Dienstag, 10. Juni 2014

Badenixen Sew Along - Jetzt geht's los



Lotti hat sich entschieden einen Badenixe Sew Along anzubieten - und ich brauchte nur minimale Bedenkzeit, mich zu entscheiden mitzumachen. Da ich a) beim letzjährigen Sew Along, den Katharina organisiert hat, nicht mitgemacht habe, b) dringend ein neues Badedress benötige - ich LIIIIEEEEBE schwimmen - und c) schon mit einem selbstgenähten Badeanzug oder Tankini geliebäugelt habe, war die Entscheidung schnell gefällt.

Heute also die erste Etappe:

Welcher Stoff? Welcher Schnitt? Wo kann ich am besten bestellen? Welche Empfehlungen gibt es bereits? Was brauche ich eigentlich alles? Ich habe schon erste Ideen und könnte mir folgendes Modell/Stoff/Zubehör vorstellen. Ich habe bereits Material Zuhause und lasse mich noch inspirieren. Ich habe folgende Schnitte bereits zur Verfügung und kann mich nicht entscheiden. Was meinst ihr, welches Modell besser zu mir passt? usw.

Spontan würde ich sagen: ich nähe den Bombshell, der bereits im letzten Jahr begeistert hat. Monika hat mich jetzt ber doch noch ein wenig aus dem Konzept gebracht. Der von ihr - und anderen - favorisierte Tankini aus der Ottobre gefällt mir auch ausgesprochen gut. Ich mag Tankinis wie diesen sehr gerne. Dagegen spricht, dass der Schnitt nicht so erprobt ist und also keine Gelinggarantie besteht. Was bei den Kosten, die meine Bestellung bei sewy verursacht hat, schon schön wäre. 

Direkt nach dem Aufruf hab ich einen Abend im Netz verbracht auf der Suche nach schönem Stoff und restlichem Material. Für meine Verhältnisse sehr zügig - das will ja gut überlegt werden... - habe ich mich für diesen Stoff entschieden:

Ähhhhm, mh, der Stoff ist weg aus dem Netz.

Also versuch ich es mit Beschreibung statt Bild: Ich hab mich für einen schokobraunen Stoff mit hellen Pünktchen entschieden, für meinen Geschmack genau die richtige Mischung aus "Muster" und "dennoch schlicht". Ich habe kurz mit dem Tulpen-Stoff (hier und hier) geliebäugelt, mich dann aber wegen des unruhigen Musters dagegen entschieden.

Stoff, Futter, Garn und Gummi sind bestellt - Cups hab ich in der Euphorie vergessen - jetzt muss ich mich also nur für einen Schnitt entscheiden...

Nachtrag:
In der Bestell-Mail ist ein Foto, das füge ich hier mal ein (Quelle: sewy.de):

 Badeware Druck braun Tupfen

Mittwoch, 4. Juni 2014

MMM - in Grün!

PROLOG
Was für ein wunderwunderschöner Tag das heute ist.
Der Mai stand komplett im Zeichen von Tag X. Gestern war es dann soweit: Die Abschlusskonferenz unseres Projektes. Ich schwankte ständig zwischen Aufregung und Panik. Und wie war es? Spitzenmäßig. Wir können uns auf die Schultern klopfen und stolz sein auf unsere Arbeit und die Ergebnisse.

What a difference a day makes! Heute gönne ich mir einen freien Tag - in L1's Schule wird das Sommerfest gefeiert und in L2's Kita grassiert die Mund-und-Hand-Seuche - und wir fahren am Nachmittag Richtung OWL. Pfingsten = Schützenfest - Yeah! :)

Heute zeige ich Euch schonmal vorab mein diesjähriges "Schützenfest-Kleid" (mehr: hier und hier): Mein neues Tiramisu (hier die erste Version, eine dritte ist bereits fertig). Das Kleid ist bereits vor anderthalb Wochen fertig geworden, aber es fehlte die Zeit es mal zu zeigen.

Der Stoff ist vom holländischen Stoffmarkt aus Frankfurt. Als ich ihn neulich beim MMM zeigte, war Frau Grueneblume etwas überrascht ob des sehr intensiven Grüns. Mir ging es, nachdem die erste Euphorie verflogen war, ähnlich: der Stoff erschien mir doch etwas zu schrill.
Frau Kirsche beruhigte mich via SMS: Er sei wunderschön, sie hätte ihn auch sofort mitgenommen. Na, das ermunterte mich dann doch sehr und ich machte mich an das neue Kleid.

Und war schon am gleichen Abend hin und weg.
Zur Tagung gestern habe ich es natürlich nicht getragen - wer weiß, wie es dann gelaufen wäre :) - aber ansonsten habe ich wenig Hemmungen, es auch im Alltag zu tragen.
Zusammen mit der neuen (Kauf-)Strickjacke: eine perfekte Kombination.

