Freitag, 19. Oktober 2012

California Roadtrip: Tag 1 bis 4

Die Zeit fliegt. Wir sind wieder voll und ganz in unserem Alltag angekommen. Selbst die Nähmaschine hat schon wieder gerattert - aber ich komme grad nicht so recht in meinen üblichen bloggen-Rhytmus. Aber heute "muss" ich endlich mal anfangen, unsere Reise zu dokumentieren, sonst sind die Erinnerungen bald verflogen...

Bevor ich die ersten 4 Tage Revue passieren lasse, kurz die Details zur Reise.

Geplant haben wir eine Reise nach Kalifornien schon seit Längerem. Da waren wir noch zu dritt und L1 war zweieinhalb. Als sich dann jedoch L2 ankündigte haben wir die Idee nach hinten verschoben: Wir fahren "wenn L2 zwei ist".

Gesagt, getan. In diesem Jahr nun waren die Bedingungen gut, einen solchen Trip anzugehen. Im April haben wir den Flug gebucht, irgendwann danach dann den Camper (recreational vehicle = "RV"). Parallel wurden hier die Reiseführer gewälzt und Pläne geschmiedet. Aber es war ja noch viel Zeit... Der Frühling verging, der Sommer plätscherte vor sich hin, und irgendwann war die Reise in nicht mehr allzu ferner Zukunft. Zeit, Reisepässe für alle zu beantragen.

Irgendwann - ich glaube, so 7 Wochen vor Abflug - ging es dann in die Grobplanung. Ich bin berüchtigt für meine ausufernden und selten lesbaren ToDo-Listen. Zwischenzeitlich hatte ich sicher 3 oder 4 parallele Listen, mit denen keiner ausser mir etwas anfangen konnte. Es muss ja so viel gemacht und getan werden!

Das Finetuning stand dann für die Woche vor dem Flug an. Klar, auf den letzten Drücker.... Zwar wollten wir keine Campingplätze vorbuchen, jedoch konnte es nicht schaden, mal einen Eindruck zu bekommen und im Netz nach Tipps zu recherchieren. Ich glaub, das hab ich dann so zwei Tage vor Abflug gemacht, neben dem Packen und dem Abstimmen der Reiseroute mit dem Liebsten - wo wollen wir eigentlich genau hin? - und der Stofflädenrecherche...

Freitag, 14.09.
 
Am Freitag früh um halb 7 ging es los: Das Taxi nach Tegel stand vor der Tür. Alles dabei? Alle da? Dann los!

Ute wollte wissen, wie der Flug mit zwei Kleinkindern lief. Sagen wir so: Von den 11 Stunden hätte ich die letzten 3 eindeutig nicht gebraucht. Die Kleine die ganze Zeit bei Laune zu halten war schon anspruchsvoll. Und: Der Rückflug über Nacht war - wen wundert's?! - ein Klacks. An sich haben wir aber auch den Hinflug gut überstanden - nur die Frau die vor uns saß und die Kinder immer so böse anguckte aber nie was sagte, die ging mir auf den Keks...

Ich machs jetzt mal ein bisschen flotter: Am frühen Nachmittag Ortszeit kamen wir schließlich in L.A. an - yeah! -, überstanden sehr entspannt die Einreiseprozedur und fanden einen netten südkoreanischen Taxifahrer - Eugine -, der zu "unserem" Fahrer wurde und uns sowohl zum Hotel, am nächsten Tag zur Leihstation und von dieser am letzten Tag zurück zum Airport brachte. 

Danke, Eugine, für die Sesamkekse, die Sie extra mitgebracht haben für die Kinder für den Rückflug!

Das Thema jetlag hat mich doch ein bisschen beschäftigt. Üblicherweise heißt es ja, dass der Effekt auf dem Rückweg bzw. nach Osten, heftiger ist als nach Westen. So hatte ich das auch in Erinnerung vom Flug nach New York vor 8 Jahren. Ich hing damals schon ein paar Tage in den Seilen und kann mir mit zwei Kindern echt was besseres vorstellen. Für den ersten Tag war klar: Wenn wir halbwegs bis 5, 6 Uhr am Nachmittag durchhalten und dann ins Bett gehen, müssten wir relativ entspannt in den Rhytmus kommen.

