicht stärker Vorlauf hat. Da muss man ja doch eher eine Vollzei-Näherin sein, um sich an den aktuellen Heften abzuarbeiten, wenn man halbwegs zeitnah die Sachen fertig bekommen will. Ich schweife ab...)
Im Prinzip ist es so, dass ich ein bisschen antizyklisch bin - und zum Beispiel Mitte August eher nichts sommerliches mehr macheund Anfang März mich schonmal an ein Frühlingskleid traue.
Generell ist es so, dass es eine ToDo-Liste gibt, die aber nie akkurat abgearbeitet wird, sondern auch gerne mal wieder vergessen oder verworfen oder verschoben wird.

Melleni

Montag, 5. September 2011

Hallo Berlin - Leserinnen und Blogerinnen treffen sich

Auch ich reihe mich in den Kreis der Einladenden ein. Im letzten Jahr noch als Leserin dabei, jetzt als Bloggerin - ich freu mich auf das nächste Treffen in Berlin.
Catherine, Floh, Suschna und Lucy laden ein zum analogen Kennenlernen und Wiedersehen

am Sonntag, den 6. November 2011, ab 11.00 Uhr.

Bitte schickt mir (talentfreischoen_melleniÄTweb.de oder einer der anderen Mitstreiterinnen doch eine kurze mail mit verbindlicher Anmeldung, damit wir planen können. Auf gleichem Weg gibt es dann den genauen Ort, sobald er feststeht (irgendwo in Kreuzberg/Neukölln).

Also: Ich freu mich auf November und Euch!

Melleni

Sonntag, 4. September 2011

Wochenrückblick KW 35 - Nähkränzchen!

[GEFREUT] Meine Große kann Radfahren!
[GEFREUT 2] Nähkränzchen!

Heute fand das Nähkränzchen in kleiner Besetzung statt: Wir waren zu Dritt. Die anderen Damen wollten lieber das schöne Wetter genießen, statt mit uns im - zugegebermaßen recht sommerlich-warmen - 5. Stock die schönsten Kleider und Röcke zu schneidern.
Ich denke, meine tapferen Mitschneiderinnen waren zufrieden mit ihren jeweiligen Stücken. Ich für meinen Teil bin happy: Ein wunderschönes neues Kleid mehr im Schrank und zwar Butterick 5030 - spätestens Mittwoch dazu mehr!

Lucy und liebe W. - Danke für einen produktiven Sommertag!



[GEÄRGERT] geärgert wieder mal über einen Kollegen, der mit seinen Vorwürfen sehr unkollegial war, was sonst gar nicht seine Art ist
[GEERNTET] Den Pflaumenbaum geplündert und GsD nur 4 kg oder so geerntet (wir hatten auch schonmal 30!)
[GEKOCHT] Gefüllte Champignons mit Couscous, Resteessen: Lecker Gemüse Couscous mit Saurer Sahne
[GEBACKEN] Zwei leckere Schoko-Mandel-Birnen-Kuchen
[GENÄHT] Das Wasserfallkleid und ein knallrotes Wickelkleid
[GEPLANT] RÖCKE, ich brauch RÖCKE!
[GELESEN] Interviews mit Charlotte Roche im Magazin der Berliner Zeitung und im Freitag.
[GEKLICKT] Wieder einmal eine sehr amüsante und lehrreiche Kolumne von Malte Welding über das Ändern wollen - und Lassen - des oder der Liebsten




Freitag, 2. September 2011

Kennt Ihr das auch...

... dass Ihr Euch schon morgens freut, weil Ihr wisst, dass Ihr am Abend - wenn nix dazwischen kommt - ein schönes neues Kleid haben werdet?
So ging`s mir gestern. Das Kleid war zugeschnitten und ich konnte abends direkt zur Tat schreiten. Keine 2 Stunden später war es fertig: Das neue Wasserfallkleid.

Ich bin begeistert. Es ist soo schön geworden. Der Schnitt ist ja schon ausreichend erprobt - aber dieses Mal stimmt wirklich alles. Der Stoff ist ein schöner fester Jersey, keine Nähfehler, den Ausschnitt gut angepasst, die Raffung gut gearbeitet... Was will man mehr?

Das Kleid ist als Ersatzoutfit gedacht für die anstehende Taufe falls das geplante Wickelkleid nichts wird.