Ich möchte hier nochmal ein Loblied auf den Schnitt singen. Ich habe hier noch mindestens zwei wunderbare Jerseys, die ich eigentlich für V1027 vorgesehen habe und überlege ernsthaft, sie für Tiramisu zu benutzen. Der Schnitt hat die gleichen Vorteile - hochsommertauglich, angeschnittene Ärmel, schwingender Rock, Taschen!!! - aber ist vorteilhafter, der Rock ist nicht so voluminös. Mal sehen, wozu ich mich entscheide.

Jetzt mache ich mich mal ans Kofferpacken, das Kleid kommt natürlich mit und wird am Sonntag zum Dorf-Umzug bei strahlendem Sonnenschein seinen großen Auftritt haben :)

Aber vorher schaue ich noch beim MMM vorbei, um mir die sommerlichen Kleider dort anzusehen. Ich wünsche Euch allen entspannte Pfingsten!


Mittwoch, 21. Mai 2014

Me Made Mittwoch - Sommer!

Einen wunderschönen guten Morgen, liebe MMM-Gemeinde!
Heute gibt es einen schnellen Zwischen-Tür-und-Angel-Post mit einem Kleid, das keine Erklärungen mehr braucht. Das Wasserfallkleid habe ich gefühlte 53 mal genäht, seitdem Catherine mir den Schnitt vor Langem mal ausgeliehen hat. An dieser Stelle mal: Danke dafür :)

 Das Kleid tat schon zweimal gute Dienste. Gestern war es aber fast schon ein wenig zu warm...
Der Stoff ist vom Markt und tauchte neulich wieder auf. Er passt perfekt zu meinen völlig ungebräunten spargelfarbenen Beinen. Vor Jahren habe ich ihn bereits einmal im Kleid für echte Frauen verarbeitet.
Am Wochenende verbrachte ich ein wunderbares, sonniges Freundinn-Wochenende in Frankfurt/M. Als ich am Samstag auf die Idee kam, dass ich ja mal nach Stoffgeschäften gucken könnte, sagte Freundin A.: Morgen ist Stoffmarkt! Holländischer Stoffmarkt?! Ja! 
Wir also am Sonntag vor der Zugfahrt zum Stoffmarkt, eine schnelle Runde gedreht. Ich war vor Jahren mal ein paar Mal auf dem in Potsdam. Der Besuch jetzt hat Spaß gemacht - zumal er A. sehr motiviert hat, bald mal mit dem Nähen anzufangen - aber mich auch darin bestätigt, dass das Angebot nicht soo unschlagbar ist: Viele, viele Kinderstoffe, Patchwork, dann eher höherpreisiges - und dazwischen interessante niederländische Stände mit tollen Jerseys im Coupon.

Meine Ausbeute:
zwei tolle Jerseys (links) und ein schöner, leichter Sommerjeans-Stoff (rechts). Die beiden blauen Viskosestoffe hab ich kurz vorher bei stoffe.de im Sale gekauft, sehr hübsch!
Drückt mir mal für die nächsten zwei Wochen die Daumen: Anfang Juni haben wir eine Konferenz, bis dahin ist es ein wenig stressig hier - und danach gedenke ich den Sommer zu genießen und mich ein wenig auf meinen Lorbeeren auszuruhen.

Sonntag, 11. Mai 2014

Zum Muttertag: Feminismus und Mutterschaft



Frau „glücklichscheitern“ bittet zum Interview und ich nutze gerne die Gelegenheit, heute ihre Fragen zu Feminismus und Mutterschaft zu beantworten. Ich bin mal gespannt, was mir so einfällt :)


Here we are:

Hast Du (eigene, adoptierte, zu pflegende…) Kind(er), möchtest Du welche, hast Du Dich bewusst dafür/dagegen entschieden, welche Voraussetzungen bräuchtest Du um Kinder bekommen zu können/wollen?


Ich habe 2 Töchter, L1 ist 2007 geboren und also 7 Jahre alt, L2 wird demnächst 4. Beide Kinder sind Wunschkinder. Die erste Zeit meines Erwachsenenlebens war für mich nicht ausgemacht, ob ich mal Kinder haben möchte. Ich hätte mir grundsätzlich auch ein kinderloses Leben vorstellen können. Ich hatte nie einen theoretischen Kinderwunsch, erst mit meinem Mann – wir haben uns 1999 zusammengetan – entstand irgendwann die Idee zum „Projekt Kind“.

In meinem Fall war also die Grundvoraussetzung: ein Mann, mit dem ich mir ein Kind vorstellen konnte.