Nach dem Einchecken im Hotel zog es uns raus, in die Sonne! Es war warm, so richtig warm, das Hotel war nicht weit von Venice Beach entfernt. Also: hin! Erstaunlicherweise ging es uns super, so dass wir uns gegen 6 ein Strandlokal suchten, die empfohlene kohlenhydradreiche Nahrung in Form von french fries und (Veggie) Burger zu uns nahmen und dann zurück ins Hotel gingen. Gegen halb 8 waren wir dann alle in der Falle - nachdem wir alle knapp 24 Stunden auf den Beinen waren! Die Nacht war ok, ein bisschen laut war es - die Klimaanlage, Nachbarn - ich hab schon besser geschlafen - aber wir waren im Rhytmus.

Sa, 15.09.
Der Tag beginnt mit einem kleinen Standspaziergang und einem leckeren Hotelfrühstück mit dem üblichen Plastikmüll... Eugine ist da und bringt uns zur RV-Ausleihstation. Das Ausleihprozedere zieht sich ein bisschen hin, wir schauen einfach den Film über die RV-Technik zum dritten Mal. L1 ist nun im Bilde, wie das mit den Wasseranschlüssen läuft und worauf man beim einparken achten muss. Kann ja nicht schaden.
Dann ist es da: unser mobiles Reiseheim für die nächsten drei Wochen! Größer als gedacht aber kleiner als das, was sonst so üblicherweise auf den Straßen rumrollt und auf den Campgrounds steht.

Nun heißt es: Einkaufen! Auf zum nächstgelegenen Walmart, wir müssen uns eindecken: der Kühlschrank ist leer, die Kinder brauchen Autositze, wir alle Decken... Aufgrund der Hitze entscheiden wir uns, es erstmal mit einfachen (und günstigen) Fleecedecken zu versuchen.

Anschließend fahren wir zum Golden Shore Campground in Long Beach, ein klassischer Stadt-Platz mit Parkplatzcharme aber dafür auch Pool und Spa (Whirlpool), sauber und mit netten Nachbarn: Emil Neuman gab nicht eher Ruhe, bis die Klimaanlage im Camper lief. Die Nacht wurde heiß!

Leider hab ich gar keine Innenbilder unseres Schätzchens geschossen. Unser Plan, dass die Kinder "oben" schliefen, erwies sich als nicht umsetzbar: der Platz wurde für die Koffer gebraucht und die Kinder wären ungeschützt rausgekullert... Große Enttäuschung! So kam es, dass wir schöne Eltern-Tochter-Pärchen bildeten und uns die verbliebenen zwei Schlafstätten aufteilten. Sehr romantisch! Aber so ein Familienurlaub ist halt kein Ponyhof...

So, 16.9.

Wir fahren weiter Richtung Santa Barbara. Der Weg entlang der Küste: wunderbar! Zuerst diese ewig langen Shopping- und Ausfahrtstraßen mit den ewig gleichen Ketten und Motels, später dann: Malibu, direkt am Strand entlang, durch hübsche Wohngegenden... Herrlich! Sommersonntag in L.A.!

Unser Campground liegt in Carpinteria: Direkt am Strand mit vielen Familien um uns, nicht billig, aber sehr nett.

Unser erstes Camping-Essen:

Mo, 17.9.
Ankommtag, wir bleiben noch ne Nacht. Es ist kühl geworden. Die Nacht ist kalt, wir frieren und beschließen: Wir brauchen Schlafsäcke, und zwar subito! Leider gibt es in Carpinteria keinen Walmart oder ähnliches, so dass wir eine weitere kalte Nacht verbringen.

Fortsetzung folgt....


Mittwoch, 10. Oktober 2012

Me Made Mittwoch - heute mit Tante Anni

Guten Morgen,
ich trage Tante Annis Rosenkleid, hab die Nacht kaum geschlafen vor lauter Aufregung und freue mich auf eine gelungene Premiere als Gastgeberin bei heutigen Me Made Mittwoch.

Hier lang, die Damen!


Sonntag, 7. Oktober 2012

Urlaubsrückblick: California Roadtrip

Seit Donnerstag ist unsere Kalifornienreise zu Ende. Nach Sonnenschein und jeder Menge shiny happy people war die Ankunft in Berlin-Tegel mit Nieselregen und 15 Grad und einem übel gelaunten Zollbeamten doch eine etwas harte Landung. So what!? So eine Reise kann einem keiner mehr nehmen, sie ist eine Schatzkiste, die man jederzeit öffnen kann.

Den Abend gestern habe ich genutzt, die etwa 700 Bilder zu sichten, die weniger gelungenen zu löschen und alles auf der Festplatte thematisch zu speichern. Da ist ja schonmal was geschafft. 