Der Stoff ist vom Markt. Zuerst war ich ein bisschen unschlüssig. Es war ein Reststück, das sich auch eine freundliche Türkin ausgeguckt hatte. Sie war so nett, mir den Stoff zu überlassen - Danke auf diesem Weg :-)! Es waren nicht ganz 2,5 m - ich musste ziemlich basteln, das Kleid zugeschnitten zu bekommen. Aber jetzt ist alles gut.

Melleni

Donnerstag, 1. September 2011

DIY - mehr als "schöne Sachen machen"

Zunächst mal vielen Dank für die lieben Kommentare zu meinem gestrigen ersten MMM. Es hat mich sehr gefreut, den ganzen Tag über immer mal eine kleine Arbeitspause einzulegen und die immer länger werdende Link-Liste zu sichten und eine ganze Reihe für mich neuer, interessanter blogs zu entdecken. Und ich bin baff, wie viele den Weg anlässlich des MMM auf den blog gefunden haben . (Ich kann mir irgendwie nicht angewöhnen "das blog" zu schreiben...) 


Heute hab ich bei meiner Blogrunde einen sehr lesenswerten Post zum Thema "Do it yourself" gefunden.

Der Text findet sich bei Gertie. Es ist ein Gastbeitrag ihres Mannes Ed, der die Veröffentlichung seines ersten Romans zum Anlass nimmt, ein bisschen über die weiteren Implikationen des DIY zu philosophieren. (Ich muss aufpassen, nicht allzu sehr in Sozialwissenschaftler-Sprech zu verfallen...)

Ohne jetzt alle Leserinnen gleich mit hochtrabendem Quatsch vergraulen zu wollen doch ein Punkt meinerseits hierzu: Ich finde seine Gedanken zu unserem gegenwärtigen Umgang mit Lebensmitteln, dem was wir essen und Kleidung sehr nachvollziehbar.

"... thinking about our relationship to the things that sustain us, particularly our food and our clothing. For many people (present company excluded) the production of these things was outsourced long ago. Clothes are made in massive assembly line factories somewhere overseas and arrive in our stores ready to wear. Food is prepared largely in restaurant kitchens or in factories where it’s packaged and frozen before being delivered to grocery store shelves."

Gutes, alltägliches Kochen - jenseits von dem ganzen Fernsehkochen-Chichi und Hype um irgendwelche Fernsehköche - Interesse und kritisches Bewusstsein für grundlegende Zusammenhänge der Nahrungsmittelproduktion (zu Hause wie industriell), Wissen um grundlegende Praktiken der Lebensmittelzubereitung - erscheinen mir als wichtige, oft vernachlässigte Grundkompetenz. Anders gesagt: "JedeR" sollte doch mehr als nur ein Rührei zubereiten können und wissen, wie und unter welchen Bedingungen das Hähnchen sein kurzes Leben gefristet hat und was so alles in der Leberwurst steckt. Nur mal so als Beispiel.

Ed weiter: "Now imagine if the infrastructure that exists to produce all of this failed. The clothes stop coming. The restaurants close. The food manufacturers stop production. I think a significant percentage of the population would suddenly be faced with the fact that they don’t know how to make or repair the clothes on their backs or how to grow, hunt, or prepare their own food. Where would we be then?"

Was passiert, wenn man einfach nichts mehr weiß über diese Zusammenhänge - machen wir uns damit nicht immer abhängiger von... ja, was? "Der Industrie", "dem Kapital", "den Konzernen"? Und was ist daran "schlimm"?

Ich bin weit davon entfernt zu sagen: Früher war alles besser. Ganz sicher nicht. Früher gab`s einfach weniger Möglichkeiten. Die Leute haben gemacht, ohne da jetzt ne große Theorie oder Philosophie draus zu machen. Und heute MUSS niemand mehr kochen können, gärtnern - und schon gar nicht nähen.

Aber man KANN. Und so ein Stückweit Dinge in der Hand behalten (um nicht zu sagen: eigenmächtig sich um die unmittelbaren Dinge des Alltags zu kümmern.).

Puh, das reicht für heute aber auch mit so grundsätzlichen Gedanken. Aber echt.


Oje. Lang geworden der Text. Nochmal lesen, bevor ich den auf "die Menschheit" loslasse.

Melleni