Spielt der leibliche Vater eine Rolle? Oder anders: welche Rolle spielt er (für Dich/für die Kinder)? Teilst Du Dir die Sorgearbeit fürs Kind mit jemandem? Wie? Und wie wäre es Dir am Liebsten?


Mein Mann ist der Vater unserer gemeinsamen Kinder, wir leben zusammen in Berlin. Seit Beginn unseres Familie-Seins teilen wir uns die Sorgearbeit praktisch Fifty-Fifty. Ich bin sehr zufrieden und glücklich mit dieser Aufteilung und kann mir kein grundsätzlich anders Modell für mich vorstellen.


Wenn Du in einer Partnerschaft lebst: Wie teilst Du Dir Lohn- und Sorgearbeit? Gab es dazu “Verhandlungen”? Was waren die Gründe für Eure Arbeitsteilung?


Mein Ideal ist: 60 Stunden Lohnarbeit, aufgeteilt auf 2 Nasen. Im Idealfall also: 30 Stunden jede/r. Seitdem wir Kinder haben, hat sich der Umfang an Lohnarbeit bei uns beiden immer wieder verändern: Ich arbeite schon immer projektbezogen sprich: befristet und oftmals vollzeitnahe Teilzeit, phasenweise 20 Stunden, oft 28, 30 Stunden. Zur Zeit habe ich 2 halbe Stellen an zwei Unis, was schon ziemlich knackig ist. Mein Mann hat in den letzten Jahren ein Studium absolviert und arbeitet gerade lediglich 15 Stunden/Woche. Anstrengend war die Phase in der er 30 Stunden plus X gearbeitet hat. Das ist definitiv nicht unser Modell. Ich freue mich auf die Zeit, wenn ich wieder etwas weniger arbeite.
Vom Selbstverständnis her gehen wir beide davon aus, dass wir grundsätzlich beide die Familie durchbringen können, keiner ist auf Familienernäher/in oder Zuverdiener/in festgelegt oder versteht sich so.
Als unsere große Tochter zur Welt kam, wurde gerade das Elterngeld eingeführt. Wir haben die Elternzeit in etwa geteilt: die ersten 5, 6 Monate war ich zu Hause, mein Mann hat reduziert gearbeitet, 30 Stunden oder so. Dann bin ich mit 20 Stunden wieder eingestiegen und mein Mann hat für 6 Monate 20 Stunden gearbeitet (oder so, ganz genau weiß ich das nicht mehr). Ich war dann morgens früh im Büro, er hat mir dann oft die Kleine vorbeigebracht und da sie ein sehr entspanntes Kind war konnte ich sogar noch ein bisschen arbeiten, bevor dann Babyzeit angesagt war. Ich hab das als sehr entspannte und harmonische Zeit in Erinnerung, da es ein Modell war, das wir Drei gut fanden. 
Da ich nicht stillte, konnten wir uns von Anfang an die Pflege des Babys teilen, tags wie nachts - ein großer Vorteil, wie ich fand, da so regelmäßig gute Nächte anstanden und keine Fixierung auf eine Person entstand.
 
L1 sollte eigentlich mit 1 Jahr in die Kita gehen. Da unsere Wunsch-Kita erst ein halbes Jahr später einen Platz für sie hatte, haben wir diese Zeit mit einem Babysitter improvisiert. Bei L2 haben wir alles recht ähnlich gemacht, allerdings ist sie bereits mit 1 Jahr für 5, 6 Stunden in die Kita gegangen.

Über das grundsätzliche Modell haben wir nicht verhandelt, es war klar, auch wenn mein Mann durchaus mehr verdiente als ich und hat sich mehr oder weniger automatisch ergeben. Wir haben lange an der konkreten Umsetzung rumgebastelt, ich erinnere mich an Excel-Tabellen mit diversen Wochenplänen :). Das Elterngeld hat das ganze natürlich sehr erleichtert. Ich bin mir aber sicher, dass wir es ähnlich gehandhabt hätten ohne Elterngeld. Da ich in Drittmittelprojekten beschäftigt bin, wäre ein längerer Ausstieg jeweils äußerst ungünstig gewesen. Umgekehrt war mein Mann in einem großen Konzern beschäftigt und das Thema Elternzeit wurde da sehr professionell gehandhabt (auch wenn er einer der wenigen Väter in Elternzeit war…).

 

Was bedeutet für Dich Mutterschaft? Steht diese Bedeutung für Dich in einem Konflikt zu Deinem Feminismus-Verständnis?


Ich bin sehr gerne Mutter. Ich habe das Gefühl, angekommen zu sein und das Leben zu leben, das zu mir passt und mich zufrieden macht. Meine Kinder sind für mich – neben all der Arbeit und dem Stress, die Kinder mit sich bringen – großes Glück, ganz viel Spaß, Liebe und Leben.
Meinem Verständnis nach geht das Muttersein nicht automatisch mit bestimmten Rollen, Aufgaben und Kompetenzen einher. Ich halte das Muttergen für einen Mythos und bin überzeugt davon, dass Mütter wie Väter grundsätzlich alles rund um Hege und Pflege lernen können (und müssen!) und auch erfüllen können.