Um es auf den Punkt zu bringen: Wir hatten tolle drei Wochen! Die Reise war spannend, anregend und anstrengend - definit kein Erholungsurlaub. Uns ist buchstäblich NIE langweilig geworden. Wir haben viel gesehen - und noch viel, viel mehr nicht gesehen. Ein Wiederkommen lohnt sich also und ist nicht ausgeschlossen...


Ich werde in der nächsten Zeit immer mal wieder das Schatzkästchen öffnen und ein bisschen berichten, wie es uns ergangen ist.

[GEFREUT] *Wir sind gesund und munter zurück, uns ist nichts ungewolltes passiert. *Über die sprichwörtliche und klischeehafte Freundlichkeit - vor allem unseren Kindern gegenüber - des Nordamerikaners an und für sich. *Über nette Smalltalks. *Über eine tolle Stoff- und Schnittausbeute (s.u.). *Die Kinder - vor allem L1 - haben so einiges aufgeschnappt und munter angefangen zu quatschen: I am L1, I am five years old, one, two, three.... twenty-eight, twenty-nine... *Über die besten cinnamon rolls ever und den tollsten Strand in Pismo Beach. *Über die großartige, flächendeckende Camping-Infrastruktur. *Ich hab - trotz "gutem" Essen praktisch nichts zugenommen. *Weder auf der Hinreise noch zurück (!) habe ich einen nennenswerten Jetlag erlitten - wie cool ist das denn?!? *Wir sind völlig Sonnenbrand frei geblieben.

*Der riesen Wäscheberg ist bereits gewaschen als auch weggepackt, völlig untypisch für uns!

Last but not least:
Dass unser Gefährt - eine nicht mehr ganz taufrische Dame mit kleinen Macken - uns gut durch die Gegend gerumpelt hat. Dass wir immer untergekommen sind, ohne großartig vorzubuchen.

[GEWUNDERT] Ach, so richtig gewundert hab ich mich kaum. Vieles weiß man ja oder meint es zu wissen, die ganzen Klischees: der Plastikwahnsinn, das Essen, die Freundlichkeit ("sind ja alle so oberflächlich", jaja), das ständige Entschuldigen, der Autowahnsinn, Patriotismus, Freaks...

Was mich wirklich gewundert hat: diese Wahnsinns-Busse, mit denen die Campgrounds und RV-Resorts voll sind. Nicht nur wohlhabende Rentner reisen damit durch das Land - so zum Beispiel ein gut sechszigjähriger gebürtiger Österreicher, der seit 40 Jahren in den Staaten lebt, ein Haus in Texas, eines in Florida hat, wo man es ja "im Sommer nicht aushält", und so kurvt er halt 6 Monate im Jahr durch die Gegend, die haben ja genug davon -, manche wohnen richtig in den Dingern, mal größer, mal kleiner, aber immer noch günstiger als ein Haus, nehme ich an.


Dann: wie oft man angesprochen wird, wo man herkommt und wie oft dann Bezüge zu Deutschland bestehen: Ich/mein Schwager war als GI in Heidelberg/Herford/Paderborn. Oder: Mein Opa kam aus Deutschland, aus der Nähe von Gottingen. 

Dass wir die Golden Gate Bridge nicht einmal gesehen haben... Da war NUR Nebel. Ich glaub, die ist ein Mythos, so wie Bielefeld...

Ach ja: nach der Low Carb-Welle, die vor 8 Jahren, als wir an der Ostküste waren, noch tobte - damals waren sogar die Kaugummis als low carb gekennzeichnet - sind heute alle, wirklich alle Lebensmittel mit nutrition facts versehen, die so kompliziert sind, dass man sie kaum kapiert.
[GESEHEN] In order of appearance: Long Beach, Venice Beach, Ventura, San Luis Obispo, Pispo Beach, Big Sur National Park, Monterey, Santa Cruz, San Francisco, Yosemite National Park/Yosemite Village, Bakersfield, Ventura: hier zu finden.

[GEFAHREN] Den Hwy # 1 von L.A. bis San Francisco, genauer: California State Route 1!

[GELERNT] Dass Campingurlaub große Klasse sein kann, dass er mit Familie aber eben auch ein Fulltimejob ist.

[GEGUCKT] Die Neuentdeckung des Hinflugs: Modern Family. Ich hab mich weggelegt. Und hätte gerne noch viel mehr Folgen geguckt, aber das airberlin Entertainment-Programm hatte leider nur zwei im Angebot. Aber bei RTLnitro, einem mir bislang völlig unbekannten Sender, gibt es die jeweils aktuelle Sendung zum kostenlosen Gucken.

