Dienstag, 22. April 2014

So war Ostern!





Meine Familie und ich haben sehr entspannte, schöne Ostertage in Berlin verbracht. Geplant war eine Mischung aus rumschlumpfen und angemessenen Aktivitäten und diesem Plan sind die letzten Tage recht nahe gekommen.

Am Freitag stand u.a. Schmücken des Osterbusches, Eier färben, Wäsche waschen, einkaufen, Biskuitboden backen und Hasenversorgung-für-die-Feiertage-planen - an Ostern besonders wichtig! - auf der ToDoListe.

Da ich die beiden hier bisher noch nie vorgestellt habe (und gerade ein Foto geschossen habe): dies sind Paul und Paula, unsere Haus-und-Hof-Kaninchen. Die beiden sind im letzten Jahr in unseren Hof gezogen. Wir teilen uns die Hege und Pflege zusammen mit 6 anderen Familien. Konkret heißt das: Jede Familie/Partei ist einmal pro Woche dran mit füttern und sauber machen. Ein super Modell, das ich hiermit ausdrücklich empfehlen möchte. Der Aufwand minimiert sich und die Kinder haben dennoch was zum bekuscheln. 
Paul und Paula kamen aus einem aufgelösten Kinderbauernhof, hatten also schon einiges hinter sich - und werden jetzt, in ihrem kleinen Hinterhofparadies so ziemlich in Ruhe gelassen. Ich denke mal auch sie finden das Arrangement bei uns ganz knorke akzeptabel.

Aber zurück zum Osterfest. Am Samstag musste ich erstmal zum Bahnhof um mir Karten für eine Bahnfahrt im Mai zu besorgen (das musste natürlich unbedingt am Ostersamstag passieren,wo auf gefühlte 40 andere Leute gerade mal 3 offene Plätze kamen...
Anschließend fuhren wir relativ spontan zum Gropius-Bau, um die frisch eröffnete Ai Weiwei-Ausstellung zu sehen. Die Idee war: Sonnenschein plus Samstag vor Ostern = leeres Museum. Das ging im Grunde auf, so dass wir uns die Ausstellung recht entspannt angucken konnten.

Ich hab mich bisher nie mit dem Werk Ai Weiweis beschäftigt und war beeindruckt von den ganz unterschiedlichen Werken, die sich oft mit dem Wandel und der Modernisierung seines Landes befassen. Ganz besonders haben mich die Arbeiten zum Erdbeben in Sichuan beeindruckt, bei der 80.000 Menschen umgekommen sind, darunter viele Schüler/innen - weil sie in "Tofu-Schulen" unterrrichtet wurden, die - aus Korruption und Schlampigkeit - unsicher gebaut wurden. L1 fand wohl den Nachbau der Zelle am interessantesten, in der Ai Weiwei 81 Tage lang inhaftiert war. Sehr hilfreich fanden wir den Audioguide, den es mit einer Erwachsenen- und einer Kinderversion gibt, beide sehr gelungen. Die Ausstellung geht bis Anfang Juli und ich kann mir sehr gut vorstellen, nochmal reinzugehen. (Hier ein kurzer Artikel im Freitag zur Ausstellung.)

Am Abend habe ich dann endlich mein Osterkleid fertig genäht. Die Kinder sollten eigentlich ebenfalls ein Kleid bekommen, aber die Woche war so schnell vorüber, dass ich es nicht mehr geschafft habe. Statt dessen habe ich zwei einfache Röckchen aus dem Stoffrest genäht. 
Parallel guckte ich mit Mann und L1 Klein gegen Groß. Seitdem ist hier das Zauberwürfel-Fieber ausgebrochen :)

Hastenichgesehn war es halb 1 und ich musste mich noch um den Ostertisch kümmern. Ich bereitete das Osternest vor und legte die fertigen Röcke dazu - irgendwie vergaß ich wohl, dass der Osterhase die Eier ja versteckt und nicht in einem Nest sammelt. Böser Fehler, der mir von L1 am nächsten Morgen gleich mal unter die Nase gerieben wurde.


Hier die Röcke und das Kleid in Aktion. Ein detaillierter Bericht folgt am MMM.