Mein Verständnis von Mutterschaft impliziert keinen Sonderstatus der Mutter qua Schwangerschaft und Geburt. Ich bin überzeugt davon, dass der Vorsprung von Müttern, die sie durch die Schwangerschaft erworben haben, hauchdünn ist und von den Vätern recht schnell wieder eingeholt werden kann – wenn frau sie denn lässt und man da überhaupt Bock drauf hat. Ich glaube nicht an eine genetisch bedingte höhere Kompetenz von Müttern, das ist meiner Meinung nach Quatsch. Jeder hat unterschiedliche Kompetenzen, Vorlieben und Abneigungen. Dies impliziert natürlich eine Gleich-Stellung von Mutter und Vater – sprich: deren Gleichrangigkeit. Ich als Mutter genieße keine Exklusivität. 


Ich habe keinen durchbuchstabierten Feminismus-Ansatz und mich nie systematisch mit feministischen Theorien und Ansätzen beschäftigt. Ich würde sagen, dass ich erst mit den Kindern verstärkt angefangen habe, mich mit Feminismus im weitesten Sinne zu befassen, aber eher praktisch-lebensnah und auf Feuilleton-Niveau, denn akademisch. Lediglich mit dem Thema Stillen habe ich mich wissenschaftlich beschäftigt und auch im blog dazu geschrieben.

Ein gewisses Unbehagen gegenüber biologistisch begründeten Rollenzuschreibungen habe ich sicherlich schon früher verspürt. Aber mit der Geburt meiner ersten Tochter reflektierte ich diese zunehmend. Das ist meiner Meinung nach auch nicht wirklich verwunderlich, manifestieren sich doch im Moment der Elternschaft auch in unserer vermeintlich gleichberechtigten Gesellschaft nach wie vor Rollenzuschreibungen und -erwartungen.

Ich erinnere mich an den Krankenhausaufenthalt fünf Tage nach der (ambulanten) Geburt unserer Tochter. Sie sollte wegen Gelbsucht behandelt werden, wir mussten also in dieser heiklen Phase ins Krankenhaus. Yeah! Das war super. Wegen massiver Stillschwierigkeiten hatte ich das Kind bis dahin noch keinmal gewickelt und ich wäre, glaube ich, nicht alleine da geblieben, wenn sie meinen Mann wieder weggeschickt hätten. Er konnte bleiben – und wurde mehrfach höchst merk-würdig angesprochen. Bei der Aufnahme: Das sei aber ungewöhnlich, dass ein Vater sein Neugeborenes trägt und nicht die Mutter. Von der Stations-Schwester: Ach, da sei ja der Vater, der sein Kind wickelt. Von der Ärztin bei der Visite: Er solle aufpassen, dass das Kind nicht vom Wickeltisch fällt – ein fünf Tage alter Säugling KANN praktisch nicht vom Wickeltisch fallen, es sei denn es gibt ein Erdbeben. Ich bin mir sicher: Einer Mutter hätte sie das nie und nimmer gesagt, sie hätte ihr ganz einfach die natürlich Kompetenz zugeschrieben, sich richtig um ihr Kind zu kümmern. Männer müssen das ja erst lernen.

In der ersten Schwangerschaft las ich einen Satz, dem ich schon damals, ohne praktische Erfahrungen, voll und ganz zustimmen konnte: Ein Vater ist ein Vater und kein Mutterassistent. Damit ist aus meiner Sicht eigentlich alles gesagt.


Was braucht es Deiner Meinung nach, um feministische Mutterschaft zu leben? Welche Rahmenbedingungen bräuchtest Du, politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich, um Deine Vision vom “guten Mutter- und Feministin-Sein” leben zu können? 


Zeit, gute Löhne und Arbeitsbedingungen, engagierte Väter, progressive Arbeitgeber, eine zeitgemäße Familienpolitik, Rollenvorbilder…
Den Ansatz des Projektes „Zukunft mit Kindern?“ fand ich innovativ und total überzeugend: Im Mittelpunkt und als Ziel der Familienpolitik sollte das Wohlbefinden (potentieller) Eltern und ihrer Kinder stehen. Ich halte den Ausbau der Betreuungsinfrastruktur für einen großen Fortschritt – aber er ist nicht das Ende der Fahnenstange. Kinder sind keine reine Privatsache. Und Menschen, die sich Kinder wünschen, sollten in ihrem Wunsch gestärkt und unterstützt werden, und zwar nicht nur monetär. Wir leben definitiv nicht in einem kinderfreundlichen Land. Ich glaube zwar nicht, dass die Politik jedes Problem, das sich mit Kindern auftut, lösen kann. Aber jetzt, da die Infrastruktur zur Kinderbetreuung ausgebaut wird und wohl auch die ideologischen Grabenkämpfe langsam abebben, muss die Frage nach einer neuen Zeitpolitik gestellt werden. Durchaus sehenswert hierzu: Beckmann vom 24.04. .