Wir haben irgendwann mal die DVD geschenkt bekommen, und ich hab nie reingeschaut (ich fand das Cover so schrecklich), jetzt hab ich die Chance ergriffen und Chocolat geschaut. Ich war begeistert!

[GELESEN] Eigentlich ständig unsere Reiseführer: Den "USA. Der Westen" (oder so) vom Reiseknowhow Verlag - mein bevorzugter Verlag für Reisebücher. Bei dieser Reise jedoch fand ich den Lonely Planet Kalifornien doch um einiges besser, wahrscheinlich weil er auf diesen Bundestaat beschränkt ist bei annähernd gleichem Umfang - und weil die vorgeschlagenen Reiserouten nicht so hanebüchen lang waren.

Wenn dann nochmal Zeit war hab ich mich hiermit vergnügt:
 
*GEOthema 02/2012: So wächst der Mensch auf.

*Die komplette Brand eins, Ausgabe: Nichtstun - und da vor allem spannend: die Artikel über die Unfähigkeit der Amerikaner nichts zu tun und Urlaub nach Gusto und die Viecheria-Gründerin Susanne Wetzel und

Der Sommer ohne Männer von Siri Hustvedt. Von Siri Hustvedt hab ich bislang Die Verzauberung der Lilly Dahl und - ich glaube... - Die unsichtbare Frau gelesen (bin mir nicht sicher...) Begeistert war ich von Was ich liebte. Die zitternde Frau hatte mich nicht so interessiert und auch Der Sommer ohne Männer sprach mich nie so richtig an. Als ich dann zwei Tage vor Abflug bei Hugend*bel nach Urlaubsliteratur suchte, mich für Feiheit entschied habe ich mich GsD umstimmen lassen. Mir war klar, dass ich nicht so rasend viel lesen würde, und da war dieses nicht ganz so dicke Büchlein genau richtig. Die Geschichte von Mia, deren Mann eine Beziehungspause einlegt, und den Frauen, mit denen sie den Sommer in ihrem Heimatort verbringt - ihrer Mutter, einer Gruppe Schülerinnen und ihrer jüngeren Nachbarin - hat mir gut gefallen. Es geht um das älter und das alt werden, sterben, lieben, sich trennen, zusammenleben, Streit, Mobbing - das Leben eben.

Dann war noch Zeit, nochmal mit Freiheit anzufangen. Das Buch erschien als ich gerade im Wochenbett war. Ich hab es mir sofort bestellt - ich habe Die Korrekturen sehr begeistert gelesen - und bin nicht über die Seite 50 hinaus gekommen. Das war dieses Mal anders - jippieh! Ich bin jetzt mitten in der Autobiographie von Patty und ganz angetan. Da ich das hardcover nicht finden konnte, hab ich mir kurzerhand nochmal das Taschenbuch gekauft.
GEKOCHT] Was man in nem Campingbus so flott zubereiten kann: Jede Menge Cheese-Macceroni :-), immer wieder Kartoffeln mit Schmand und Möhren und Brokkoli, Apfelpfannkuchen (mit Aunt Jemima :)

[GEGESSEN] Was man in Amerika so isst: French Fries, (Veggie-) Burger (kein Problem, zu bekommen, gab's in fast jedem Diner!), Sandwiches mit Eiersalat, Käse oder Gemüse, klasse Chips, M&M's, Cola, 'real milk cheese' (ich hab leider kein Foto gemacht, das hat mich schon irritiert, dass das erwähnenwert ist, dass der Käse aus echter Milch gemacht ist...), Bagels, Cesar's Salat, äusserst leckere Pizza - sehr ausgewogene, wenn ich so drüber nachdenke.

[GEKAUFT] Zunächst mal: eine Camper-Grundausstattung: zwei Kindersitze, den Kühlschrank voll, Küchentücher, Handtücher, Putzmittel etc. Nach zwei kalten Nächten haben wir notgedrungen vier Schlafsäcke besorgt, anders ging es nicht. Und natürlich eine große, sehr große Tasche, um die Einkäufe mitnehmen zu können.

Diese klasse Mützen haben wir an nem Straßenstand in San Francisco entdeckt, die mussten natürlich mit (Geschichte dazu folgt). Und eine Mütze für mich auch - sie war sehr nützlich, es war nämlich zum Teil ziemlich schattig.