 
Den Sonntag starteten wir mit einem Gottesdienstbesuch mit anschließendem Besuch in der nettesten Kneipe im Kiez - wo wir, wie "eigentlich immer" Lucy trafen. Nach einem ordentlichen Bauernfrühstück und der Überlegung, ob wir das Angebot des örtlichen Blumenhandels ("Ostern geöffnet!") annehmen und uns um unseren Balkon kümmern sollten - haben wir nicht! - gingen wir zum Eier im Hof suchen (Puh, Glück gehabt!) und Kuchen essen nach Hause.
Um 5 hab ich mich mit den Kindern nochmal auf die Räder geschwungen und mich in Richtung Insel Berlin im Treptower Park aufgemacht, einem meiner Lieblingsplätze in der Stadt. Bei meinem allerersten Berlin Besuch 1998 war ich auf einer Reggae-Party dort - und jetzt wohne ich ganz in der Nähe. Obwohl es die Insel schon lange gibt, hab ich immer das Gefühl, dass es noch immer ein Geheimtip ist.
Dort finden regelmäßig Puppentheater und Konzerte statt. Es gibt einen schönen Biergarten und kleinen Spielplatz, alles sehr idyllisch direkt am Wasser. Nach ausgiebigem Spielen, Bratwürsten, Gemüsequiche und Berliner Weiße "Grün" machten wir uns um kurz vor 8 wieder auf den Weg zurück - und verpassten so leider ein Konzert am Osterfeuer.
Statt dessen bin ich dann beim durchzappen bei Tod einer Polizistin hängen geblieben, den ich, trotz dem etwas nervigen Götz George, richtig gut fand.

Den gestrigen Montag haben wir dann auch wieder weitgehend "im Kiez" verbracht: Nach ausgiebigem Frühstück und einer Runde rumschlumpfen und lesen ging es per Rad in den Schrebergarten. Anschließend fuhr ich mit den Kindern zu Frl. Frost, lecker Eis essen. Am Abend hatten wir unsere Nachbarn zum Spargelessen eingeladen.

Satt und zufrieden geht es also in eine zweite Ferienwoche, die für L1 Kinderzirkus und für mich noch drei freie Tage bereit hält. Sehr willkommen!

Kommentare:

  1. Liebe Melleni, seit deine Blogfrequenz geringer geworden ist, freu ich mich umso mehr von dir zu lesen. Das klingt nach sehr entspannten Ostern und das Kleid sieht auch ziemlich schick aus!
    Liebe Grüße
    Hannah

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  2. Danke, liebe Hannah, das ist sehr nett.
    Ich wollte ursprünglich einen MMM-Ostern-Post machen und dachte dann, dass es eigentlich viel netter ist, beide Themen zu trennen. Um auch mal wieder was anderes zu posten als MMM...
    Ja, das Kleid ist richtig toll geworden. Morgen mehr!
    M

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  3. Ich kann bestätigen, dass das Kleid ganz große Klasse ist - am Mittwoch sehen wir ja sicher mehr. Der Funkturm ist übrigens nicht wirklich ein nachmittagfüllender Ausflug, allerdinges waren wir auch nur auf der Aussichtsplattform, nicht im Restaurant, weil es da ganztätig dieses Buffet gab, nichts anderes (nicht mal Kaffee!!). Man sollte auch auf jeden Fall vorher anrufen, ob geöffnet ist, weil der Turm auf dem Messegelände steht und bei manchen Veranstaltungen nicht zugänglich ist.
    Und weil ich gerade Fräulein Frost lese: der Eisladen bei uns im Kiez kommt wieder! Er kommt in den Laden, wo vorher der Spätverkauf-alles-Laden drin war, allerdings ist noch viel zu renovieren.

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    1. Ja, am Montag mehr.
      Ich hab den Eismann neulich schon vor dem besagten Laden gesehen und dacht Emir schon so was... hoffentlich dauert es nicht ewig, sonst ist die halbe Saison ja schon wieder rum...
      Danke für die Infos zum Funkturm. Klingt ja eher so lala... Der Artikel in der Berliner war schon lustig. Dann vielleicht doch nochmal auf den Fernsehturm...
      Grüße!

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  5. Hört sich wirklich nach einem sehr entspannten Osterfest an - wunderbar . Und Ihr drei im gleichen Stoff : noch wunderbarer !
    LG Dodo

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  6. Klingt wunderbar und schön sehr Ihr aus in Eurem Blumentraum!
    Herzliche Grüße
    Sabine

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