Was man so hört und liest, ist da wieder einmal Schweden Vorbild, wo angeblich diejenigen Leute, die länger als bis 16 Uhr arbeiten allen anderen suspekt sind und als Karrierist angesehen werden. 32 Stunden sind die neue Vollzeit – wenn Ihr mich fragt: nicht nur für Eltern :)

Für meine persönliche Situation würde ich noch hinzufügen: Bessere Arbeitsbedingungen im Mittelbau in der Wissenschaft – insbesondere langfristige(re) Perspektiven. 


Was bedeutet Dein Feministin-Sein für die Erziehung Deines_r Kind_er? (z.B. Vorbilder suchen, was für Stereotype ans Kind herangetragen werden, Kleider-/Spielzeugwahl)


Für die Erziehung meiner Töchter ist mir u.a. wichtig: Möglichst wenig Geschlechterstereotype reproduzieren und meinen Töchtern ein positives weibliches Selbstbild mitgeben.
Dazu gehört für mich unter anderem, dass ich mich im Beisein meiner Töchter nie über meine Figur beschwere oder auch nur mein Gewicht/Figur thematisiere. Sie sollen nicht mit einer nörgelnden, unzufriedenen, dauerdiätenden Mutter aufwachsen, die sich nicht leiden kann.
Ich vermeide Stereotype a la „das macht ein Mädchen aber nicht“ oder „Jungs sind halt so“. Die Kinder sollen sich möglichst frei und nach ihren Talenten entfalten, ich traue ihnen erstmal „alles“ zu. Meine große Tochter z.B. konnte von Klein an sehr gut klettern und balancieren. Ich wusste, dass sie nur Sachen macht die sie auch wirklich kann und hab sie da nicht eingeschränkt („Vorsicht, gleich fällst Du da runter!“). Heute steigt sie auf die höchsten Bäume und ist mutig und sicher in dem was sie tut.

Bei Kleidung und Spielzeug waren wir eigentlich undogmatisch: Alles kann, nichts muss. Ich verteufele rosa und pink nicht, hab aber die intensive „Gelb ist meine Lieblingsfarbe“-Phase, die meine Tochter mit 2 hatte, mit großer Freude unterstützt. Ich mag selbst schöne Kleidung und hab keine Berührungsängste mit „Mädchenkleidung“. Meine große Tochter trägt ausschließlich Röcke und Kleider, am liebsten solche zum Drehen. 

An Spielzeug haben wir die ganze Bandbreite: Kaufmannsladen, Lego, Holzeisenbahn, jede Menge heiß geliebte Kuscheltiere, Puppen (die nie so ganz intensiv bespielt wurden), Barbie, Parkhaus, Matchboxautos, Topmodell-Heft (gekauft von meinem Mann…), Carrera-Bahn (auch von meinem Mann…) und Bücher, Bücher, Bücher. Banale Klischee-Geschichten finde ich doof, aber es gibt bei uns eine große Bandbreite und nicht nur politisch korrekte und pädagogisch wertvolle Gender-Literatur.

Meine Große findet klassischen „Mädchen-Kram“ toll – Pferde! Kätzchen! Babys! Prinzessinnen! -, liest mit großen Spaß Donald Duck und Co., findet Fußball super und hat sowohl enge Jungs- als auch Mädchen-Freunde. 

Ich finde wichtig, dass die Kinder, sich möglichst „frei“ entfalten können, soweit das eben geht. Dass man sich sein Kind anguckt und es in dem was es kann und gerne macht, unterstützt und auch möglichst breite Interessen weckt, möglichst unabhängig vom Geschlecht.
Das ist aber nicht das gleiche wie eine geschlechtsneutrale Erziehung. Diese sehr konsequenten krassen Ansätze Experimente, seinem Kind einen geschlechtsneutralen Namen zu geben und der Umwelt - inklusive Oma und Opa - nicht zu sagen, welches Geschlecht das Kind hat, sind mir hochgradig suspekt. Fast so wie die La Leche League :)


Welche Bedeutung hat Erwerbsarbeit für Dich?