Ein paar tolle Backmischungen und besagte cheese macceroni:


Angel Food hab ich vor 20 Jahren öfter mal bei einer Freundin gegessen, die diese Backmischungen immer von ihrer Tante in Amerika bekam. Sie meinte immer: "Die gibt es nur in Amerika!" Hui! Im Grunde ist das ein Biskuit, aber ohne Fett und Eigelb und mit viel Eiweiß und sie hat ihn immer mit Sahne und Erdbeeren serviert. Im Netz finden sich - natürlich - auch Rezepte ohne Backmischung, die werde ich dann anschließend mal austesten, sollte er mir und uns schmecken.

Und dann war ich natürlich auch Stoffe und vor allem Schnitte kaufen. Heute nur ein teaser, ich mache dann mal einen eigenen post:

 
Und dann konnte ich dem Angebot im Duty Free Shop nicht widerstehen und hab meine letzten Dollars für meinen aktuellen Lieblingsduft rausgehauen: Light Blue. Ich bin wochenlang bei Quarkstadt um die Flasche rumgeschlichen, da ich den Preis von 56 € für 25ml doch etwas happig fand. Irgendwann hab ich sie mir gegönnt. Auf dem Flughafen nun gab es diese große Flasche (50 ml) für sage und schreibe 60 $. Aber hallo! Da bin ich dabei. Auch praktisch: Wir sind komplett dollarfrei zurück gekommen, also entfällt ein lästiges Umtauschen. Also: nur Vorteile!


Ich freu mich jetzt wieder auf Alltag, hoffe, dass die Woche morgen gut startet und ich am Mittwoch bei meiner MMM-Premiere nicht patze und wünsche allen da draußen eine gute Nacht!

Melleni





Dienstag, 11. September 2012

Sommerrückblick und Urlaubspläne

Dieser hochsommerliche Montag - mit zwei maladen Kindern zu Hause - bietet sich an, mal ein kleines Fazit des nun endenden Sommers zu ziehen. Da wir uns zum Ende der Woche in unseren lange geplanten und wirklich wohlverdienten Jahresurlaub aufmachen, werde ich die Gelegenheit nutzen und auch gleich einen Blick auf unsere Urlaubspläne werfen.

Sommer ist ja für viele so eine Sehnsuchtszeit, die randvoll gefüllt ist mit Plänen und Erinnerungen - an usselige Herbstnachmittage in der Kindheit erinnern sich wohl die wenigsten?! -, die kostbar ist und deshalb gut genutzt werden will.

Für mich ist der Sommer auch immer was besonderes. Im Mai lagen noch drei verheissungsvolle Monate vor mir. Ich freue mich immer über die langen Tage, die so früh beginnen und spät enden, das lange draußen sein, das viele Licht. Ich mag den Sommer in der Stadt und das rausfahren aufs Land. Die schönsten Erinnerungen sind bei mir mit Sommertagen verknüpft (hier schonmal beschrieben). Gleichwohl könnte ich mir nicht vorstellen, in einer jahreszeitlosen Gegend der Erde mit Dauersommer zu leben. Schon vom Typ her (Haut, Haare, Kreislauf) machen mir Dauersonne mit konstant über 30 Grad zu schaffen. Ich mag den Jahreszeitenwechsel sehr und freue mich eigentlich immer, wenn der Sommer zu Ende geht und der Herbst kommt. Echt jetzt. Gleiches gilt für den Winter und den Frühling. Das heißt nicht, dass ich ein Winterfan bin: November, Januar und Februar sind auch für mich die ödestens Monate. Aber über kalte Nächte und den ersten Schnee freue ich mich - fast! - so wie über die ersten Frühlingsboten. Und die Vorboten des Herbstes vor gut einer Woche machten mir gar nicht so viel aus, weil ich dann dem inneren Schweinehund nachgeben und es mir zu Hause kuschelig machen kann und nicht immer so einen "Zwang" verspüre, rauszugehen.

Ich bin gespannt, wie sich da jetzt unsere Sommerverlängerung anschließt. Wenn wir Anfang Oktober wiederkommen wird es ja deutlich kühler und morgens und abends dunkler sein. Ich hoffe, dieser abrupte Wechsel bekommt uns gut.

Mit Blick in meine Wochenrückblicke kann ich sagen: das war ein interessanter und sehr produktiver Sommer. Ich denke, im nächsten Jahr werde ich mich über die umfangreiche Sommergarderobe freuen. Aber es waren auch einige Fehlgriffe Lehrstücke dabei:

Den Anfang machte eine kleine virtuelle Nährunde mit Friederike und Arlett: Das Kleid 105 wurde, nach einigen Problemen, mein Schützenfestkleid - das ich leider kaum angezogen habe. Diese festen (Patchwork-) Baumwollstoffe sind meiner Meinung nach nicht wirklich gut geeignet für Kleider und auch mit Röcken bin ich nicht so zufrieden. Der Schnitt stand lange noch auf meiner ToDo-Liste und wird im nächsten Jahr dann nochmal realisiert.