Ich arbeite gerne und habe ein recht ausgeprägtes Unabhängigkeitsbedürfnis, was Finanzen angeht. Ich wollte immer meiner Ausbildung entsprechend tätig sein und hätte mir einen längeren Ausstieg nicht vorstellen können. Ich arbeite um zu leben, das heißt, dass ich natürlich Zeit mit meinen Kindern verbringen und mit ihnen leben möchte. Das ist mit Vollzeit nur sehr, sehr eingeschränkt machbar.
Ich bin erwerbsorientiert – aber nur bedingt karriereorientiert. Die ganzen Vereinbarkeits-Diskussionen gehen ja immer von der gut ausgebildeten Akademikerin mit ausgeprägter Karriereambition aus, die kurz vor der Berufung auf den Vorstandsposten oder die Professur noch schnell ein Kind kriegt. Tja, obwohl sehr gut ausgebildet war das nie mein Lebensmodell. Mir fehlt da vermutlich der Ehrgeiz. Ich würde nicht Professorin werden wollen, egal ob mit oder ohne Kinder.
Ich mache meinen Job, ich bin auch bereit, flexibel zu arbeiten aber ich nehme mir raus, keine klassische Karriere anzustreben und meine Ideale von Leben und Arbeit nicht über den Haufen zu werfen sondern regelmäßig zu reflektieren ob das noch halbwegs im Lot ist. Die Arbeitsbedingungen in der Wissenschaft sind in mancher Hinsicht sehr gut – ich arbeite regelmäßig von zu Hause und insgesamt sehr selbständig – aber alles andere als familienfreundlich. 


Welche Konflikte/Spannungen spürst Du zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und Deinem Verständnis von Feminismus und Mutterschaft?


Ich habe das Gefühl, dass sich in den letzten Jahren doch einiges getan hat und heute in Westdeutschland nicht mehr die gleichen ideologischen Kämpfe ausgefochten werden, wie noch Mitte der Nullerjahre. Vielleicht bin ich da auch einfach ignorant in meiner schönen Berliner Bubble, aber diese unproduktive „Rabenmutter vs. Heimchen am Herd-Diskussion“ scheint mir doch sehr 2000er zu sein.
Ich persönlich spüre keine allzu großen Spannungen zwischen externen Erwartungen und meinem Verständnis. Das heißt nicht, dass alles ausgehandelt und das Thema vom Tisch ist.

Ich musste mich kaum für mein Lebensmodell rechtfertigen. Das ist mir neulich erst wieder aufgefallen, als mich ein etwa 60ig jähriger Mann erstaunt fragte, ob ich denn mit Kindern und Haushalt nicht ausgelastet sei, dass ich auch noch arbeiten ginge. Ich war ein wenig perplex, da ich mich nicht erinnern konnte, so etwas in letzter Zeit gefragt worden zu sein. Witzigerweise war er allein erziehender Vater einer jetzt 20jährigen Tochter, der – selbstverständlich – immer erwerbstätig war und somit ein Modell lebte, das noch heute ungewöhnlich ist.

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Es ist jetzt 03:03, das Interview hat mir Spaß gemacht. Jetzt bin ich müde und gehe mal schlafen. Morgen darf ich ausschlafen – meine Tochter meinte, das gehöre zum Muttertag dazu :) Für den Nachmittag habe ich für sie und mich Karten für den Cirque du Soleil besorgt, da freue ich mich total drauf!


Einen schönen Muttertag wünsche ich Euch!

Mittwoch, 30. April 2014

Me Made Mittwoch in Tiramisu

Warum der Post gestern nicht veröffentlicht wurde - no idea! 
Der Vollständigkeit halber veröffentliche ich ihn heute noch hier.

Einen schönen guten Morgen!
Heute zeige ich Euch mein allerneuestes Kleid nach dem wunderbaren Schnitt Tiramisu von Cake Patterns.
0144 Tiramisu Front

Verliebt habe ich mich in den Schnitt bei Frau Knopf: hier und hier zeigt sie wunderbare Versionen. Als ich das rote Kleid sah war klar: das will ich auch haben! Denn: den gleichen Stoff habe ich hier auch noch liegen...
Da ich ohnehin auf der Suche war nach einem neuen Standard-Jersey-Schnitt habe ich mir bei Santa Lucia Patterns den Schnitt besorgt und einen hübschen Baumwoll-Jersey zugeschnitten. Leider konnte ich den Stoff nicht mehr besser fotografieren, er ist wirklich hübsch: mit blauen Dalien, die ich sehr mag!