Meikes Blümchen- und Streifenmonate haben Spuren hinterlassen in Form von Röcken hier und hier, andere schöne Röcke wandern in den Reisekoffer: hier und hier und hier

Es gab mehrere so halb gute Projekte:

Diesen Schnitt MUSS ich unbedingt im HErbst wieder ausprobieren - dann jedoch mit einem anderen Stoff! Ein bi-elastischer Jersey, so lernte ich von Vera, eignet sich nicht wirklich. Ich trage dieses Kleid einfach nicht oft. 

Ähnliches gilt für diesen Schnitt. Auch nach diversen Anpassungen sitzt dieses Kleid nicht wie es soll. Komischerweise trage ich es dennoch recht gerne.



Mir scheint, das Rockteil passt in der gewählten 42 bzw. darf wohl nicht knapper - aber das Oberteil erscheint mir viel zu groß, da würde wohl ne 38 passen...

Und als Jerseyvariante ist es zwar recht schön anzusehen, aber durch den Bi-Stretch zu labberig, so dass ich es auch kaum tragen mag.


Noch ein äusserst vielversprechender Schnitt wurde in diesem Jahr leider nichts: hier und hier - mal gucken ob ich im nächsten Jahr die Muße habe, das Pünktchenkleid einfach nochmal aufzutrennen und ein neues Oberteil zu nähen...

Aber es gab auch Erfolge zu vermelden:
Ein tolles Hochsommerkleid, das als Jogginghosen-Version :) (= in bequemem Jersey) mit nach Amerika darf sowie meine erste Lorelady, die auch in den Koffer kommt und die neue Träger bekommen hat - das dazugehörige Beweisfoto krieg ich grad wegen nicht aufzufindendem USB-Kabel nicht aus der Kamera raus. Merde.

Und: Die Entdeckung des Jahres: ein Jersey-Wallekleid, das auch als schmale Version durchaus funktioniert

Was sonst noch: Ich wurde beklaut, es war Fußball-WM, äh -EM (danke, Frau Kirsche!), die Große war auf Kitareise, es war oft und vor allem lang kühl und nass, kein richtiger Sommer - ausser die letzten Wochen, ich hatte zwei schöne kinderfreie Wochen, schöne Wochenenden und Tage in meiner alten Heimat, Kind- und Bloggeburtstag, wir gucken uns Schulen für die Große an und freuen uns auf ein weiteres schönes Nur-Kitajahr. Beim Gedanken daran, dass nächstes Jahr Einschulung ist, wird mir mulmig.

Und jetzt Kalifornien. So sind die derzeitigen Pläne mit unserem Riesen-Camper:

Wir werden in L.A. starten, dort erstmal in Santa Monica im Hotel ankommen. Am nächsten Tag dann den Camper beziehen, ausgiebigst einkaufen (Kühlschrank bestücken, Campingausrüstung etcpp.) und dann Richtung San Diego. In Laguna Beach wollen wir das Campingleben dann austesten - ob das was für uns ist?

Es geht wieder zurück in Richtung San Francisco, über Santa Barbara, Monterey und Santa Cruz (hört sich cool an, oder?). Und nach San Francisco geht es dann Richtung Yosemite (die haben die Nagerplage hoffentlich im Griff) und Mono Lake. Falls wir noch Zeit haben - wer weiß??? - wollen wir uns tatsächlich Las Vegas angucken, der Grand Canyon ist aber vermutlich zu weit weg. Danach über Palm Springs - vielleicht auf diesen Campground? -  und zurück nach L.A.

Puh. Eigentlich ist mir nach Erholungsurlaub, vielleicht auf Rügen?!

Kennt Ihr das? Die Reise ist geplant, schon lange, eigentlich freut Ihr Euch drauf - und dann denkt Ihr: ach, eigentlich kann ich auch hier bleiben. Ich hab das von meiner Mama geerebt, ahne aber, dass es noch andere Menschen gibt, denen es so geht.

Auf meiner ToDo-Liste steht nicht mehr so viel, ich will noch Campgrounds recherchieren, packen - und nochmal eine virtuelle Runde durch Stoffläden drehen um gut vorbereitet zu sein. Gerade San Francisco scheint da doch einiges zu bieten!

Ich freu mich jetzt einfach mal auf die Reise - und auf das Zurückkommen im Herbst mit neuen Plänen und Herbst/Winterhighlights wie zum Beispiel unser großes (?) Bloggerinnentreffen im November.

Habt eine schöne Zeit. Auf bald!
Melleni

Sonntag, 9. September 2012

Wochenrückblick KW 35/36

Der Urlaub ist in greifbarer Nähe. Ende der Woche geht es los. Die ToDo- und Packlisten sind geschrieben. Die Route steht, zumindest grob. Diese Woche wird aber nochmal anstrengend. 

Wir sind urlaubsreif.

[GEFREUTI] Die Sommerpause ist um: die heuteshow ist zurück!
[GEFREUTII] Über ein sehr schönes Elterngespräch in der Kita.
[GEFREUTIII] Gerties Nähbuch ist angekommen!

[GEKOCHT] Backofengemüse mit Kartoffeln Aioli, Blumenkohl-Möhren-Curry mit Räuchertofu und Röstzwiebeln, immer mal wieder Rohkost, so Sachen

[GEERNTET] Am vorletzten Wochenende waren sie reif: unsere Pflaumen. Geschätzte 30 kg haben wir vom Baum geholt, davon kam vielleicht knapp 1/3 gleich in die Tonne. Gut 8 kg nahm unsere Helferin mit, wir den Rest. Der wurde zunächst großzügig in der Nachbarschaft verschenkt und zu guter Letzt dann entkernt und tiefgefroren - für 8 Bleche Pflaumenkuchen ist gesorgt...
[GEBACKEN] Klar: Pflaumenkuchen - wir hatten noch ein Paket vom letzten Jahr...

[GEKLICKT] Die Zeit rast: wir haben die Reiseplanung konkretisiert. Sehr hilfreich waren da die Posts zum California Roadtrip bei Luzia Pimpinella. Hach, diese Bilder!

[GEPLANT] Was muss alles mit? Was muss noch alles erledigt und besorgt werden?

[GENÄHT] Rettungsversuch des Sommerkleides - leider gescheitert. Das Kleid passt einfach nicht. Zwei sehr bequeme Jerseykleider, dieses und eine Jerseyvariante von diesem.
Der Sommer ist ja nun vorbei und mit diesen Kleidern nun auch endlich mal die Sommernäherei. Für den Urlaub werden nur noch zwei Taschen genäht und dann war es das für dieses Jahr. Jawollja. Hab jetzt auch keine Lust mehr und freue mich auf 4 nähfreie Wochen.

[GELESEN] Viel, ich fang mal vorne an:

Landwirtschaft und Esotherik
Unsere Unfähigkeit, die Konsequenzen neuer Großtechnologien abzusehen und ins Kalkül zu ziehen
Einen treffenden Kommentar von Mely Kiyak zur Stanford-Studie ("Liebe Biogemüse-Studie")
Das Inferno in Rosa
Und über einen Rechtsstreit über ein verrutschtes Ohrloch



Mittwoch, 5. September 2012

MMM - Kleid für echte Frauen



Gestern morgen las ich in der Berliner, dass die "Ohne Models" Aktion der Br*gitte auf dem Prüfstand steht. Die Aktion, mit viel Tamtam gestartet und ohne zeitliche Befristung geplant, könnte also bald auslaufen.Wird das irgendwen interessieren oder gar traurig stimmen? Wird es einen Unterschied machen? Ich denke: Nein. Zu Anfang sah man noch Plus-Frauen (also solche, die Größe 42 tragen, haha), zunehmend jedoch unterschieden sich die nicht professionellen Frauen kaum bis gar nicht von professionellen Modells. Da es Frauen in Größe 34/36, noch dazu möglichst attraktive, nicht wie Sand am Meer gibt und die Produktion von Modebildern mit diesen vermutlich nicht gerade weniger aufwändig ist, könnte es also zu diesem, ich nenn es mal, Rückzieher der Zeitschrift kommen.

Meike nimmt das zum Anlass, über echte Frauen zu schreiben. Also, so richtige echte Frauen, nicht die gecasteten, sondern die aus dem Alltag, die mit Bauch, die kleinen, die mit Rundung oder ohne, die im Leben stehen. Sie beschreibt sehr gut, worum es beim MMM geht: diesen Frauen, sofern sie sich mit selbstgemachter Kleidung beschenken und damit ihr Leben schöner machen, eine Plattform zu geben. Sich zu zeigen, zu präsentieren, Feedback zu holen, sich zu vernetzen, andere zu loben, zu lachen - kurz: positive Energie zu gewinnen. Hej, wer kann das nicht gebrauchen?