Ich weiß nicht, wie es anderen ging, die den Schnitt ausprobiert haben: Mir erscheint er sehr groß. Ein Phänomen, das von amerikanischen Independent-Labels ja bekannt ist. Ich habe nach Maßtabelle die zweite Größe mit Cup C zugeschnitten - und war ziemlich enttäuscht über ein viel zu großes Oberteil. Nach zwei Nächsten liegen lassen habe ich mich dann am Montag nochmal drangemacht, das ganze vordere Oberteil getrennt und dieses viel stärker gerafft und einen nicht unerheblichen Teil aus der Seite rausgenommen. Jetzt sitzt und passt es. Nach kurzer Kommunikation mit Constance und Frau Knopf werde ich es bei der nächsten Version mal mit Cup B versuchen und die Teile etwas kleiner zuschneiden.
Ich glaube, mir würde fast auch ne Größe kleiner passen - was wirklich schräg ist, das ist dann nämlich die kleinste Variante...
Und noch eines muss ich beim nächsten Mal ändern: Wie Frau Knopf auch, muss ich das Oberteil verlängern.
 Mein Fazit: der neue Standardschnitt ist gefunden! Noch mindestens 2 Jerseys liegen bereit. Der Schnitt ist aus meiner Sicht eine alltags- und bürotaugliche Alternative zu meinem heiß geliebten Vogue V1027, den ich bislang zweieinhalb Mal genäht habe: hier, hier, hier.

Er vereint nämlich alle Vorteile des Vogues-Kleides - einfach zu nähen, toller Schnitt, angeschnittene Ärmel, hochsommertauglich - ohne dessen Nachteile: großer Stoffverbrauch und Überlänge.

Also: Daumen hoch für Tiramisu!

Das perfekte Kleid um in den Mai zu tanzen! 

Und Ihr? Auch in Feierlaune? Wir sehen uns beim MMM.

Mittwoch, 23. April 2014

MeMadeMittwoch im Osterkleid 2014

Guten Morgen!
Wie gestern angekündigt, zeige ich heute mein Osterkleid, das ich am Sonntag erstmals ausgeführt habe. Es handelt sich um eine neue Version von Vogue V8613, ein Schnitt den ich sehr schätze, der aber derzeit leider ausverkauft ist. Hier findet sich die letzte Version (sowie Links zu anderen Kleidern aus dem Schnitt) vom letzten Jahr.

Den Stoff habe ich im letzten Jahr im Familienurlaub im schönen Oberbayern gekauft, zusammen mit Christel. Es handelt sich um eine leichte, schön stretchige Baumwolle, eine Qualität, die es relativ selten gibt.

Wo ich gerade die Bilder sehe, fällt mir ein, dass ich evtl. nochmal die Ärmel versetzen wollte. Was meint Ihr? Könnte eine gute Idee sein, oder?

Ich fand, das tolle 70er Jahre Design passt perfekt zum Schnitt und da er mehrfach erprobt ist, war das Risiko gering, dass das Kleid nichts wird und der Stoff in der Tonne landet.
Durch den Stretch ist das Kleid total bequem. Sitzt, passt und hat Luft. Kurz und gut: Ich bin begeistert von meinem Osterkleid!


Das Wetter am Sonntag war schon ziemlich toll, aber das Kleid war doch ein wenig kühl. Am Nachmittag hab ich mir eine rote Leggings angezogen, so war es dann doch deutlich angemessener.

Ich wünsche Euch einen schönen und gut gekleideten Mittwoch und freue mich auf die heutige Runde durch die MMM-Beiträge!

Dienstag, 22. April 2014

So war Ostern!





Meine Familie und ich haben sehr entspannte, schöne Ostertage in Berlin verbracht. Geplant war eine Mischung aus rumschlumpfen und angemessenen Aktivitäten und diesem Plan sind die letzten Tage recht nahe gekommen.

Am Freitag stand u.a. Schmücken des Osterbusches, Eier färben, Wäsche waschen, einkaufen, Biskuitboden backen und Hasenversorgung-für-die-Feiertage-planen - an Ostern besonders wichtig! - auf der ToDoListe.

Da ich die beiden hier bisher noch nie vorgestellt habe (und gerade ein Foto geschossen habe): dies sind Paul und Paula, unsere Haus-und-Hof-Kaninchen. Die beiden sind im letzten Jahr in unseren Hof gezogen. Wir teilen uns die Hege und Pflege zusammen mit 6 anderen Familien. Konkret heißt das: Jede Familie/Partei ist einmal pro Woche dran mit füttern und sauber machen. Ein super Modell, das ich hiermit ausdrücklich empfehlen möchte. Der Aufwand minimiert sich und die Kinder haben dennoch was zum bekuscheln. 
Paul und Paula kamen aus einem aufgelösten Kinderbauernhof, hatten also schon einiges hinter sich - und werden jetzt, in ihrem kleinen Hinterhofparadies so ziemlich in Ruhe gelassen. Ich denke mal auch sie finden das Arrangement bei uns ganz knorke akzeptabel.