Der Satz von Steffi (Nähfiddeley) in den Kommentaren hat mir gut gefallen: 
"Und seit mir klar wurde, dass ich durch das Selbernähen mir fast jeden Modewunsch selber erfüllen kann bin ich mutiger und experimentierfreudiger geworden." Dieser Satz gilt uneingeschränkt für mich.




Ist das nicht großartig? Ich kann mich durch das Nähen neu erfinden. Vielleicht werde ich nicht zu einem neuen Menschen, aber ich verändere mein Äußeres und damit mein Selbst- und Fremdbild - und damit ja schon in gewisser Weise "MICH".

Früher hätte ich niemals ein solches Kleid getragen. Früher hätte ich keine Jerseykleider getragen - "tragen zu sehr auf", "das kann ich doch nicht anziehen" - früher hätte ich überhaupt keine Kleider getragen. Durch das Nähen hab ich viel implizites Wissen über Stil, Weiblichkeit und Figur erlangt. Viele Mythen, die sich meist irgendwann vor und während der Pubertät gebildet haben sind damit obsolet. Was für eine Befreiung!

Wenn doch nur jede Frau, die bald jeden Tag in unvorteilhaften Jeans verbringt, wüsste, wie toll sie im Kleid aussehen könnte - wenn sie sich nur trauen würde.

Was das alles mit diesem Kleid zu tun hat? Nun, es betont sehr ungünstig die Bauchpartie, die nach zwei Geburten nicht mehr zu meinen absoluten Lieblingszonen gehört. Um ehrlich zu sein, war mein Bauch noch nie eine solche Zone, es ist ein bisschen unredlich, dies auf die Schwangerschaften zu schieben. Um ganz genau zu sein, hab ich diese Figur SEIT der ersten Schwangerschaft, aber der Bauch quillt doch neuerdings unschön hervor. Wie gut dass es Quetschhosen gibt - eine Konzession an das geltende Schönheitsideal. Ich arbeite aber dran :)

Auf den Fotos ist das nicht zu sehen, was mich verblüfft. Aber in echt - und zum Beispiel im Profil - ist das nicht gerade das vorteilhafteste Kleid. Aber es ist schön. Und bequem. Und deshalb trage ich es sehr gerne. 

Dies ist der vermutlich längste MMM-Text, den ich je geschrieben habe. Noch irgendjemand da? Also zu den Fakten:

Das Kleid ist eine Abwandlung des neu entdeckten Vogue DKN 1027 Schnittes (hier gezeigt). Ich habe das Oberteil unverändert übernommen und dann ein Rockteil halb freihändig, halb nach einem Onion-Schnitt geschnitten.

Durch den hellen, sehr elastischen Stoff (ein Jersey vom Markt) und den hohen Ansatz des Oberteils sowie das etwas schmale Rockteil kommt dieser Bauch-Effekt zustande.

Ich bin gespannt, welche echten Frauen ich heute abend hier bewundern kann!

Melleni

Montag, 3. September 2012

Hallo Berlin - Bloggertreffen 2012




Es ist vielleicht noch ein bisschen zu früh, von einer Tradition zu sprechen. Aber wir sind auf dem besten Weg: Bereits zum dritten Mal findet dieses Jahr ein Bloggerinnen und Freunde Treffen in Berlin statt.

Im letzten Jahr trafen sich knapp 50 Frauen zu einem großartigen Wochenende. Ich war zum ersten Mal als Bloggerin dabei. Wir lernten die Gesichter, die Frauen hinter den Blogs kennen. Es gab Raum und Zeit zum ratschen, quatschen, lachen, fachsimpeln und vernetzen. Die wunderbare MMM-Crew ist ein Ergebnis dieses Networkings.

Da sich das Programm bewährt hat, behalten wir es in diesem Jahr im wesentlichen bei und freuen uns auf das Treffen am 18.11.2012. Es wird wieder ein kleines Damenprogramm geben: Am Freitag nachmittag treffen wir uns zum gemeinsamen Bummel auf dem Maybachufermarkt. Und wer will geht am Samstag abend zusammen essen.


Eine Änderung gibt es zum letzten Jahr: Wir bitten um verbindliche Anmeldung und behalten uns vor, vorab eine angemessene Kostenbeteiligung zu erheben. Genaueres hierzu findet Ihr bei Cat und Kascha - hier ist auch ab sofort eine Anmeldung möglich: catundkascha at gmx.de

Ich freue mich und bin gespannt, ob wir dieses Mal die 50er Grenze toppen! 

Einen schönen Wochenanfang wünscht Euch
Melleni