Aber zurück zum Osterfest. Am Samstag musste ich erstmal zum Bahnhof um mir Karten für eine Bahnfahrt im Mai zu besorgen (das musste natürlich unbedingt am Ostersamstag passieren,wo auf gefühlte 40 andere Leute gerade mal 3 offene Plätze kamen...
Anschließend fuhren wir relativ spontan zum Gropius-Bau, um die frisch eröffnete Ai Weiwei-Ausstellung zu sehen. Die Idee war: Sonnenschein plus Samstag vor Ostern = leeres Museum. Das ging im Grunde auf, so dass wir uns die Ausstellung recht entspannt angucken konnten.

Ich hab mich bisher nie mit dem Werk Ai Weiweis beschäftigt und war beeindruckt von den ganz unterschiedlichen Werken, die sich oft mit dem Wandel und der Modernisierung seines Landes befassen. Ganz besonders haben mich die Arbeiten zum Erdbeben in Sichuan beeindruckt, bei der 80.000 Menschen umgekommen sind, darunter viele Schüler/innen - weil sie in "Tofu-Schulen" unterrrichtet wurden, die - aus Korruption und Schlampigkeit - unsicher gebaut wurden. L1 fand wohl den Nachbau der Zelle am interessantesten, in der Ai Weiwei 81 Tage lang inhaftiert war. Sehr hilfreich fanden wir den Audioguide, den es mit einer Erwachsenen- und einer Kinderversion gibt, beide sehr gelungen. Die Ausstellung geht bis Anfang Juli und ich kann mir sehr gut vorstellen, nochmal reinzugehen. (Hier ein kurzer Artikel im Freitag zur Ausstellung.)

Am Abend habe ich dann endlich mein Osterkleid fertig genäht. Die Kinder sollten eigentlich ebenfalls ein Kleid bekommen, aber die Woche war so schnell vorüber, dass ich es nicht mehr geschafft habe. Statt dessen habe ich zwei einfache Röckchen aus dem Stoffrest genäht. 
Parallel guckte ich mit Mann und L1 Klein gegen Groß. Seitdem ist hier das Zauberwürfel-Fieber ausgebrochen :)

Hastenichgesehn war es halb 1 und ich musste mich noch um den Ostertisch kümmern. Ich bereitete das Osternest vor und legte die fertigen Röcke dazu - irgendwie vergaß ich wohl, dass der Osterhase die Eier ja versteckt und nicht in einem Nest sammelt. Böser Fehler, der mir von L1 am nächsten Morgen gleich mal unter die Nase gerieben wurde.


Hier die Röcke und das Kleid in Aktion. Ein detaillierter Bericht folgt am MMM.


 
Den Sonntag starteten wir mit einem Gottesdienstbesuch mit anschließendem Besuch in der nettesten Kneipe im Kiez - wo wir, wie "eigentlich immer" Lucy trafen. Nach einem ordentlichen Bauernfrühstück und der Überlegung, ob wir das Angebot des örtlichen Blumenhandels ("Ostern geöffnet!") annehmen und uns um unseren Balkon kümmern sollten - haben wir nicht! - gingen wir zum Eier im Hof suchen (Puh, Glück gehabt!) und Kuchen essen nach Hause.
Um 5 hab ich mich mit den Kindern nochmal auf die Räder geschwungen und mich in Richtung Insel Berlin im Treptower Park aufgemacht, einem meiner Lieblingsplätze in der Stadt. Bei meinem allerersten Berlin Besuch 1998 war ich auf einer Reggae-Party dort - und jetzt wohne ich ganz in der Nähe. Obwohl es die Insel schon lange gibt, hab ich immer das Gefühl, dass es noch immer ein Geheimtip ist.
Dort finden regelmäßig Puppentheater und Konzerte statt. Es gibt einen schönen Biergarten und kleinen Spielplatz, alles sehr idyllisch direkt am Wasser. Nach ausgiebigem Spielen, Bratwürsten, Gemüsequiche und Berliner Weiße "Grün" machten wir uns um kurz vor 8 wieder auf den Weg zurück - und verpassten so leider ein Konzert am Osterfeuer.
Statt dessen bin ich dann beim durchzappen bei Tod einer Polizistin hängen geblieben, den ich, trotz dem etwas nervigen Götz George, richtig gut fand.

Den gestrigen Montag haben wir dann auch wieder weitgehend "im Kiez" verbracht: Nach ausgiebigem Frühstück und einer Runde rumschlumpfen und lesen ging es per Rad in den Schrebergarten. Anschließend fuhr ich mit den Kindern zu Frl. Frost, lecker Eis essen. Am Abend hatten wir unsere Nachbarn zum Spargelessen eingeladen.

Satt und zufrieden geht es also in eine zweite Ferienwoche, die für L1 Kinderzirkus und für mich noch drei freie Tage bereit hält. Sehr willkommen!